Verlag Dreililien an Arnold Schönberg
27. Februar 1905
Lieber Herr Schönberg
Ich gratuliere! Das sind ja glänzende
Kritiken1! Hat sich Busoni bei Ihnen gemeldet?2
Hoffentlich entschliesst er sich Ihre symph. Dich-
tung im nächsten Winter zu machen. Wir wer-
den dann die saftigsten Stellen aus den Kritiken
herausziehen, drucken lassen und an die Berliner
Kritik versenden! Vielleicht glückt es uns ihren
Widerspruchsgeist zu erregen. Fatal ist ja die wohl-
wollende, fast mitleidige Schätzung, die Zemlinsky
erfahren hat! Haben Sie nun noch etwas an der
Kritiken1! Hat sich Busoni bei Ihnen gemeldet?2
Hoffentlich entschliesst er sich Ihre symph. Dich-
tung im nächsten Winter zu machen. Wir wer-
den dann die saftigsten Stellen aus den Kritiken
herausziehen, drucken lassen und an die Berliner
Kritik versenden! Vielleicht glückt es uns ihren
Widerspruchsgeist zu erregen. Fatal ist ja die wohl-
wollende, fast mitleidige Schätzung, die Zemlinsky
erfahren hat! Haben Sie nun noch etwas an der
Partitur geändert? Die Länge – die Länge – ! Mahlers
„Fünfte“ spielt 1 1/2 Stdn – es ist nicht auszuhalten –
unter uns: ein sehr schwaches Werk! Uebrigens:
Sie müssen die letzte Korrektur der Sextett-Parti-
tur3 haben! Sehen Sie doch mal zu. Wann kommen
endlich die Stimmen? Und dann: ich habe Ihnen,
als Sie noch in Berlin waren, die Gedichte von Keller
und Meyer geborgt4! Wo sind sie? Die beiden Cou-
plets möchte ich auch zurückhaben! Schrieb ich
Ihnen schon, dass Eyken von Ihrer Instrumen-
tation sehr entzückt ist? Die Partitur5 zu
„Pelléas und Mélisande“ möchte ich gern demnächst haben
– !
„Fünfte“ spielt 1 1/2 Stdn – es ist nicht auszuhalten –
unter uns: ein sehr schwaches Werk! Uebrigens:
Sie müssen die letzte Korrektur der Sextett-Parti-
tur3 haben! Sehen Sie doch mal zu. Wann kommen
endlich die Stimmen? Und dann: ich habe Ihnen,
als Sie noch in Berlin waren, die Gedichte von Keller
und Meyer geborgt4! Wo sind sie? Die beiden Cou-
plets möchte ich auch zurückhaben! Schrieb ich
Ihnen schon, dass Eyken von Ihrer Instrumen-
tation sehr entzückt ist? Die Partitur5 zu
„Pelléas und Mélisande“ möchte ich gern demnächst haben
– !
Mit besten Grüssen auch an Ihre
Frau Gemahlin Ihr Max Marschalk
Frau Gemahlin Ihr Max Marschalk
glänzende Kritiken
25. Jänner 1905,
Wien, Musikverein, Großer
Musikvereinssaal, Vereinigung schaffender Tonkünstler
in Wien, 2. Orchesterkonzert
Anzahl und Titel unbekannt; Rezensionen aus dem Schönberg-Nachlass:
Komorzynski 1905; Illustriertes Wiener Extrablatt 26. Jänner 1905; Neue Freie Presse, 27. Jänner 1905; Das Vaterland, 29. Jänner 1905; Karpath 30. Jänner 1905; Montags-Revue, 30. Jänner 1905; Kauders, 1. Februar 1905; Deutsches Volksblatt, 1. Februar 1905; Wiener Zeitung, 1. Februar 1905; Wochenschrift für Kunst und Musik, 1. Februar 1905; Wiener Allgemeine Zeitung, 2. Februar 1905; Korngold, 3. Februar 1905; Leipziger Tageblatt, 3. Februar 1905; Neue musikalische Presse, 4. Februar 1905; Österreichische Volks-Zeitung, 7. Februar 1905; Graf, 8. Februar 1905; Helm, 8. Februar 1905; Neue Musikzeitung, 15. Februar 1905; Bach, 17. Februar 1905; Geisler, 17. Februar 1905; Wiener Sonn- und Montags-Zeitung, 20. Februar 1905; Politik, 21. Februar 1905; Stauber, 30. Jänner 1905; Die Zeit, 31. Jänner 1905; Grube, 22. Februar 1905; Marschalk, 23. Februar 1905; Musikalisches Wochenblatt, 23. Februar 1905; Wochenschrift für Kunst und Musik, 1. April 1905.
Hat sich Busoni bei Ihnen
gemeldet?
1904/1905 keine
Korrespondenz mit Ferruccio Busoni
erhalten.
Korrektur der Sextett-Partitur
Die Autographe Reinschrift (ASGA B 22, Quelle B) enthält Änderungen, deren Ausführung
nicht datiert werden kann.
