Universal-Edition an Arnold Schönberg
17. April 1926
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegr.-Adr.: Musikedition, Wien, A.B.C. Code 5th Ed. Mosse Code.
Telefon No 51351, 51352. Bank-Konto: Zentral-Europä-
ische Länderbank Wien. Postsparkassen-Kto. 57557.
Wien, 17. April 1926.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegr.-Adr.: Musikedition, Wien, A.B.C. Code 5th Ed. Mosse Code.
Telefon No 51351, 51352. Bank-Konto: Zentral-Europä-
ische Länderbank Wien. Postsparkassen-Kto. 57557.
Wien, 17. April 1926.
D/M.
Herrn
Professor Arnold Schönberg,
BERLIN-CHARLOTTENBURG 2,
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Ich war in der ersten Woche nach meiner Rückkehr
aus Berlin so mit Arbeit überhäuft, dass ich Ihnen gar nicht
schreiben konnte. Nun will ich aber, bevor ich wieder auf Rei-
sen gehe, Ihnen einiges berichten.
aus Berlin so mit Arbeit überhäuft, dass ich Ihnen gar nicht
schreiben konnte. Nun will ich aber, bevor ich wieder auf Rei-
sen gehe, Ihnen einiges berichten.
Aus Amerika kam ein Telegramm, dass
Stock,
Chicago, die Bedingungen für die „GURRELIEDER“ verlangt. Ich
habe ausführlich zurückgeschrieben, dass ich über die „Gurre-
lieder“ für Amerika zunächst nur dann verfügen möchte, wenn da-
mit eine Reise resp. Tournee für Sie in Betracht käme. Viel-
leicht wird in Chicago das, was in New York misslungen1 ist,
leichter gehen und wir wollen ja sehen, was Stock über die
Sache meldet. Eine andere Sache, die Sie interessieren dürfte,
betrifft die „Glückliche Hand“. Bruno Walter wäre nicht
abgeneigt, das Werk in Berlin herauszubringen. Der Plan steckt
noch in den ersten Ansätzen. Haben Sie die Möglichkeit, sich
mit Walter persönlich über die Sache zu unterhalten?
Chicago, die Bedingungen für die „GURRELIEDER“ verlangt. Ich
habe ausführlich zurückgeschrieben, dass ich über die „Gurre-
lieder“ für Amerika zunächst nur dann verfügen möchte, wenn da-
mit eine Reise resp. Tournee für Sie in Betracht käme. Viel-
leicht wird in Chicago das, was in New York misslungen1 ist,
leichter gehen und wir wollen ja sehen, was Stock über die
Sache meldet. Eine andere Sache, die Sie interessieren dürfte,
betrifft die „Glückliche Hand“. Bruno Walter wäre nicht
abgeneigt, das Werk in Berlin herauszubringen. Der Plan steckt
noch in den ersten Ansätzen. Haben Sie die Möglichkeit, sich
mit Walter persönlich über die Sache zu unterhalten?
Und nun muss ich Ihnen eine mir nicht angenehme Mit-
teilung machen. Der Humor unseres Anbruch-Redaktions-Komitees,
der, wie ich Ihnen schon persönlich mitgeteilt habe, so spärlich
teilung machen. Der Humor unseres Anbruch-Redaktions-Komitees,
der, wie ich Ihnen schon persönlich mitgeteilt habe, so spärlich
war, dass ich
wenig Hoffnung hatte, das diesjährige Abbruch-
Heft2 herauszubekommen, ist vollständig versiegt und hat die
Humorlosigkeit einen Grad erreicht, der zu dem Entschluss
führte, trotz Ihrer (den anderen nicht bekannten) ausgezeichneten Beiträge den diesjährigen
Abbruch überhaupt fallen zu lassen. Ich musste meinen Mit-
arbeitern immerhin recht geben, dass man weder von ihnen noch
von den Lesern jetzt jene Faschingsstimmung verlangen dürfte, die für
den Erfolg des Abbruches unerlässlich ist. Wir wollen also,
um nicht die Idee des Abbruchs zu diskreditieren, lieber bis
zum nächsten Fasching warten und hoffen, dass dann allen Be-
teiligten das Richtige einfällt. Ich glaube, dass einige Ihrer
glänzenden, mir mitgegebenen Beiträge bis dahin ihre Aktualität
nicht verloren haben werden und wenn Sie mir gestatten würden,
dass ich das Manuskript inzwischen wohl verwahrt hier behalte,
würde ich das gerne tun. Anderenfalls stelle ich es Ihnen selbst-
verständlich wieder zurück. Es ist nicht unmöglich, dass ich auf
der Durchreise zwischen Bremen und Breslau innerhalb der
nächsten 8–10 Tage nach Berlin komme und ich lasse gleichzeitig
bei Ihrer Frau Schwiegermutter wegen des Präparates, das Sie in
Berlin nicht bekommen, anfragen und hoffe, es Ihnen mitbringen
zu können.
