Universal-Edition an Arnold Schönberg
21. März 1914
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 21. März 1914.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 21. März 1914.
W
Wohlgeboren
Herrn Arnold Schönberg
Lieber Herr Schönberg!
Ihre, am 18. ds. abends aufgegebene Karte1 ist leider erst
gestern, den 20sten hier eingelangt und da ich gestern zufolge einer
langen Sitzung nicht mehr zur Beantwortung derselben gelangt bin,
so kann ich in Bezug auf die Pierrot-Bürstenabzüge gar nicht mehr
disponieren, denn Sie haben dieselben offenbar nicht abgesandt und
behalten sie über die Aufführung. Diese Partitur soll absolut nicht
früher gedruckt werden, bis nicht durch sorgfältige Korrektur alle
Fehler eliminiert sind und ohne gründlichen Vergleich mit der Origi-
nal-Partitur2, ist dies ohnehin nicht möglich. Ich bitte Sie, mir –
sobald Sie die Original-Partitur entbehren können – diese mit dem
Korrekturabzug anherzusenden, damit Herr v. Wöss noch eine letzte
Korrektur liest und daraufhin die Drucklegung erfolge.
gestern, den 20sten hier eingelangt und da ich gestern zufolge einer
langen Sitzung nicht mehr zur Beantwortung derselben gelangt bin,
so kann ich in Bezug auf die Pierrot-Bürstenabzüge gar nicht mehr
disponieren, denn Sie haben dieselben offenbar nicht abgesandt und
behalten sie über die Aufführung. Diese Partitur soll absolut nicht
früher gedruckt werden, bis nicht durch sorgfältige Korrektur alle
Fehler eliminiert sind und ohne gründlichen Vergleich mit der Origi-
nal-Partitur2, ist dies ohnehin nicht möglich. Ich bitte Sie, mir –
sobald Sie die Original-Partitur entbehren können – diese mit dem
Korrekturabzug anherzusenden, damit Herr v. Wöss noch eine letzte
Korrektur liest und daraufhin die Drucklegung erfolge.
Ich bin gerne bereit, Ihrer Anregung zu entsprechen und
zunächst sogleich die George-Lieder stechen zu lassen. Ich bitte
Sie, mir zu diesem Behufe ein absolut stichreifes Manuskript3 baldigst
einzusenden. Sobald dieser Stich beendet sein wird, kann das
„Monodram“ folgen.
zunächst sogleich die George-Lieder stechen zu lassen. Ich bitte
Sie, mir zu diesem Behufe ein absolut stichreifes Manuskript3 baldigst
einzusenden. Sobald dieser Stich beendet sein wird, kann das
„Monodram“ folgen.
Was Ihre Reklamation über eine nicht beantwortete
Zuschrift
betrifft, so ist mir davon nichts bekannt. Sie haben am 11. Februar
in Angelegenheit der Verrechnung „Harmonielehre“ bei mir reklamiert
und auf diese Zuschrift habe ich am 13. Februar in einem ausführlichen
Schreiben geantwortet. Ein anderer Brief liegt nicht vor und ich muss
annehmen, dass Etwas in Verlust geraten ist, da ich von Ihnen auch
niemals eine Anfrage wegen eines gebundenen Gurrelieder-Auszuges
erhielt. Ich bitte Sie, mir vielleicht eine Kopie oder den Inhalt
des betreffenden Schreibens zukommen zu lassen, damit dasselbe dann
sofort erledigt wird.
betrifft, so ist mir davon nichts bekannt. Sie haben am 11. Februar
in Angelegenheit der Verrechnung „Harmonielehre“ bei mir reklamiert
und auf diese Zuschrift habe ich am 13. Februar in einem ausführlichen
Schreiben geantwortet. Ein anderer Brief liegt nicht vor und ich muss
annehmen, dass Etwas in Verlust geraten ist, da ich von Ihnen auch
niemals eine Anfrage wegen eines gebundenen Gurrelieder-Auszuges
erhielt. Ich bitte Sie, mir vielleicht eine Kopie oder den Inhalt
des betreffenden Schreibens zukommen zu lassen, damit dasselbe dann
sofort erledigt wird.
Die mir eingesandten, verschiedenen in- und ausländischen
Kritiken habe ich dankend erhalten; dieselben werden hier gesammelt
und sorgfältig aufbewahrt, leisten mir für Propagandazwecke sehr gute
Dienste und ich bitte Sie, mir stets alles, was Sie erhalten und
sich nicht direkt persönlich aufbewahren wollen, zuzusenden. Das
Material kann natürlich jederzeit wieder an Sie zurückgegeben werden.
Kritiken habe ich dankend erhalten; dieselben werden hier gesammelt
und sorgfältig aufbewahrt, leisten mir für Propagandazwecke sehr gute
Dienste und ich bitte Sie, mir stets alles, was Sie erhalten und
sich nicht direkt persönlich aufbewahren wollen, zuzusenden. Das
Material kann natürlich jederzeit wieder an Sie zurückgegeben werden.
