Verlag Dreililien an Arnold Schönberg
16. November 1903
Lieber Herr Schönberg
Ich erwarte also Ihren
längeren Brief1 und Ihre
neuen Lieder, von denen
ich hoffe, dass sie recht
schön sein werden. An
Wiener Musikalienhand-
lungen Ihre Lieder2 zu
schicken, ist nicht an-
gängig. Die Handl. „wählen“
und nehmen unverlangte
à. C. Sendungen (Ansichts-S.)
nicht an. Wenn also
eine ganz nette Anzahl
Ihrer Bekannten fest
entschlossen ist, so soll
sie nur fest und unent-
wegt bestellen. Feste Be-
stellungen nimmt jede
Handlung gern entgegen.
Gutmann, mit dem allein
längeren Brief1 und Ihre
neuen Lieder, von denen
ich hoffe, dass sie recht
schön sein werden. An
Wiener Musikalienhand-
lungen Ihre Lieder2 zu
schicken, ist nicht an-
gängig. Die Handl. „wählen“
und nehmen unverlangte
à. C. Sendungen (Ansichts-S.)
nicht an. Wenn also
eine ganz nette Anzahl
Ihrer Bekannten fest
entschlossen ist, so soll
sie nur fest und unent-
wegt bestellen. Feste Be-
stellungen nimmt jede
Handlung gern entgegen.
Gutmann, mit dem allein
wir eine Art Abkommen
getroffen haben, kriegt Ihre
Lieder noch heute.
getroffen haben, kriegt Ihre
Lieder noch heute.
Hat Busoni nicht Lust
Ihre symph. Dichtung zu
machen?3 Haben Sie sonst
irgendwo Aussicht4? Nun,
wir müssen nach der län-
geren Pause nächstes Mal
wieder Pläne schmieden. –
Nutzen Sie nur Ihre
sämmtlichen Verbindungen
mit Sängern aus – Propa-
ganda-Exemplare stehen
Ihnen zur Verfügung. Es
wäre famos, wenn Sie an
Wüllner herankönnten.
Ihre symph. Dichtung zu
machen?3 Haben Sie sonst
irgendwo Aussicht4? Nun,
wir müssen nach der län-
geren Pause nächstes Mal
wieder Pläne schmieden. –
Nutzen Sie nur Ihre
sämmtlichen Verbindungen
mit Sängern aus – Propa-
ganda-Exemplare stehen
Ihnen zur Verfügung. Es
wäre famos, wenn Sie an
Wüllner herankönnten.
Also – fürchten Sie
nicht, dass ich immer
so mangelhaft auf
Ihre Briefe reagieren
werde – das kam nur
einmal so.
nicht, dass ich immer
so mangelhaft auf
Ihre Briefe reagieren
werde – das kam nur
einmal so.
Herzliche Grüsse
Ihres
Ihres
Brief
Lieder
Hat Busoni nicht Lust Ihre
symph. Dichtung zu machen?
Schönberg
war bereits bzgl. einer Aufführung von Pelleas
und Melisande op. 5 an Ferruccio
Busoni herangetreten (Arnold Schönberg an Ferruccio
Busoni, 10. September 1903; ASCC
111). Busoni bestätigte
die Durchsicht der Partitur, stellte aber keine Aufführung in Aussicht
(Ferruccio Busoni an Arnold Schönberg, 14. Oktober 1903; ASCC
19511).
Aussicht
Es hatte bereits erfolglose Versuche gegeben,
eine Aufführung zu anzubahnen: Im zeitlichen Umfeld etwa Alexander Zemlinskys Bemühungen um eine
Aufführung in Wien unter seiner
Leitung (Alexander Zemlinsky an Arnold Schönberg, 29. Mai 1903; ASCC
18598); erfolglose Initiativen bei Arthur Nikisch und Felix
Weingartner (Arnold Schönberg an Ferruccio Busoni, 10.
September 1903; ASCC
111).
Lieber Herr Schönberg
Ich erwarte also Ihren längeren Brief1 und Ihre neuen Lieder, von denen
ich hoffe, dass sie recht schön sein werden. An
Wiener Musikalienhandlungen Ihre Lieder2 zu schicken, ist nicht angängig. Die Handl. „wählen“ und nehmen unverlangte
à Conto Sendungen (Ansichts[?]-S.) nicht an. Wenn also eine ganz nette Anzahl Ihrer
Bekannten fest entschlossen ist, so soll sie nur fest und unentwegt bestellen. Feste Bestellungen nimmt jede Handlung gern entgegen.
Gutmann, mit dem allein wir eine Art Abkommen getroffen haben, kriegt Ihre Lieder noch
heute.
Hat Busoni nicht Lust Ihre
symph. Dichtung zu machen?3 Haben Sie sonst irgendwo Aussicht4? Nun, wir müssen nach der längeren Pause nächstes Mal wieder Pläne schmieden. –
Nutzen Sie nur Ihre sämmtlichen Verbindungen mit Sängern aus –
Propaganda-Exemplare stehen Ihnen zur Verfügung. Es wäre
famos, wenn Sie an
Wüllner herankönnten.
Also – fürchten Sie nicht, dass ich immer so mangelhaft auf Ihre
Briefe reagieren werde – das kam nur einmal so.
Brief
Lieder
Hat Busoni nicht Lust Ihre
symph. Dichtung zu machen?
Schönberg
war bereits bzgl. einer Aufführung von Pelleas
und Melisande op. 5 an Ferruccio
Busoni herangetreten (Arnold Schönberg an Ferruccio
Busoni, 10. September 1903; ASCC
111). Busoni bestätigte
die Durchsicht der Partitur, stellte aber keine Aufführung in Aussicht
(Ferruccio Busoni an Arnold Schönberg, 14. Oktober 1903; ASCC
19511).
Aussicht
Es hatte bereits erfolglose Versuche gegeben,
eine Aufführung zu anzubahnen: Im zeitlichen Umfeld etwa Alexander Zemlinskys Bemühungen um eine
Aufführung in Wien unter seiner
Leitung (Alexander Zemlinsky an Arnold Schönberg, 29. Mai 1903; ASCC
18598); erfolglose Initiativen bei Arthur Nikisch und Felix
Weingartner (Arnold Schönberg an Ferruccio Busoni, 10.
September 1903; ASCC
111).
16. November 1903
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Verlag Dreililien an Arnold Schönberg, 16. November 1903, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.12376.