F. M. Geidel an Universal-Edition
19. Mai 1914
F. M. GEIDEL, LEIPZIG
Anstalt für
Notenstich, Notendruck und Anastatischen Druck
Stein- und Buchdruckerei, Notensatz, Stereotypie
Lithographie, Autographie und Buchbinderei
Fernsprecher 36 ···· Bank-Konto: Frege & Co., Leipzig
Leipzig, den 19. Mai 1914.
Wittenbergerstraße 23
Anstalt für
Notenstich, Notendruck und Anastatischen Druck
Stein- und Buchdruckerei, Notensatz, Stereotypie
Lithographie, Autographie und Buchbinderei
Fernsprecher 36 ···· Bank-Konto: Frege & Co., Leipzig
Leipzig, den 19. Mai 1914.
Wittenbergerstraße 23
Freilich stossen nun dabei eine ganze Masse Fragen auf
und kann
ich Ihnen demzufolge auch noch nicht genau sagen, wieviel Seiten die Partitur
wohl einnehmen wird. Der Umfang dürfte sich auf ungefähr 80–85 Seiten
belaufen, wobei fast durchgehend 2 Systeme auf die Platte kommen und zwar
bis zu 34 Linien in der Höhe. Dies bedingt nun freilich, dass ein etwas
grösseres 1) Format als das übliche Quart genommen wird und zwar das soge-
nannte Doppel-Pariser, wovon ich Ihnen zur Ansicht einen Bogen mit einer
gedruckten Partiturseite von 33 Linien gleichzeitig unter x Bd. zusende.
Zu der Partitur würde auch dasselbe Zeug, wie zu der Vorlage, zu nehmen
sein.
ich Ihnen demzufolge auch noch nicht genau sagen, wieviel Seiten die Partitur
wohl einnehmen wird. Der Umfang dürfte sich auf ungefähr 80–85 Seiten
belaufen, wobei fast durchgehend 2 Systeme auf die Platte kommen und zwar
bis zu 34 Linien in der Höhe. Dies bedingt nun freilich, dass ein etwas
grösseres 1) Format als das übliche Quart genommen wird und zwar das soge-
nannte Doppel-Pariser, wovon ich Ihnen zur Ansicht einen Bogen mit einer
gedruckten Partiturseite von 33 Linien gleichzeitig unter x Bd. zusende.
Zu der Partitur würde auch dasselbe Zeug, wie zu der Vorlage, zu nehmen
sein.
2) Das Manuskript ist meist sehr eng geschrieben, sodass
es sehr oft nicht möglich ist, den vorhandenen Stoff auf einer Seite des Manuscr. auch
wieder auf einer Platte unterzubringen.
es sehr oft nicht möglich ist, den vorhandenen Stoff auf einer Seite des Manuscr. auch
wieder auf einer Platte unterzubringen.
Sie schreiben nun, dass alles genau wie in der Partitur
gestochen und eingerichtet werden solle, was aber ganz undenkbar ist, denn
es sind lt. Vorschrift des Herrn Komponisten oft Linien, 3) wo 5 und noch
mehr Instrumente darauf stehen, in 2 Linien auseinander zu ziehen. Auch
kommt es oft vor, dass z. B. 4) die Celestastimme mit der Linie der Harfen-
stimme geschrieben ist, was doch auch nicht geschehen darf. Dann wieder
5) ist die Harfenstimme oft auf eine Linie geschrieben, was auch nicht ge-
gestochen und eingerichtet werden solle, was aber ganz undenkbar ist, denn
es sind lt. Vorschrift des Herrn Komponisten oft Linien, 3) wo 5 und noch
mehr Instrumente darauf stehen, in 2 Linien auseinander zu ziehen. Auch
kommt es oft vor, dass z. B. 4) die Celestastimme mit der Linie der Harfen-
stimme geschrieben ist, was doch auch nicht geschehen darf. Dann wieder
5) ist die Harfenstimme oft auf eine Linie geschrieben, was auch nicht ge-
bräuchlich ist, denn sie wird stets auf 2 Linien gestochen. Auch steht
6) die Celestastimme oft über der Harfe und so auch die Beckenstimme über und
unter den Pauken. Hier muss doch eine Gleichheit durchgeführt werden.
