Universal-Edition an Arnold Schönberg
25. Juni 1923
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegr. Adr.: Musikedition, Wien, A. B. C. Code 5th Ed.
Telefon No 3228, 4533·Bank-Konto: Oesterr. Länder-
bank. Wien. Postsparkassen Konto: 57557.
Wien, am 25. Juni 1923.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegr. Adr.: Musikedition, Wien, A. B. C. Code 5th Ed.
Telefon No 3228, 4533·Bank-Konto: Oesterr. Länder-
bank. Wien. Postsparkassen Konto: 57557.
Wien, am 25. Juni 1923.
D/Ei
Herrn
Prof. Arnold Schönberg,
Verehrter Meister Schönberg!
Ich versuche es heute, Ihnen heute einen neuen Vor-
schlag zu unterbreiten, um einen Streit, den Sie allem Anschein nach
hervorzurufen gedenken, zu verhüten.
schlag zu unterbreiten, um einen Streit, den Sie allem Anschein nach
hervorzurufen gedenken, zu verhüten.
Ich erkläre mich bereit, Ihnen, insolange Sie
Ihre
Vertragsverpflichtungen erfüllen, eine einheitliche Auflagentantieme
von 10 % auf den schweizer Franken-Ladenpreis zu bezahlen. Dieses Zuge-
ständnis ist ein sehr weitgehendes und ich kann es mir ersparen, darü-
ber weitere Worte zu verlieren. Ihre Einkünfte würden dadurch in
automatischer Weise ausserordentlich erhöht. Für uns bedeutet das ein
grosses Opfer. Unter teilweiser Anlehnung an die Vorschläge meines
Schreibens vom 25. Mai würden nun folgende Abänderungen unseres Vertrages
resultieren:
Vertragsverpflichtungen erfüllen, eine einheitliche Auflagentantieme
von 10 % auf den schweizer Franken-Ladenpreis zu bezahlen. Dieses Zuge-
ständnis ist ein sehr weitgehendes und ich kann es mir ersparen, darü-
ber weitere Worte zu verlieren. Ihre Einkünfte würden dadurch in
automatischer Weise ausserordentlich erhöht. Für uns bedeutet das ein
grosses Opfer. Unter teilweiser Anlehnung an die Vorschläge meines
Schreibens vom 25. Mai würden nun folgende Abänderungen unseres Vertrages
resultieren:
I. Die Goldauflagentantieme würde vom 1. Juli 1923
an in Kraft treten.
an in Kraft treten.
II. Für das derzeit ablaufende Halbjahr erhalten Sie
die Berechnung für Exemplare, die verkauft sind, auch wenn sie nicht
bezahlt worden wären.
die Berechnung für Exemplare, die verkauft sind, auch wenn sie nicht
bezahlt worden wären.
III. Falls das Erträgnis für
die Zeit vom 1. Juli 1923
an pro Jahr gerechnet nicht mindestens 6000 schweizer Franken beträgt,
dann sollen Sie berechtigt sein, über die Hälfte Ihres künftigen Schaf-
an pro Jahr gerechnet nicht mindestens 6000 schweizer Franken beträgt,
dann sollen Sie berechtigt sein, über die Hälfte Ihres künftigen Schaf-
fens unter gewissen Voraussetzungen
anderweitig zu verfügen. Es
sollen dann Werke in einem Umfange, der annähernd jenem entspricht,
die im Rahmen der neuen Abmachung der U.E. überlassen wurden, einem
anderen Verlage überlassen werden können. Diese Werke sollen jedoch,
bevor sie an den anderen Verlag übergehen, der U.E. unter den glei-
chen Bedingungen angeboten werden, und nur, wenn diese von der U.E.
nicht akzeptiert werden würden, soll die anderweitige Ueberlassung
erfolgen.
sollen dann Werke in einem Umfange, der annähernd jenem entspricht,
die im Rahmen der neuen Abmachung der U.E. überlassen wurden, einem
anderen Verlage überlassen werden können. Diese Werke sollen jedoch,
bevor sie an den anderen Verlag übergehen, der U.E. unter den glei-
chen Bedingungen angeboten werden, und nur, wenn diese von der U.E.
nicht akzeptiert werden würden, soll die anderweitige Ueberlassung
erfolgen.
IV.
Die in dem erwähnten Schreiben erwähnte Formulierung
entfällt dadurch, weil wir ja jetzt einheitlich 10 % des Friedens-
Frankenpreises an Tantiemen bezahlen, unbeschadet dessen, dass die
österreichischen und namentlich die deutschen Ladenpreise nur einen
Bruchteil des Friedenspreises erreichen.
entfällt dadurch, weil wir ja jetzt einheitlich 10 % des Friedens-
Frankenpreises an Tantiemen bezahlen, unbeschadet dessen, dass die
österreichischen und namentlich die deutschen Ladenpreise nur einen
Bruchteil des Friedenspreises erreichen.
Ich hoffe, dass Sie es nun doch vorziehen werden, die Be-
ziehungen mit uns aufrecht zu erhalten, denn ich kann es mir, nachdem
ich Sie nun 15 Jahre lang kenne, nicht vorstellen, dass Sie lediglich
von materiellen Erwägungen geleitet, einen bindenden Pakt zerreissen
werden. Lassen Sie mich hoffen, dass Sie, da ich Ihnen durch mein Heu-
tiges bewiesen haben dürfte, welchen Wert ich auf den Fortbestand un-
serer Beziehungen lege, meine Vorschläge akzeptieren werden, damit wir
die Streitaxt begraben.
ziehungen mit uns aufrecht zu erhalten, denn ich kann es mir, nachdem
ich Sie nun 15 Jahre lang kenne, nicht vorstellen, dass Sie lediglich
von materiellen Erwägungen geleitet, einen bindenden Pakt zerreissen
werden. Lassen Sie mich hoffen, dass Sie, da ich Ihnen durch mein Heu-
tiges bewiesen haben dürfte, welchen Wert ich auf den Fortbestand un-
serer Beziehungen lege, meine Vorschläge akzeptieren werden, damit wir
die Streitaxt begraben.
