Arnold Schönberg an Verlag Dreililien
30. Dezember 1909
Lieber Herr Marschalk, ich schrieb1 Ihnen seinerzeit, dass mein Monodram
„Erwartung“ in Mannheim am Hoftheater zur Uraufführung2 gelangen soll
und ersuchte Sie um eine Erklärung ob Sie es erwerben wollen. Ich wieder-
hole diese Anfrage, die Sie unbeantwortet ließen, heute und stelle folgende
Bedingungen:
„Erwartung“ in Mannheim am Hoftheater zur Uraufführung2 gelangen soll
und ersuchte Sie um eine Erklärung ob Sie es erwerben wollen. Ich wieder-
hole diese Anfrage, die Sie unbeantwortet ließen, heute und stelle folgende
Bedingungen:
- I. 300 Mark Honorarvorschuss bar
- II 200 Mark Abschreibung vom Gesamtvorschuss
- III. Der Klavier-Auszug muss bis
spätestens 15 Februar gedruckt sein.
Für jeden Tag, den er ohne mein Verschulden später erscheint erhalte ich als
Entschädigung 5 Mark.
Ich sende Ihnen heute die Noten3 und das Textbuch4. Ich muss
Ihnen, da die Sache drängt und ich Ihre Neigung zum Verschleppen
kenne wieder einen Termin stellen. Sie müssen das einsehen,
denn ich kann doch unmöglich immer wieder geschädigt werden. Da die
Aufführung Mitte Februar sein soll, muss doch der Klavierauszug
rechtzeitig aufliegen.
Ihnen, da die Sache drängt und ich Ihre Neigung zum Verschleppen
kenne wieder einen Termin stellen. Sie müssen das einsehen,
denn ich kann doch unmöglich immer wieder geschädigt werden. Da die
Aufführung Mitte Februar sein soll, muss doch der Klavierauszug
rechtzeitig aufliegen.
Ich werde also annehmen, dass Sie auf das Werk nicht
reflektieren, wenn Sie mir von heute in 10 Tagen (d. i. also
am 9. Jänner 1910 [)] nicht mitgeteilt haben, dass Sie mit
den Bedingungen einverstanden sind und der Betrag von
300 Mark angewiesen, der von 200 Mark abgeschrieben
ist. Jede andere Wendung, die den Zweck haben könnte die
Sache hinauszuschieben, werde ich als Ablehnung ansehen müssen.
reflektieren, wenn Sie mir von heute in 10 Tagen (d. i. also
am 9. Jänner 1910 [)] nicht mitgeteilt haben, dass Sie mit
den Bedingungen einverstanden sind und der Betrag von
300 Mark angewiesen, der von 200 Mark abgeschrieben
ist. Jede andere Wendung, die den Zweck haben könnte die
Sache hinauszuschieben, werde ich als Ablehnung ansehen müssen.
Uebrigens, was ist also mit Pelleas? Sie schrieben, meine
Bedingungen schienen Ihnen annehmbar, sagten aber Direktor
Herzka von der Universal Ed. ich müsste gewisse Bedingungen
erfüllen, die Sie mir mitgeteilt haben. Welche Bedingungen
sollen das denn sein? Was hat das wieder zu bedeuten?
Ich muss Ihnen auch in dieser Angelegenheit den selben Termin
stellen (9 Jänner 1910) da Nedbal das Werk für nächstes
Jahr wünscht und es sich jetzt schon durchstudieren will. Ich bitte
sich also auch darüber zu entscheiden. Habe ich bis zum 9. Jänner 1910
Bedingungen schienen Ihnen annehmbar, sagten aber Direktor
Herzka von der Universal Ed. ich müsste gewisse Bedingungen
erfüllen, die Sie mir mitgeteilt haben. Welche Bedingungen
sollen das denn sein? Was hat das wieder zu bedeuten?
Ich muss Ihnen auch in dieser Angelegenheit den selben Termin
stellen (9 Jänner 1910) da Nedbal das Werk für nächstes
Jahr wünscht und es sich jetzt schon durchstudieren will. Ich bitte
sich also auch darüber zu entscheiden. Habe ich bis zum 9. Jänner 1910
nicht schon zusagende Antwort, so werde ich über das
Werk ander-
weitig verfügen, was wie Sie jetzt wissen keine leere Drohung
mehr ist; auch keine solche sein soll. Denn diese Absicht ist
mir stets ferne gelegen und niemand wäre froher gewesen, wie
ich, wenn wir beide hätten gut miteinander auskommen
können.
weitig verfügen, was wie Sie jetzt wissen keine leere Drohung
mehr ist; auch keine solche sein soll. Denn diese Absicht ist
mir stets ferne gelegen und niemand wäre froher gewesen, wie
ich, wenn wir beide hätten gut miteinander auskommen
können.
Ich hoffe, Sie nehmen mir die nötige Energie nicht übel.