Gedichte von Keller
und Meyer geborgt
Exemplare mit Namensvermerk
„Marschalk“ im
Schönberg-Nachlass: Keller
1884 (BOOK K22); Meyer 1892 (BOOK M44).
Partitur
Nachgewiesene Quellen: Partiturreinschrift,
autograph (ASGA B 10, Quelle C); Partiturabschrift, möglicherweise
autograph; zugleich Autographiervorlage für den Erstdruck, verschollen
(ASGA B 10, Quelle G*). Die Existenz einer Partiturabschrift
geht aus Verlag Dreililien an Arnold
Schönberg, 15. Oktober 1908 hervor; Herstellungszeitpunkt
nicht ermittelt.
Lieber Herr Schönberg
Ich gratuliere! Das sind ja glänzende Kritiken1! Hat sich Busoni bei Ihnen
gemeldet?2
Hoffentlich entschliesst er sich Ihre symph. Dichtung im nächsten Winter zu machen. Wir werden dann die saftigsten Stellen aus den Kritiken
herausziehen, drucken lassen und an die Berliner
Kritik versenden! Vielleicht glückt es uns ihren Widerspruchsgeist zu
erregen. Fatal ist ja die wohlwollende, fast mitleidige Schätzung, die Zemlinsky
erfahren hat! Haben Sie nun noch etwas an der
Partitur geändert? Die Länge – die Länge – ! Mahlers
„Fünfte“ spielt 1 1/2 Stdn – es ist nicht
auszuhalten – unter uns: ein sehr schwaches Werk! Uebrigens: Sie müssen die letzte Korrektur der Sextett-Partitur3 haben! Sehen Sie doch mal zu. Wann kommen endlich die Stimmen? Und
dann: ich habe Ihnen, als Sie noch in Berlin waren, die Gedichte von Keller
und Meyer geborgt4! Wo sind sie? Die beiden Couplets möchte ich auch
zurückhaben! Schrieb ich Ihnen schon, dass Eyken von Ihrer Instrumentation sehr entzückt ist? Die Partitur5 zu „Pelléas und Mélisande“ möchte ich
gern demnächst haben – !
Mit besten Grüssen auch an Ihre Frau Gemahlin Ihr
Max Marschalk
glänzende Kritiken
25. Jänner 1905,
Wien, Musikverein, Großer
Musikvereinssaal, Vereinigung schaffender Tonkünstler
in Wien, 2. Orchesterkonzert
Anzahl und Titel unbekannt; Rezensionen aus dem Schönberg-Nachlass:
Komorzynski 1905; Illustriertes Wiener Extrablatt 26. Jänner 1905; Neue Freie Presse, 27. Jänner 1905; Das Vaterland, 29. Jänner 1905; Karpath 30. Jänner 1905; Montags-Revue, 30. Jänner 1905; Kauders, 1. Februar 1905; Deutsches Volksblatt, 1. Februar 1905; Wiener Zeitung, 1. Februar 1905; Wochenschrift für Kunst und Musik, 1. Februar 1905; Wiener Allgemeine Zeitung, 2. Februar 1905; Korngold, 3. Februar 1905; Leipziger Tageblatt, 3. Februar 1905; Neue musikalische Presse, 4. Februar 1905; Österreichische Volks-Zeitung, 7. Februar 1905; Graf, 8. Februar 1905; Helm, 8. Februar 1905; Neue Musikzeitung, 15. Februar 1905; Bach, 17. Februar 1905; Geisler, 17. Februar 1905; Wiener Sonn- und Montags-Zeitung, 20. Februar 1905; Politik, 21. Februar 1905; Stauber, 30. Jänner 1905; Die Zeit, 31. Jänner 1905; Grube, 22. Februar 1905; Marschalk, 23. Februar 1905; Musikalisches Wochenblatt, 23. Februar 1905; Wochenschrift für Kunst und Musik, 1. April 1905.
Hat sich Busoni bei Ihnen
gemeldet?
1904/1905 keine
Korrespondenz mit Ferruccio Busoni
erhalten.
Korrektur der Sextett-Partitur
Die Autographe Reinschrift (ASGA B 22, Quelle B) enthält Änderungen, deren Ausführung
nicht datiert werden kann.
Gedichte von Keller
und Meyer geborgt
Exemplare mit Namensvermerk
„Marschalk“ im
Schönberg-Nachlass: Keller
1884 (BOOK K22); Meyer 1892 (BOOK M44).
Partitur
Nachgewiesene Quellen: Partiturreinschrift,
autograph (ASGA B 10, Quelle C); Partiturabschrift, möglicherweise
autograph; zugleich Autographiervorlage für den Erstdruck, verschollen
(ASGA B 10, Quelle G*). Die Existenz einer Partiturabschrift
geht aus Verlag Dreililien an Arnold
Schönberg, 15. Oktober 1908 hervor; Herstellungszeitpunkt
nicht ermittelt.
27. Februar 1905
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Verlag Dreililien an Arnold Schönberg, 27. Februar 1905, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.12386.