Arnold Schönberg an Universal-Edition
27. Dezember 1912
Lieber Herr Direktor, der kam während
meiner Abwesenheit! – Hoffentlich
erscheint nun die Partitur bald1. – 1) Es
wäre gut, wenn Sie meinem Bruder
ein Partitur Exemplar zur Revision schicken
[wo]llten. 2) NB. Ich halte es nicht für gut,
dass die Kammersinfonie-Stimmen,
nur von einem Menschen, noch dazu dem,
der sie schreibt, der also gerade die eigenen
Fehler (bekanntlich!) am leichtesten übersieht,
revidiert werden. Sollte ich Zeit haben,
so tue ich es selbst. Wenn nicht, so muss
es vom Bureau aus geschehen.
meiner Abwesenheit! – Hoffentlich
erscheint nun die Partitur bald1. – 1) Es
wäre gut, wenn Sie meinem Bruder
ein Partitur Exemplar zur Revision schicken
[wo]llten. 2) NB. Ich halte es nicht für gut,
dass die Kammersinfonie-Stimmen,
nur von einem Menschen, noch dazu dem,
der sie schreibt, der also gerade die eigenen
Fehler (bekanntlich!) am leichtesten übersieht,
revidiert werden. Sollte ich Zeit haben,
so tue ich es selbst. Wenn nicht, so muss
es vom Bureau aus geschehen.
[3]) Sie haben meine dringende Frage,
ob ich die Partitur der „glücklichen Hand“
auf Straube-Papier schreiben soll, nicht
beantwortet. Ich habe übrigens wirklich
nicht mehr viel Lust, es zu tun, da man
sich in Amsterdam und Petersburg2 sehr
ob ich die Partitur der „glücklichen Hand“
auf Straube-Papier schreiben soll, nicht
beantwortet. Ich habe übrigens wirklich
nicht mehr viel Lust, es zu tun, da man
sich in Amsterdam und Petersburg2 sehr
darüber aufgehalten hat, dass die Pelleas-
Partitur nicht gestochen ist, und gefragt hat
ob die Universal-Edition denn ein
größerer Verlag ist! – Uebrigens war in
Petersburg sehr großer Erfolg3! –
Partitur nicht gestochen ist, und gefragt hat
ob die Universal-Edition denn ein
größerer Verlag ist! – Uebrigens war in
Petersburg sehr großer Erfolg3! –
4) Ich werde mich in der nächsten Zeit
bemühen in Berlin Geldleute für di[e]
Aufführung der Gurre-Lieder zu verschaffen. Denn
auf die Wiener Aufführung4 rechne ich
nicht mehr, da ja als die einzigen Erfolge,
die die dortigen Bemühungen bis jetzt
hatten in die geglückten Verschiebungen sowohl
dieses Konzerts5 als auch meines Konzerts6 im
akadem. Verband anzusehen sind. Was
sagen Sie zu dieser Idee.
bemühen in Berlin Geldleute für di[e]
Aufführung der Gurre-Lieder zu verschaffen. Denn
auf die Wiener Aufführung4 rechne ich
nicht mehr, da ja als die einzigen Erfolge,
die die dortigen Bemühungen bis jetzt
hatten in die geglückten Verschiebungen sowohl
dieses Konzerts5 als auch meines Konzerts6 im
akadem. Verband anzusehen sind. Was
sagen Sie zu dieser Idee.
erscheint nun die
Partitur bald
Arnold Schönberg, Kammersymphonie für 15
Soloinstrumente op. 9; Lieferdatum: 25. Jänner 1913 (Buchon 2015, Bd. 5, S.
666).
Amsterdam und Petersburg
Erfolg
Aufführung
Konzerts
Die Uraufführung war wegen unfertigen Aufführungsmaterials zunächst
von 12. Dezember 1912 auf 8. Jänner und danach auf 23. Februar 1913 – den ursprünglichen
Termin des zweiten genannten Konzerts – verschoben worden.