In dieser Hoffnung verbleibe ich mit den herzlichsten Grüssen
Ihr
in warmer Verehrung ergebener
P. S. Bezüglich „Friede auf Erden“ wäre
Ihrerseits die Erklärung abzugeben, dass
Sie sich mit der Uebertragung der Plat-
ten und Vorräte seitens Dr. Tischers an
uns einverstanden erklären. Dieser hätte Ihnen
bis 1. Juli genaue Abrechnung zu erteilen,
während ab 1. Juli die Verrechnung mit Ihnen von
der U.E. aus zu geschehen hätte.
Ihrerseits die Erklärung abzugeben, dass
Sie sich mit der Uebertragung der Plat-
ten und Vorräte seitens Dr. Tischers an
uns einverstanden erklären. Dieser hätte Ihnen
bis 1. Juli genaue Abrechnung zu erteilen,
während ab 1. Juli die Verrechnung mit Ihnen von
der U.E. aus zu geschehen hätte.
Recommandirt
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegr. Adr.: Musikedition, Wien, A. B. C. Code 5th Ed.
Telefon No 3228, 4533·Bank-Konto: Oesterr. Länder-
bank. Wien. Postsparkassen Konto: 57557.
Wien, am 25. Juni 1923.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegr. Adr.: Musikedition, Wien, A. B. C. Code 5th Ed.
Telefon No 3228, 4533·Bank-Konto: Oesterr. Länder-
bank. Wien. Postsparkassen Konto: 57557.
Wien, am 25. Juni 1923.
D/Ei
Verehrter Meister Schönberg!
Ich versuche es heute, Ihnen einen neuen Vorschlag zu unterbreiten, um einen Streit, den
Sie allem Anschein nach hervorzurufen gedenken, zu verhüten.
Ich erkläre mich bereit, Ihnen, insolange Sie
Ihre Vertragsverpflichtungen erfüllen, eine einheitliche Auflagentantieme
von 10 % auf den schweizer
Franken-Ladenpreis zu bezahlen. Dieses Zugeständnis ist ein sehr weitgehendes und ich kann es mir ersparen,
darüber weitere Worte zu verlieren. Ihre
Einkünfte würden dadurch in automatischer Weise ausserordentlich erhöht. Für uns
bedeutet das ein grosses Opfer. Unter teilweiser Anlehnung an die Vorschläge
meines
Schreibens vom 25. Mai würden nun folgende Abänderungen unseres Vertrages
resultieren:
I. Die Goldauflagentantieme würde vom 1. Juli 1923
an in Kraft treten.
II. Für das derzeit ablaufende Halbjahr erhalten Sie die Berechnung für
Exemplare, die verkauft sind, auch wenn sie nicht bezahlt worden wären.
III. Falls das Erträgnis für
die Zeit vom 1. Juli 1923
an pro Jahr gerechnet nicht mindestens 6000 schweizer
Franken beträgt, dann sollen Sie berechtigt sein, über die Hälfte
Ihres künftigen Schaf
fens unter gewissen Voraussetzungen
anderweitig zu verfügen. Es
sollen dann Werke in einem Umfange, der annähernd jenem entspricht,
die im Rahmen der neuen Abmachung der U.E.
überlassen wurden, einem anderen Verlage überlassen werden können. Diese
Werke sollen jedoch, bevor sie an den anderen Verlag übergehen, der
U.E. unter den gleichen Bedingungen angeboten werden, und nur, wenn diese von der
U.E.
nicht akzeptiert werden würden, soll die anderweitige Ueberlassung
erfolgen.
IV.
Die in dem erwähnten Schreiben erwähnte Formulierung entfällt dadurch, weil wir
ja jetzt einheitlich 10 % des Friedens-Frankenpreises an Tantiemen
bezahlen, unbeschadet dessen, dass die
österreichischen und namentlich die deutschen Ladenpreise nur einen Bruchteil des Friedenspreises
erreichen.
Ich hoffe, dass Sie es nun doch vorziehen werden, die Beziehungen mit uns aufrecht zu erhalten, denn ich kann es mir,
nachdem ich Sie nun 15 Jahre lang kenne, nicht vorstellen, dass Sie
lediglich
von materiellen Erwägungen geleitet,
einen bindenden Pakt zerreissen werden. Lassen Sie mich hoffen, dass Sie,
da ich Ihnen durch mein Heutiges bewiesen haben dürfte, welchen Wert ich auf den
Fortbestand unserer Beziehungen lege, meine Vorschläge akzeptieren werden,
damit wir die Streitaxt begraben.
In dieser Hoffnung verbleibe ich mit den herzlichsten Grüssen
Ihr
in warmer Verehrung ergebener
Emil Hertzka
Emil Hertzka
P. S. Bezüglich „Friede auf Erden“ wäre
Ihrerseits die Erklärung abzugeben, dass Sie sich mit der
Uebertragung der Platten und Vorräte seitens Dr. Tischers an uns einverstanden erklären. Dieser hätte
Ihnen
bis 1. Juli genaue Abrechnung zu
erteilen, während ab 1. Juli die Verrechnung mit Ihnen von der
U.E. aus zu geschehen hätte.
Recommandirt
25. Juni 1923
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 25. Juni 1923, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.21777.