Arnold Schönberg an Universal-Edition
2. März 1926
Lieber Herr Direktor, mein Sohn schrieb mir
schon
das
vori-
gemal, dass man ihn bei Ihnen, als er sein Monatsgeld holen
kam, sehr barsch behandelt habe und e[e]r ausserdem mehrere-
male kommen musste. Diesmal aber scheint man ihn für beson-
ders sträflich gehalten zu haben und hat ihn in scheinbar
sehr grober Weise abgewiesen. Da ich somit diese kleine Ge-
fälligkeit von der UE nicht haben kann, so verzichte ich hie-
mit darauf und werde meine Geldsendungen nunmehr direkt be-
sorgen. Aber ich muss sagen, ich staune darüber und muss er-
wähnen, dass ich geglaubt hätte, es würde bei Ihnen ein Bote
von mir so aufgenommen, wie ich einen Boten von Ihnen aufnehme.
Ich weiss nicht wer der betreffende Herr war, der sich meinem
Sohne gegenüber so grossartig vorkommt: aber [...],
wenn ich vielleicht auch berechtigt wäre, ihm gegenüber [...]
mich annähernd ebensogrossartig zu fühlen, so habe ich es ihn
doch sicher des bisher nicht kosten lassen. Soll ich das nun
ebenso machen; oder soll ich weiter mein Prinzip aufrecht hal-
ten: freundlich zu sein, so lange es irgend möglich ist.
gemal, dass man ihn bei Ihnen, als er sein Monatsgeld holen
kam, sehr barsch behandelt habe und e[e]r ausserdem mehrere-
male kommen musste. Diesmal aber scheint man ihn für beson-
ders sträflich gehalten zu haben und hat ihn in scheinbar
sehr grober Weise abgewiesen. Da ich somit diese kleine Ge-
fälligkeit von der UE nicht haben kann, so verzichte ich hie-
mit darauf und werde meine Geldsendungen nunmehr direkt be-
sorgen. Aber ich muss sagen, ich staune darüber und muss er-
wähnen, dass ich geglaubt hätte, es würde bei Ihnen ein Bote
von mir so aufgenommen, wie ich einen Boten von Ihnen aufnehme.
Ich weiss nicht wer der betreffende Herr war, der sich meinem
Sohne gegenüber so grossartig vorkommt: aber [...],
wenn ich vielleicht auch berechtigt wäre, ihm gegenüber [...]
mich annähernd ebensogrossartig zu fühlen, so habe ich es ihn
doch sicher des bisher nicht kosten lassen. Soll ich das nun
ebenso machen; oder soll ich weiter mein Prinzip aufrecht hal-
ten: freundlich zu sein, so lange es irgend möglich ist.
Ich muss mich auch darüber beschweren, dass man mir noch immer
nicht die letzten Hefte des Anbruch geschickt hat, obwohl ich
mehreremale darum gebeten habe. Dann hat man mir vom Jahrbuch1
nur ein Exemplar geschickt, wo ich doch als Mitarbeiter auf meh-
rere Anspruch machen kann. Bitte also wenigstens noch 2 Exem[pl]
plare zu senden oder ein paar Separatabdrucke meines Artikels,
da ich die für meine Mappen benötige.
nicht die letzten Hefte des Anbruch geschickt hat, obwohl ich
mehreremale darum gebeten habe. Dann hat man mir vom Jahrbuch1
nur ein Exemplar geschickt, wo ich doch als Mitarbeiter auf meh-
rere Anspruch machen kann. Bitte also wenigstens noch 2 Exem[pl]
plare zu senden oder ein paar Separatabdrucke meines Artikels,
da ich die für meine Mappen benötige.
Bitte teilen Sie mir mit, ob meine Chöre2
schon im Stich sind.
Bis jetzt hat man mir noch nicht ein Wort gesagt über For-
mat und Stichanordnung. Sonst war das doch Usus.