Mit vielen herzlichen Grüssen
Ihr Ihnen aufrichtig ergebener
N. S.
Ich hätte gerne von Ihnen gehört, wie die
Sache mit der Amsterdamer Gurrelieder Aufführung steht
und ob Sie auch etwas wegen des Kaufpreises4
gesprochen haben, wie Sie das tun wollten.
Ich hätte gerne von Ihnen gehört, wie die
Sache mit der Amsterdamer Gurrelieder Aufführung steht
und ob Sie auch etwas wegen des Kaufpreises4
gesprochen haben, wie Sie das tun wollten.
Karte
Original-Partitur
Sammelautograph. Gebundenes
Konvolut von autographen Reinschriften aller 21 Nummern mit den
Zwischenspielen (ASGA B 24/1, Quelle C).
stichreifes Manuskript
2. Reinschrift. Stichvorlage für
den Originaldruck (ASGA B
1/2, Quelle B).
Kaufpreises
Der Vorstand des
Chorvereines Gesellschaft zur Beförderung der
Tonkunst knüpfte die Realisierung einer Gurre-Lieder-Aufführung in Amsterdam an die Bedingung, das
Orchester- und Chormaterial nicht leihweise, sondern käuflich zu
erwerben. Schönberg hielt im
Sommer Proben ab, die Aufführung
fand kriegsbedingt jedoch nicht statt (Willem Mengelberg an Arnold
Schönberg, 4. März 1914; ASCC 14249; Algemeen Handelsblad 1914).
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 21. März 1914.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 21. März 1914.
W
Lieber Herr Schönberg!
Ihre, am 18. ds. abends aufgegebene Karte1 ist leider erst gestern, den 20sten
hier eingelangt und da ich gestern zufolge einer langen Sitzung nicht mehr
zur Beantwortung derselben gelangt bin, so kann ich in Bezug auf die Pierrot-Bürstenabzüge gar nicht mehr
disponieren, denn Sie haben dieselben offenbar nicht abgesandt und
behalten sie über die Aufführung. Diese Partitur
soll absolut nicht früher gedruckt werden, bis nicht durch sorgfältige
Korrektur alle Fehler eliminiert sind und ohne gründlichen Vergleich mit
der Original-Partitur2, ist dies ohnehin nicht möglich. Ich bitte Sie, mir – sobald Sie die
Original-Partitur entbehren können – diese mit dem Korrekturabzug
anherzusenden, damit Herr v. Wöss noch eine
letzte Korrektur liest und daraufhin die Drucklegung erfolge.
Ich bin gerne bereit, Ihrer Anregung zu entsprechen und zunächst sogleich
die George-Lieder stechen zu lassen. Ich bitte
Sie, mir zu diesem Behufe ein absolut stichreifes Manuskript3 baldigst einzusenden. Sobald dieser Stich beendet sein wird, kann
das „Monodram“ folgen.
Was Ihre Reklamation über eine nicht beantwortete
Zuschrift betrifft, so ist mir davon nichts bekannt. Sie haben am 11. Februar
in Angelegenheit der Verrechnung „Harmonielehre“ bei mir reklamiert und auf diese Zuschrift habe ich am 13.
Februar in einem ausführlichen
Schreiben geantwortet. Ein anderer Brief liegt
nicht vor und ich muss annehmen, dass Etwas in Verlust geraten ist, da ich
von Ihnen auch niemals eine Anfrage wegen eines gebundenen Gurrelieder-Auszuges erhielt. Ich bitte Sie,
mir vielleicht eine Kopie oder den Inhalt des betreffenden Schreibens
zukommen zu lassen, damit dasselbe dann sofort erledigt wird.
Die mir eingesandten, verschiedenen in- und ausländischen Kritiken habe ich
dankend erhalten; dieselben werden hier gesammelt und sorgfältig
aufbewahrt, leisten mir für Propagandazwecke sehr gute Dienste und ich
bitte Sie, mir stets alles, was Sie erhalten und sich nicht direkt
persönlich aufbewahren wollen, zuzusenden. Das Material kann natürlich
jederzeit wieder an Sie zurückgegeben werden.
N. S.
Ich hätte gerne von Ihnen gehört, wie die Sache mit der Amsterdamer
Gurrelieder Aufführung steht und ob Sie auch etwas wegen des Kaufpreises4
gesprochen haben, wie Sie das tun wollten.
Karte
Original-Partitur
Sammelautograph. Gebundenes
Konvolut von autographen Reinschriften aller 21 Nummern mit den
Zwischenspielen (ASGA B 24/1, Quelle C).
stichreifes Manuskript
2. Reinschrift. Stichvorlage für
den Originaldruck (ASGA B
1/2, Quelle B).
Kaufpreises
Der Vorstand des
Chorvereines Gesellschaft zur Beförderung der
Tonkunst knüpfte die Realisierung einer Gurre-Lieder-Aufführung in Amsterdam an die Bedingung, das
Orchester- und Chormaterial nicht leihweise, sondern käuflich zu
erwerben. Schönberg hielt im
Sommer Proben ab, die Aufführung
fand kriegsbedingt jedoch nicht statt (Willem Mengelberg an Arnold
Schönberg, 4. März 1914; ASCC 14249; Algemeen Handelsblad 1914).
21. März 1914
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 21. März 1914, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.17523.