Wollen Sie mir also sagen, ob die Harfenstimme (auch Celesta[)] durchgehend auf 2 Linien
7) gestochen werden soll. Auch bitte ich um Bescheid, ob die Celestastimme
8) immer unter die Harfe zu stehen kommen soll und die Beckenstimme unter
die Paukenstimme.
6) die Celestastimme oft über der Harfe und so auch die Beckenstimme über und
unter den Pauken. Hier muss doch eine Gleichheit durchgeführt werden.
Wollen Sie mir also sagen, ob die Harfenstimme (auch Celesta[)] durchgehend auf 2 Linien
7) gestochen werden soll. Auch bitte ich um Bescheid, ob die Celestastimme
8) immer unter die Harfe zu stehen kommen soll und die Beckenstimme unter
die Paukenstimme.
9) Hin und wieder ist auch bei dem Schlagzeug nur eine
Li-
nie für die Noten gezogen, z. B. für Triangel und auch für Becken. Sollen
da nicht auch immer die üblichen 5 Rastorallinien sein und dass bei der Tri-
angelstimme die Note in die C Linie gestochen werden? ( ?)
nie für die Noten gezogen, z. B. für Triangel und auch für Becken. Sollen
da nicht auch immer die üblichen 5 Rastorallinien sein und dass bei der Tri-
angelstimme die Note in die C Linie gestochen werden? ( ?)
10) Es ist öfters nötig, dass, wo 3
Instrumenten von un-
gleicher Stimmung auf einer Linie stehen, dieselben auseinander gestochen
werden müssen, z. B. Clarinette in D & A. In solchen Fällen ist es wohl
nötig, dass die Noten der einen Stimme transponiert werden? 10
gleicher Stimmung auf einer Linie stehen, dieselben auseinander gestochen
werden müssen, z. B. Clarinette in D & A. In solchen Fällen ist es wohl
nötig, dass die Noten der einen Stimme transponiert werden? 10
In der Regel werden Bezeichnungen auf 11 der A
& C
Saite
bei den Streichern und etwaigen Bezeichnungen wie 12 Flatterzunge in den
Bläsern nicht mit in die Partitur aufgenommen. Scheinbar will dies aber
hier der Herr Komponist und ich frage nur noch einmal der Sicherheit hal-
ber an, ob sie tatsächlich hier in der Partitur mit zu stechen sind.
bei den Streichern und etwaigen Bezeichnungen wie 12 Flatterzunge in den
Bläsern nicht mit in die Partitur aufgenommen. Scheinbar will dies aber
hier der Herr Komponist und ich frage nur noch einmal der Sicherheit hal-
ber an, ob sie tatsächlich hier in der Partitur mit zu stechen sind.
13 Wenn 1systemige Platten
vorkommen, dann könnten wohl
die Divisistellen in den Streichinstrumenten auseinander gestochen werden,
damit die Seite besser gefüllt wird?
die Divisistellen in den Streichinstrumenten auseinander gestochen werden,
damit die Seite besser gefüllt wird?
14 Auf der 1. Seite der Partitur ist es wohl angebracht,
dass alle vorkommenden Instrumente vertreten sind (es würden 28 Linien
dass alle vorkommenden Instrumente vertreten sind (es würden 28 Linien
werden) es würde da natürlich nur 1 System
mit 28 Linien gestochen.
Nun möchte ich auch genaue Angaben darüber haben, wie
15 die Abkürzungen vor den einzelnen Linien gehalten werden sollen, ich
lege die Instrumentenbezeichnung bei und bitte Sie, darauf die Abkürzun-
gen vornehmen zu lassen und mir wieder zurückzuschicken. Jedenfalls
ist es ratsam, dass die Abkürzungen so kurz wie möglich gemacht werden,
denn es wird sonst zu viel Raum vor den Linien gebraucht und der Kosten-
punkt spricht hier auch mit.
15 die Abkürzungen vor den einzelnen Linien gehalten werden sollen, ich
lege die Instrumentenbezeichnung bei und bitte Sie, darauf die Abkürzun-
gen vornehmen zu lassen und mir wieder zurückzuschicken. Jedenfalls
ist es ratsam, dass die Abkürzungen so kurz wie möglich gemacht werden,
denn es wird sonst zu viel Raum vor den Linien gebraucht und der Kosten-
punkt spricht hier auch mit.