Heft2 herauszubekommen, ist vollständig versiegt und hat die
Humorlosigkeit einen Grad erreicht, der zu dem Entschluss
führte, trotz Ihrer (den anderen nicht bekannten) ausgezeichneten Beiträge den diesjährigen
Abbruch überhaupt fallen zu lassen. Ich musste meinen Mit-
arbeitern immerhin recht geben, dass man weder von ihnen noch
von den Lesern jetzt jene Faschingsstimmung verlangen dürfte, die für
den Erfolg des Abbruches unerlässlich ist. Wir wollen also,
um nicht die Idee des Abbruchs zu diskreditieren, lieber bis
zum nächsten Fasching warten und hoffen, dass dann allen Be-
teiligten das Richtige einfällt. Ich glaube, dass einige Ihrer
glänzenden, mir mitgegebenen Beiträge bis dahin ihre Aktualität
nicht verloren haben werden und wenn Sie mir gestatten würden,
dass ich das Manuskript inzwischen wohl verwahrt hier behalte,
würde ich das gerne tun. Anderenfalls stelle ich es Ihnen selbst-
verständlich wieder zurück. Es ist nicht unmöglich, dass ich auf
der Durchreise zwischen Bremen und Breslau innerhalb der
nächsten 8–10 Tage nach Berlin komme und ich lasse gleichzeitig
bei Ihrer Frau Schwiegermutter wegen des Präparates, das Sie in
Berlin nicht bekommen, anfragen und hoffe, es Ihnen mitbringen
zu können.
Ich denke noch mit Vergnügen an die Stunden, die ich
mit Ihnen und Ihrer lieben Frau verbringen durfte und verbleibe
mit vielen herzlichen Grüssen an Sie Beide
mit Ihnen und Ihrer lieben Frau verbringen durfte und verbleibe
mit vielen herzlichen Grüssen an Sie Beide
in New
York misslungen
Im Dezember 1916 wurde
erstmals eine Gurre-Lieder-Aufführung in
New York erwogen. Mit dem
Kriegseintritt Amerikas waren
diese Pläne jedoch hinfällig geworden (ASGA B 16/3, S. 77). Weitere
USA-Aufführungsinteressen von
Artur Bodanzky, Leopold Stokowski, Frederick Stock und Ossip Gabrilowitsch
scheiterten an Schönbergs Beharren
auf einer Erstaufführung unter seiner Leitung bzw. einer Tournee (ASGA B 16/3, S.
75).
Abbruch- Heft
Faschingsblätter für neue
Musik; in den Jahren 1924 und 1925 erschienene Parodie auf die von der UE herausgegebene Zeitschrift Musikblätter des Anbruch (Krones 1997).
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
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Musikvereinsgebäude
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Telefon No 51351, 51352. Bank-Konto: Zentral-Europä-
ische Länderbank Wien. Postsparkassen-Kto. 57557.
Wien, 17. April 1926.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegr.-Adr.: Musikedition, Wien, A.B.C. Code 5th Ed. Mosse Code.
Telefon No 51351, 51352. Bank-Konto: Zentral-Europä-
ische Länderbank Wien. Postsparkassen-Kto. 57557.
