Arnold Schönberg an Universal-Edition
26. Mai 1951
Sehr geehrter Herr Schlee:
Ich bin nicht in der Lage nach Darmstadt
zu kom-
men, und muss darauf verzichten, Scherchens Auf-
führung1 des Tanzes um das Goldene Kalb2 zu hören
und zu sehen.
men, und muss darauf verzichten, Scherchens Auf-
führung1 des Tanzes um das Goldene Kalb2 zu hören
und zu sehen.
So bald Sie aber AMP aus unseren Beziehungen
hinausgeschmi[e]ssen haben, werden alle anderen
Verhandlungen leicht genug sein.
hinausgeschmi[e]ssen haben, werden alle anderen
Verhandlungen leicht genug sein.
Allerdings ich muss leider eine Guarantie dafür
verlangen, dass Herr Thompson3 nicht bei der Vor-
dertüre hinausfliegt und bei der Hintertüre wieder
hereinkriecht. Zum Beispiel, dass der neue Vertrag
ungültig wäre, falls dergleichen geschehe.
verlangen, dass Herr Thompson3 nicht bei der Vor-
dertüre hinausfliegt und bei der Hintertüre wieder
hereinkriecht. Zum Beispiel, dass der neue Vertrag
ungültig wäre, falls dergleichen geschehe.
Oder wissen Sie eine andere Methode mir diese
Sicherheit zu geben?
Sicherheit zu geben?
Bedenken Sie, die Gurre Lieder
Platten4 sind aus-
verkauft und ich habe seit Jahren keinen Cent
davon bekommen. Niemand kann verlangen, dass ich
mit Menschen eines eines so tiefen moralischen
Niveaus zusammenarbeite.
verkauft und ich habe seit Jahren keinen Cent
davon bekommen. Niemand kann verlangen, dass ich
mit Menschen eines eines so tiefen moralischen
Niveaus zusammenarbeite.
Mit besten Grüssen,
Ihr
Ihr
Aufführung
Tanzes um das Goldene Kalb
Arnold Schönberg, Moses und Aron. Oper in drei
Akten: Tanz um das Goldene Kalb.
Herr Thompson
Aktueller Streitpunkt zwischen
Schönberg und Merrit Tompkins war, dass Schönberg von Tompkins „signed agreements by all of the mechanical
companies Victor, Columbia, Decca and Capitol as of all of the small
companies that would provide for the payment to him directly, of his
share of all mechanical royalties“ forderte. Dies war nach den
gesetzlichen Regelungen für Eigentum von Bürgern von Feind-Staaten nicht
möglich (Associated Music Publishers, Inc an Universal-Edition, 16.
Jänner 1951; WZAS 11; Associated Music Publishers, Inc an Arnold
Schönberg 29. Mai 1951; ASCC
11761). Die UE versuchte, für
Schönberg eine Ausnahmeregelung
zu erreichen (Universal Edition an Office of Alien Property, 30 Mai
1951; WZAS 3).
Platten
Aufnahmen von
9. April 1932, Philadelphia, Metropolitan Opera House und
11. April 1932, Philadelphia, Metropolitan Opera House, 1932, RCA (Musical Masterpiece Serie M-127) auf
14 78rpm-Platten (M127-1–M127-28; M127-1: gesprochene Werkeinführung von
Leopold Stokowski) (ASCR
1765). Weitere Auflagen: EMI DB 7293/7306, 1933? (ASCR
1318); EMI DB 1769/782, 1936? (ASCR
1289); RCA DM 127, 1949 (ASCR
1763); RCA LM 127, 1949 (ASCR
1764).
26. Mai 1951
Sehr geehrter Herr Schlee:
Ich bin nicht in der Lage nach Darmstadt
zu kommen, und muss darauf verzichten, Scherchens
Aufführung1 des Tanzes um das Goldene Kalb2 zu hören und zu sehen.
So bald Sie aber AMP aus unseren Beziehungen hinausgeschmissen haben, werden alle anderen Verhandlungen leicht genug
sein.
Allerdings ich muss leider eine Guarantie dafür verlangen, dass Herr Thompson3 nicht bei der Vordertüre hinausfliegt und bei der Hintertüre wieder
hereinkriecht. Zum Beispiel, dass der neue Vertrag ungültig wäre,
falls dergleichen geschehe.
Oder wissen Sie eine andere Methode mir diese Sicherheit zu geben?
Bedenken Sie, die Gurre Lieder
Platten4 sind ausverkauft und ich habe seit Jahren keinen Cent davon
bekommen. Niemand kann verlangen, dass ich mit Menschen eines so tiefen moralischen Niveaus
zusammenarbeite.
Mit besten Grüssen,Ihr
Aufführung
Tanzes um das Goldene Kalb
Arnold Schönberg, Moses und Aron. Oper in drei
Akten: Tanz um das Goldene Kalb.
Herr Thompson
Aktueller Streitpunkt zwischen
Schönberg und Merrit Tompkins war, dass Schönberg von Tompkins „signed agreements by all of the mechanical
companies Victor, Columbia, Decca and Capitol as of all of the small
companies that would provide for the payment to him directly, of his
share of all mechanical royalties“ forderte. Dies war nach den
gesetzlichen Regelungen für Eigentum von Bürgern von Feind-Staaten nicht
möglich (Associated Music Publishers, Inc an Universal-Edition, 16.
Jänner 1951; WZAS 11; Associated Music Publishers, Inc an Arnold
Schönberg 29. Mai 1951; ASCC
11761). Die UE versuchte, für
Schönberg eine Ausnahmeregelung
zu erreichen (Universal Edition an Office of Alien Property, 30 Mai
1951; WZAS 3).
Platten
Aufnahmen von
9. April 1932, Philadelphia, Metropolitan Opera House und
11. April 1932, Philadelphia, Metropolitan Opera House, 1932, RCA (Musical Masterpiece Serie M-127) auf
14 78rpm-Platten (M127-1–M127-28; M127-1: gesprochene Werkeinführung von
Leopold Stokowski) (ASCR
1765). Weitere Auflagen: EMI DB 7293/7306, 1933? (ASCR
1318); EMI DB 1769/782, 1936? (ASCR
1289); RCA DM 127, 1949 (ASCR
1763); RCA LM 127, 1949 (ASCR
1764).
26. Mai 1951
Entwurf siehe Universal-Edition an Arnold Schönberg, 21. Mai 1951
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief, Kopie
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 26. Mai 1951, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.5893.