Dann möchte ich Sie auch um ein Textbuch bitten, was
zur Erleichterung bei dem Stechern dienen soll.
zur Erleichterung bei dem Stechern dienen soll.
16 Wie ich nun die verschiedenen
Crescendozeichen und
Diminuendozeichen etc. stechen soll, ist mir auch noch nicht klar, und
ich möchte Sie doch bitten, auf der mitfolgenden Probe prüfen zu las-
sen, ob sie so richtig sind. Auch finden Sie darauf ein 17 Tempowort und
18 Wiederholungszahlen und bitte ich, mir auch hierüber zu sagen, ob diese
so richtigrecht sind.
Diminuendozeichen etc. stechen soll, ist mir auch noch nicht klar, und
ich möchte Sie doch bitten, auf der mitfolgenden Probe prüfen zu las-
sen, ob sie so richtig sind. Auch finden Sie darauf ein 17 Tempowort und
18 Wiederholungszahlen und bitte ich, mir auch hierüber zu sagen, ob diese
so richtigrecht sind.
Es ist eben bei der Partitur so vielerlei fraglich,
dass die Stecher sehr ängstlich werden und nicht wissen, wie sie es rich-
tig machen, daher frage ich an und würde dann unter Umständen, nach Ein-
gang ihrer Antwort, erst eine Probeplatte stechen lassen, damit für spä-
ter unliebsame Veränderungen vermieden werden.
dass die Stecher sehr ängstlich werden und nicht wissen, wie sie es rich-
tig machen, daher frage ich an und würde dann unter Umständen, nach Ein-
gang ihrer Antwort, erst eine Probeplatte stechen lassen, damit für spä-
ter unliebsame Veränderungen vermieden werden.
19 Obwohl ich annehme, dass es
seine Richtigkeit hat, möch
te ich aber doch zur Sicherheit noch anfragen, ob die aufgeklebte Seite
67 das wirkliche Schluss ist?; scheinbar geht es ja weiter, denn es
schliesst mit fortlaufender Figur.
te ich aber doch zur Sicherheit noch anfragen, ob die aufgeklebte Seite
67 das wirkliche Schluss ist?; scheinbar geht es ja weiter, denn es
schliesst mit fortlaufender Figur.
Auf der ersten Seite des Manuscripts steht auch noch bei den Anmerkungen des Herrn
Komponisten: Notiz „Pierrot George Lieder“, was mir nicht klar ist. 20
Komponisten: Notiz „Pierrot George Lieder“, was mir nicht klar ist. 20
F. M. GEIDEL, LEIPZIG
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Lithographie, Autographie und Buchbinderei
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Wittenbergerstraße 23
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Leipzig, den 19. Mai 1914.
Wittenbergerstraße 23
Freilich stossen nun dabei eine ganze Masse Fragen auf
und kann ich Ihnen demzufolge auch noch nicht genau sagen, wieviel Seiten die Partitur wohl einnehmen wird. Der
Umfang dürfte sich auf ungefähr 80–85 Seiten belaufen, wobei fast
durchgehend 2 Systeme auf die Platte kommen und zwar bis zu 34 Linien in der
Höhe. Dies bedingt nun freilich, dass ein etwas grösseres 1) Format als das übliche Quart genommen wird und zwar
das sogenannte Doppel-Pariser, wovon ich Ihnen
zur Ansicht einen Bogen mit einer gedruckten Partiturseite von 33 Linien
gleichzeitig unter x Bd. zusende. Zu der Partitur würde auch dasselbe Zeug, wie
zu der Vorlage, zu nehmen sein.
2) Das Manuskript ist meist sehr eng geschrieben, sodass
es sehr oft nicht möglich ist, den vorhandenen Stoff auf einer Seite des Manuscr. auch wieder auf einer Platte
unterzubringen.
Sie schreiben nun, dass alles genau wie in der Partitur gestochen und
eingerichtet werden solle, was aber ganz undenkbar ist, denn es sind lt.