Hat man bei der Kantate3 bedacht, dass, da sie mit Klavierbe-
gleitung ist, die Partitur so gross sein muss, dass man daraus
spielen kann? [...] Der Stich muss aber doch nicht übermässig
gross sein, da man sich ja jetzt daran gewöhnt hat, aus klei-
neren Noten zu spielen.
gleitung ist, die Partitur so gross sein muss, dass man daraus
spielen kann? [...] Der Stich muss aber doch nicht übermässig
gross sein, da man sich ja jetzt daran gewöhnt hat, aus klei-
neren Noten zu spielen.
Mir geht es im ganzen (bis auf meine Gesundheit) hier sehr
gut. Wie geht es Ihnen? Ich habe gedacht, Sie Ende Februar hier
zu sehen!
gut. Wie geht es Ihnen? Ich habe gedacht, Sie Ende Februar hier
zu sehen!
Herzlichste Grüsse; Ihr
Arnold Schönberg
Jahrbuch
Heinsheimer-Stefan
1926 (Exemplare aus dem Schönberg-Nachlass; BOOK F11, c.1; BOOK
F11, c.2).
Chöre
Kantate
Arnold
Schönberg, Drei Satiren für gemischten Chor op. 28: Der neue
Klassizismus op. 28/3.
2.III.1926
Herrn Direktor Emil
Hertzka
Lieber Herr Direktor, mein Sohn schrieb mir
schon
das
vorigemal, dass man ihn bei Ihnen, als er sein Monatsgeld holen
kam, sehr barsch behandelt habe und er ausserdem mehreremale kommen musste. Diesmal aber scheint man ihn für besonders sträflich gehalten zu haben und hat ihn in scheinbar
sehr grober Weise abgewiesen. Da ich somit diese kleine Gefälligkeit von der UE nicht haben
kann, so verzichte ich hiemit darauf und werde meine Geldsendungen nunmehr direkt besorgen. Aber ich muss sagen, ich staune darüber und muss erwähnen, dass ich geglaubt hätte, es würde bei Ihnen ein Bote
von mir so aufgenommen, wie ich einen Boten von Ihnen aufnehme. Ich
weiss nicht wer der betreffende Herr war, der sich meinem Sohne gegenüber
so grossartig vorkommt: aber, wenn ich vielleicht auch berechtigt wäre, ihm gegenüber
mich annähernd ebensogrossartig zu fühlen, so habe ich es ihn doch
sicher bisher nicht kosten lassen. Soll ich das
nun ebenso machen; oder soll ich weiter mein Prinzip aufrecht halten: freundlich zu sein, so lange es irgend möglich ist.
Ich muss mich auch darüber beschweren, dass man mir noch immer nicht die letzten Hefte des Anbruch geschickt hat, obwohl ich
mehreremale darum gebeten habe. Dann hat man mir vom Jahrbuch1
nur ein Exemplar geschickt, wo ich doch als Mitarbeiter auf mehrere Anspruch machen kann. Bitte also wenigstens noch 2 Exem
plare zu senden oder ein paar Separatabdrucke meines
Artikels, da ich die für meine
Mappen benötige.
Bitte teilen Sie mir mit, ob meine Chöre2
schon im Stich sind.
Bis jetzt hat man mir noch nicht ein Wort gesagt über Format und Stichanordnung. Sonst war das
doch Usus.
Hat man bei der Kantate3 bedacht, dass, da sie mit Klavierbegleitung ist, die Partitur so gross sein muss, dass man daraus
spielen kann? Der Stich muss aber doch nicht übermässig gross sein, da man sich ja
jetzt daran gewöhnt hat, aus kleineren Noten zu spielen.
Mir geht es im ganzen (bis auf meine Gesundheit) hier sehr gut. Wie geht es
Ihnen? Ich habe gedacht, Sie Ende Februar hier
zu sehen!
Herzlichste Grüsse; Ihr
Arnold Schönberg
Jahrbuch
Heinsheimer-Stefan
1926 (Exemplare aus dem Schönberg-Nachlass; BOOK F11, c.1; BOOK
F11, c.2).
Chöre
Kantate
Arnold
Schönberg, Drei Satiren für gemischten Chor op. 28: Der neue
Klassizismus op. 28/3.
2. März 1926
4. März 1926
Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection
Wien
Archiv
Universal Edition Collection
Brief
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 2. März 1926, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.1187.