Aufführungspläne für Berlin
unter Schönbergs oder Oskar Frieds Leitung verfolgte
Schönberg bereits seit
1910, durch das Franz Schreker
zugesagte Uraufführungsrecht wirkte sich die Verschiebung der
Wiener Aufführung auch
auf die Berliner Planung aus
(ASGA B 16/3,
S. 39ff.).
Konzerts
Die Planung begann im April 1912 mit der
Bestellung von Alban Berg zum
Berater des Akademischen Verbands für
Literatur und Musik unter der Leitung des neuen
Obmanns Erhard Buschbeck (Alban Berg an Arnold Schönberg, 23. April
1912; ASCC 19767). Im Herbst 1912
wandte sich zudem Richard
Specht mit der Idee an Schönberg „im ersten Merkerkonzert, das
voraussichtlich im November stattfinden wird, […] Ihre Kammersymphonie oder – eventuell! –
‚Pelleas und
Melisande‘?! zu neuer Geltung zu bringen“ (Richard
Specht an Arnold Schönberg, 24. September 1912; ASCC 14265). Beide Unternehmungen ließen sich aufgrund
mangelnder Saal- und Orchesterkapazitäten im November 1912 nicht realisieren. Im Dezember 1912 entschied Schönberg, von einer reinen Schönberg-Aufführung abzugehen und
andere Werke – insbesondere Anton Webern,
Sechs Stücke für großes Orchester op. 6 – zu
programmieren, um „die Aufmerksamkeit des Publikums auf mein
Dirigieren zu lenken“ (Arnold Schönberg an Erhard Buschbeck, 13.
Dezember 1912; ASCC 7685). Mehrere in Aussicht genommene Termine konnten
nicht realisiert werden. Am zunächst angepeilten 23. Februar 1913 fand schließlich die
Uraufführung der Gurre-Lieder statt:
23. Februar 1913, Wien, Musikverein, Großer Musikvereinssaal, Philharmonischer Chor.
Im Fall des 8. Jänner 1913
beschuldigte Buschbeck u. a. Emil
Hertzka der Hintertreibung, „daß der Verleger der
Werke die Aufführung – unter der Leitung des Komponisten –
hintertreibt, ist doch immerhin selbst für Wiener Verhältnisse etwas Neues und
Merkwürdiges“ (Erhard Buschbeck an Arnold Schönberg 18. Dezember
1912; ASCC 10368). Aus Arnold Schönberg an Alban Berg, 7.
Jänner 1913 (ASCC 309), geht die Programmplanung mit Werken von
Webern, Berg, Schönberg und Gustav
Mahler hervor; im März
erfolgt die letztendliche Disposition durch Einbezug eines Zemlinskys-Werks (Arnold Schönberg an
Alexander Zemlinsky 8. März 1913; ASCC 324) sowie die Festlegung von Proben und
Aufführungstermin (Erhard Buschbeck an Arnold Schönberg, 17. März
1913; ASCC 10370).
Lieber Herr Direktor, der kam während meiner
Abwesenheit! – Hoffentlich
erscheint nun die
Partitur bald1. – 1) Es wäre gut, wenn Sie
meinem Bruder
ein Partitur Exemplar zur Revision schicken
wollten. 2) NB. Ich halte es nicht für gut, dass die Kammersinfonie-Stimmen, nur von einem Menschen, noch dazu dem,
der sie schreibt, der also gerade die eigenen Fehler (bekanntlich!) am
leichtesten übersieht, revidiert werden. Sollte ich Zeit haben, so tue
ich es selbst. Wenn nicht, so muss es vom Bureau aus geschehen.
3) Sie haben meine dringende Frage, ob ich
die Partitur der „glücklichen Hand“ auf
Straube-Papier schreiben soll, nicht
beantwortet. Ich habe übrigens wirklich nicht mehr viel Lust, es zu
tun, da man sich in Amsterdam und Petersburg2 sehr darüber aufgehalten hat, dass die Pelleas-Partitur nicht gestochen ist, und gefragt
hat ob die Universal-Edition denn ein
größerer Verlag ist! – Uebrigens war in
Petersburg
sehr großer
Erfolg3! –
4) Ich werde mich in der nächsten Zeit bemühen in Berlin Geldleute für die
Aufführung der Gurre-Lieder zu verschaffen.