Ich muss ja doch ins Reine kommen. Seit dem Dmoll
Quartett5 haben Sie nichts von mir gedruckt, das schädigt
mich ja ungemein.
Ich muss ja doch ins Reine kommen. Seit dem Dmoll
Quartett5 haben Sie nichts von mir gedruckt, das schädigt
mich ja ungemein.
schrieb
Uraufführung
Die Aufführung kam nicht
zustande. Artur Bodanzky begründete
eine Verschiebung „1. durch Abgang [Carl] Hagemanns. 2. Absage [Anna Bahr] Mildenburg“ (Artur Bodanzky an Arnold Schönberg, 5. Juni
1910; ASCC 20256). Intendant Carl
Hagemann wechselte 1910 von
Mannheim an das Deutsche
Schauspielhaus Hamburg.
Noten
Reinschrift des Klavierauszugs,
autograph (ASGA B 6/2, Quelle L) oder Reinschrift eines weiteren
Klavierauszugs, verschollen (ASGA B 6/2, Quelle
M*).
Textbuch
Textbuch (ASGA B 6/2, Quelle TB*).
Seit dem Dmoll Quartett
Lieber Herr Marschalk, ich schrieb1 Ihnen seinerzeit, dass mein Monodram „Erwartung“ in Mannheim am
Hoftheater zur Uraufführung2 gelangen soll und ersuchte Sie um eine Erklärung ob Sie es erwerben
wollen. Ich wiederhole diese Anfrage, die Sie unbeantwortet ließen, heute und
stelle folgende Bedingungen:
- I. 300 Mark Honorarvorschuss bar
- II 200 Mark Abschreibung vom Gesamtvorschuss
- III. Der Klavier-Auszug muss bis spätestens 15 Februar gedruckt sein. Für jeden Tag, den er ohne mein Verschulden später erscheint erhalte ich als Entschädigung 5 Mark.
Ich sende Ihnen heute die Noten3 und das Textbuch4. Ich muss Ihnen, da die Sache drängt und ich Ihre Neigung zum
Verschleppen kenne wieder einen Termin stellen. Sie müssen das einsehen,
denn ich kann doch unmöglich immer wieder geschädigt werden. Da die
Aufführung Mitte Februar sein soll, muss doch
der Klavierauszug rechtzeitig aufliegen.
Ich werde also annehmen, dass Sie auf das Werk nicht reflektieren, wenn Sie
mir von heute in 10 Tagen (d. i. also am 9. Jänner 1910
) nicht mitgeteilt haben, dass Sie mit den
Bedingungen einverstanden sind und der Betrag von 300 Mark angewiesen, der
von 200 Mark abgeschrieben ist. Jede andere Wendung, die den Zweck haben
könnte die Sache hinauszuschieben, werde ich als Ablehnung ansehen
müssen.
Uebrigens, was ist also mit Pelleas? Sie schrieben, meine Bedingungen schienen Ihnen annehmbar, sagten aber Direktor
Herzka von der Universal Ed. ich müsste gewisse Bedingungen erfüllen, die Sie mir mitgeteilt
haben. Welche Bedingungen sollen das denn sein? Was hat das wieder zu
bedeuten? Ich muss Ihnen auch in dieser Angelegenheit den selben Termin
stellen (9 Jänner 1910) da Nedbal das Werk für nächstes Jahr wünscht
und es sich jetzt schon durchstudieren
will. Ich bitte sich also auch
darüber zu entscheiden. Habe ich bis zum 9. Jänner
1910
nicht schon zusagende Antwort, so werde ich über das
Werk anderweitig verfügen, was wie Sie jetzt wissen keine leere Drohung
mehr ist; auch keine solche sein soll. Denn diese Absicht ist mir
stets ferne gelegen und niemand wäre froher gewesen, wie ich, wenn wir
beide hätten gut miteinander auskommen können.
Ich hoffe, Sie nehmen mir die nötige Energie nicht übel. Ich muss ja doch
ins Reine kommen. Seit dem Dmoll Quartett5 haben Sie nichts von mir gedruckt, das schädigt mich ja
ungemein.
schrieb
Uraufführung
Die Aufführung kam nicht
zustande. Artur Bodanzky begründete
eine Verschiebung „1. durch Abgang [Carl] Hagemanns. 2. Absage [Anna Bahr] Mildenburg“ (Artur Bodanzky an Arnold Schönberg, 5. Juni
1910; ASCC 20256). Intendant Carl
Hagemann wechselte 1910 von
Mannheim an das Deutsche
Schauspielhaus Hamburg.
Noten
Reinschrift des Klavierauszugs,
autograph (ASGA B 6/2, Quelle L) oder Reinschrift eines weiteren
Klavierauszugs, verschollen (ASGA B 6/2, Quelle
M*).
Textbuch
Textbuch (ASGA B 6/2, Quelle TB*).
Seit dem Dmoll Quartett
30. Dezember 1909
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief, Kopie
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Verlag Dreililien, 30. Dezember 1909, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.114.