Wien, 17. April 1926.
D/M.
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Ich war in der ersten Woche nach meiner Rückkehr aus Berlin so mit Arbeit überhäuft, dass ich Ihnen
gar nicht schreiben konnte. Nun will ich aber, bevor ich wieder auf Reisen gehe, Ihnen einiges berichten.
Aus Amerika kam ein Telegramm, dass
Stock,
Chicago, die Bedingungen für die „GURRELIEDER“ verlangt. Ich habe ausführlich
zurückgeschrieben, dass ich über die „Gurrelieder“ für Amerika zunächst nur dann verfügen möchte, wenn damit eine Reise resp. Tournee für Sie in Betracht käme. Vielleicht wird in Chicago
das, was in New
York misslungen1 ist, leichter gehen und wir wollen ja sehen, was
Stock über die Sache meldet. Eine
andere Sache, die Sie interessieren dürfte, betrifft die „Glückliche Hand“. Bruno
Walter wäre nicht abgeneigt, das Werk in Berlin herauszubringen. Der Plan steckt noch in den ersten
Ansätzen. Haben Sie die Möglichkeit, sich mit Walter persönlich über die Sache zu unterhalten?
Und nun muss ich Ihnen eine mir nicht angenehme Mitteilung machen. Der Humor unseres Anbruch-Redaktions-Komitees,der, wie ich Ihnen schon
persönlich mitgeteilt habe, so spärlich war, dass ich
wenig Hoffnung hatte, das diesjährige Abbruch-Heft2 herauszubekommen, ist vollständig versiegt und hat die
Humorlosigkeit einen Grad erreicht, der zu dem Entschluss führte,
trotz Ihrer (den anderen nicht bekannten)
ausgezeichneten Beiträge den diesjährigen
Abbruch überhaupt fallen zu lassen. Ich musste meinen Mitarbeitern immerhin recht geben, dass man weder von ihnen noch
von den Lesern jetzt jene Faschingsstimmung
verlangen dürfte, die für den Erfolg des Abbruches unerlässlich ist. Wir
wollen also, um nicht die Idee des Abbruchs zu diskreditieren, lieber bis
zum nächsten Fasching warten und hoffen, dass dann allen Beteiligten das Richtige einfällt. Ich glaube, dass einige Ihrer
glänzenden, mir mitgegebenen Beiträge bis dahin ihre Aktualität nicht
verloren haben werden und wenn Sie mir gestatten würden, dass ich das
Manuskript inzwischen wohl verwahrt hier behalte, würde ich das gerne tun.
Anderenfalls stelle ich es Ihnen selbstverständlich wieder zurück. Es ist nicht unmöglich, dass ich auf
der Durchreise zwischen Bremen und
Breslau innerhalb der nächsten
8–10 Tage nach Berlin komme und ich lasse
gleichzeitig bei Ihrer Frau Schwiegermutter wegen des Präparates, das Sie in
Berlin nicht bekommen, anfragen und
hoffe, es Ihnen mitbringen zu können.
Ich denke noch mit Vergnügen an die Stunden, die ich mit Ihnen und Ihrer
lieben Frau verbringen durfte und
verbleibe mit vielen herzlichen Grüssen an Sie Beide
in New
York misslungen
Im Dezember 1916 wurde
erstmals eine Gurre-Lieder-Aufführung in
New York erwogen. Mit dem
Kriegseintritt Amerikas waren
diese Pläne jedoch hinfällig geworden (ASGA B 16/3, S. 77). Weitere
USA-Aufführungsinteressen von
Artur Bodanzky, Leopold Stokowski, Frederick Stock und Ossip Gabrilowitsch
scheiterten an Schönbergs Beharren
auf einer Erstaufführung unter seiner Leitung bzw. einer Tournee (ASGA B 16/3, S.
75).
Abbruch- Heft
Faschingsblätter für neue
Musik; in den Jahren 1924 und 1925 erschienene Parodie auf die von der UE herausgegebene Zeitschrift Musikblätter des Anbruch (Krones 1997).
17. April 1926
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 17. April 1926, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.17657.