Denn auf die Wiener
Aufführung4 rechne ich
nicht mehr, da ja als die einzigen Erfolge,
die die dortigen Bemühungen bis jetzt hatten die geglückten Verschiebungen sowohl
dieses Konzerts5 als auch meines Konzerts6 im
akadem. Verband anzusehen sind. Was sagen
Sie zu dieser Idee.
erscheint nun die
Partitur bald
Arnold Schönberg, Kammersymphonie für 15
Soloinstrumente op. 9; Lieferdatum: 25. Jänner 1913 (Buchon 2015, Bd. 5, S.
666).
Amsterdam und Petersburg
Erfolg
Aufführung
Konzerts
Die Uraufführung war wegen unfertigen Aufführungsmaterials zunächst
von 12. Dezember 1912 auf 8. Jänner und danach auf 23. Februar 1913 – den ursprünglichen
Termin des zweiten genannten Konzerts – verschoben worden.
Aufführungspläne für Berlin
unter Schönbergs oder Oskar Frieds Leitung verfolgte
Schönberg bereits seit
1910, durch das Franz Schreker
zugesagte Uraufführungsrecht wirkte sich die Verschiebung der
Wiener Aufführung auch
auf die Berliner Planung aus
(ASGA B 16/3,
S. 39ff.).
Konzerts
Die Planung begann im April 1912 mit der
Bestellung von Alban Berg zum
Berater des Akademischen Verbands für
Literatur und Musik unter der Leitung des neuen
Obmanns Erhard Buschbeck (Alban Berg an Arnold Schönberg, 23. April
1912; ASCC 19767). Im Herbst 1912
wandte sich zudem Richard
Specht mit der Idee an Schönberg „im ersten Merkerkonzert, das
voraussichtlich im November stattfinden wird, […] Ihre Kammersymphonie oder – eventuell! –
‚Pelleas und
Melisande‘?! zu neuer Geltung zu bringen“ (Richard
Specht an Arnold Schönberg, 24. September 1912; ASCC 14265). Beide Unternehmungen ließen sich aufgrund
mangelnder Saal- und Orchesterkapazitäten im November 1912 nicht realisieren. Im Dezember 1912 entschied Schönberg, von einer reinen Schönberg-Aufführung abzugehen und
andere Werke – insbesondere Anton Webern,
Sechs Stücke für großes Orchester op. 6 – zu
programmieren, um „die Aufmerksamkeit des Publikums auf mein
Dirigieren zu lenken“ (Arnold Schönberg an Erhard Buschbeck, 13.
Dezember 1912; ASCC 7685). Mehrere in Aussicht genommene Termine konnten
nicht realisiert werden. Am zunächst angepeilten 23. Februar 1913 fand schließlich die
Uraufführung der Gurre-Lieder statt:
23. Februar 1913, Wien, Musikverein, Großer Musikvereinssaal, Philharmonischer Chor.
Im Fall des 8. Jänner 1913
beschuldigte Buschbeck u. a. Emil
Hertzka der Hintertreibung, „daß der Verleger der
Werke die Aufführung – unter der Leitung des Komponisten –
hintertreibt, ist doch immerhin selbst für Wiener Verhältnisse etwas Neues und
Merkwürdiges“ (Erhard Buschbeck an Arnold Schönberg 18. Dezember
1912; ASCC 10368). Aus Arnold Schönberg an Alban Berg, 7.
Jänner 1913 (ASCC 309), geht die Programmplanung mit Werken von
Webern, Berg, Schönberg und Gustav
Mahler hervor; im März
erfolgt die letztendliche Disposition durch Einbezug eines Zemlinskys-Werks (Arnold Schönberg an
Alexander Zemlinsky 8. März 1913; ASCC 324) sowie die Festlegung von Proben und
Aufführungstermin (Erhard Buschbeck an Arnold Schönberg, 17. März
1913; ASCC 10370).
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 27. Dezember 1912, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.6827.