Lieber Herr Direktor, bei unseren Besprechungen
haben wir einige Fragen nicht zufriedenstellend
gelöst. Ich teile Ihnen die betreffenden hier
mit und bitte Sie in Ihrem Vorschlage dieselben
zu berücksichtigen.
I.) Vertragsverlängerung ist für mich nur
möglich, wenn Sie mir folgendes zusichern:
Inangriffn[.] der 1.) Sofortige Herausgabe aller üblichen Arrangements;
mit Druckverpflichtung,und Pönale,
und Vorschuss auf Auflage
2) Ihre Entscheidung innerhalb 8 Tagen3 Wochen;
hierauf bin ich eventuell frei.
3) Zugrundelegung einer entsprechend
hohen * Auflage, um einen „standesgemäßen“
Betrag zu erhalten.
4.) Abmachungen in der Materialfrage.
Hierüber fehlt jede Abmachung!
II) Mein[e] Einwilli[gu]ng zu einer niedrigeren
B[er]echnung der Tantièmen
gilt nur für die
Dauer eines Unterschiedes zwischen Mark – (Kata-
log-) – und Friedens (1913) zugunsten des letzteren Preis. Sobald dieser
Unterschied verschwunden ist oder der (M-)Katalog-
preis höher ist als der 1913er müssen dem ehemaligen
Zustand besser entsprechende Bestimmungen ein-
treten; (da ja möglicherweise bei höheren Preisen

sonst unter Umständen nur s Sie Mehr-
einnah[m]en, ich hingegen Verluste habe.
Sie sehen diese Punkte sind etwas
ungeordnet. Bitte machen Sie mir gleich
annehmbare Vorschläge. Ich habe nämlich
nicht mehr Zeit, da wir wahrscheinlich
– es entscheidet sich morgen – doch noch
eine Wohnung in Traunkirchen finden
werden. Nun habe ich diese ganze Woche
Pierrot-Proben1 und fahre anfangs [der]
nächsten Woche nach Prag und – even-
tuell – sofort anschließend aufs Land.
Also: bitte, gleich einen annehmbaren Vor-
schlag; klar, vollständig und mein Interesse
berücksichtigend!
Herzliche Grüße Ihr
Lieber Herr Direktor, bei unseren Besprechungen haben wir einige Fragen nicht zufriedenstellend gelöst. Ich teile Ihnen die betreffenden hier mit und bitte Sie in Ihrem Vorschlage dieselben zu berücksichtigen.
I.) Vertragsverlängerung ist für mich nur möglich, wenn Sie mir folgendes zusichern:
Inangriffn. der[?] 1.) Sofortige Herausgabe aller üblichen Arrangements; mit Druckverpflichtung, Pönale, und Vorschuss auf Auflage
2) Ihre Entscheidung innerhalb 3 Wochen; hierauf bin ich eventuell frei.
3) Zugrundelegung einer entsprechend hohen Auflage, um einen „standesgemäßen“ Betrag zu erhalten.
4.) Abmachungen in der Materialfrage. Hierüber fehlt jede Abmachung!
II) Meine Einwilligung zu einer niedrigeren Berechnung der Tantièmen gilt nur für die Dauer eines Unterschiedes zwischen Mark – (Katalog-) – und Friedens (1913) zugunsten des letzteren Preis. Sobald dieser Unterschied verschwunden ist oder der (M-)Katalogpreis höher ist als der 1913er müssen dem ehemaligen Zustand besser entsprechende Bestimmungen eintreten; (da ja möglicherweise bei höheren Preisen unter Umständen nur Sie Mehreinnahmen, ich hingegen Verluste habe.
Sie sehen diese Punkte sind etwas ungeordnet. Bitte machen Sie mir gleich annehmbare Vorschläge. Ich habe nämlich nicht mehr Zeit, da wir wahrscheinlich – es entscheidet sich morgen – doch noch eine Wohnung in Traunkirchen finden werden. Nun habe ich diese ganze Woche Pierrot-Proben1 und fahre anfangs der nächsten Woche nach Prag und – eventuell – sofort anschließend aufs Land. Also: bitte, gleich einen annehmbaren Vorschlag; klar, vollständig und mein Interesse berücksichtigend!
Herzliche Grüße Ihr
Arnold Schönberg

zwischen 14. Mai 1922 und 20. Mai 1922


Ort und Datierung erschlossen aus Kalendereintrag (ASCI DC12269)

Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection


Brief

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, zwischen 14. und 20. Mai 1922, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.573.

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