Vorschrift des Herrn Komponisten oft Linien, 3)
wo 5 und noch
mehr Instrumente darauf stehen, in 2 Linien auseinander zu ziehen. Auch
kommt es oft vor, dass z. B. 4)
die Celestastimme mit der Linie der Harfenstimme geschrieben ist, was doch auch nicht
geschehen darf. Dann wieder
5)
ist die Harfenstimme oft auf eine Linie
geschrieben, was auch nicht gebräuchlich ist, denn sie wird stets auf 2 Linien gestochen. Auch steht
6)
die Celestastimme oft über der Harfe und so
auch die Beckenstimme über und unter den Pauken. Hier muss doch eine Gleichheit
durchgeführt werden. Wollen Sie mir also sagen, ob die Harfenstimme (auch Celesta)
durchgehend auf 2
Linien
7) gestochen werden soll. Auch bitte ich
um Bescheid, ob die Celestastimme
8)
immer unter die Harfe zu stehen kommen soll und die
Beckenstimme unter
die Paukenstimme.
9) Hin und wieder ist auch bei dem Schlagzeug nur eine
Linie für die Noten
gezogen, z. B. für Triangel und auch für Becken. Sollen da nicht auch immer die
üblichen 5
Rastorallinien
sein und dass bei der Triangelstimme die Note in die C Linie gestochen
werden? ( ?)
10) Es ist öfters nötig, dass, wo 3
Instrumente von ungleicher Stimmung auf einer Linie
stehen, dieselben auseinander gestochen werden müssen, z. B. Clarinette in D
& A. In solchen Fällen ist es wohl nötig, dass die Noten der einen Stimme
transponiert werden? 10
In der Regel werden Bezeichnungen auf 11 der A
& C
Saite
bei den Streichern und etwaigen Bezeichnungen wie 12
Flatterzunge in den
Bläsern nicht mit in die Partitur
aufgenommen. Scheinbar will dies aber hier der Herr Komponist und ich frage nur noch einmal der Sicherheit halber
an, ob sie tatsächlich hier in der Partitur mit zu stechen sind.
13 Wenn 1systemige Platten
vorkommen, dann könnten wohl
die Divisistellen in den Streichinstrumenten auseinander
gestochen werden, damit die Seite besser gefüllt wird?
14 Auf der 1. Seite der Partitur ist es wohl angebracht,
dass alle vorkommenden Instrumente vertreten sind (es würden 28 Linien werden) es würde da natürlich nur 1 System
mit 28 Linien gestochen.
Nun möchte ich auch genaue Angaben darüber haben, wie
15 die Abkürzungen vor den einzelnen Linien
gehalten werden sollen, ich lege die Instrumentenbezeichnung bei und bitte Sie,
darauf die Abkürzungen vornehmen zu lassen und
mir wieder zurückzuschicken. Jedenfalls ist es ratsam, dass die Abkürzungen so
kurz wie möglich gemacht werden, denn es wird sonst zu viel Raum vor den Linien
gebraucht und der Kostenpunkt spricht hier auch
mit.
Dann möchte ich Sie auch um ein Textbuch bitten, was zur Erleichterung bei dem Stechen dienen soll.
16 Wie ich nun die verschiedenen
Crescendozeichen und Diminuendozeichen etc. stechen soll, ist mir auch noch
nicht klar, und ich möchte Sie doch bitten, auf der mitfolgenden Probe prüfen zu
las
sen, ob sie so
richtig sind. Auch finden Sie darauf ein Tempowort und
Wiederholungszahlen und bitte ich, mir auch hierüber zu
sagen, ob diese so recht sind.
Es ist eben bei der Partitur so vielerlei fraglich, dass die Stecher sehr
ängstlich werden und nicht wissen, wie sie es richtig machen, daher frage ich an und würde dann unter Umständen, nach Eingang
ihrer Antwort, erst eine Probeplatte stechen lassen,
damit für später unliebsame Veränderungen
vermieden werden.
19 Obwohl ich annehme, dass es
seine Richtigkeit hat, möchte ich aber doch zur Sicherheit noch anfragen, ob die aufgeklebte Seite 67 das wirkliche Schluss ist?;
scheinbar geht es ja weiter, denn es schliesst mit fortlaufender Figur.
Auf der ersten Seite des Manuscripts steht auch noch bei den Anmerkungen des Herrn
Komponisten: Notiz „Pierrot
George Lieder“, was mir nicht klar ist. 20
19. Mai 1914
Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Nachlass Arnold Schönberg
Wien
Archiv
Nachlass Arnold Schönberg
Brief
Zitierhinweis:
F. M. Geidel an Universal-Edition, 19. Mai 1914, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.23852.