Lieber Herr Direktor, der kam während
meiner Abwesenheit! – Hoffentlich
erscheint nun die Partitur bald1. – 1) Es
wäre gut, wenn Sie meinem Bruder
ein Partitur Exemplar zur Revision schicken
[wo]llten.
2) NB. Ich halte es nicht für gut,
dass die Kammersinfonie-Stimmen,
nur von einem Menschen, noch dazu dem,
der sie schreibt, der also gerade die eigenen
Fehler (bekanntlich!) am leichtesten übersieht,
revidiert werden. Sollte ich Zeit haben,
so tue ich es selbst. Wenn nicht, so muss
es vom Bureau aus geschehen.
[3]) Sie haben meine dringende Frage,
ob ich die Partitur der „glücklichen Hand
auf Straube-Papier schreiben soll, nicht
beantwortet. Ich habe übrigens wirklich
nicht mehr viel Lust, es zu tun, da man
sich in Amsterdam und Petersburg2 sehr

darüber aufgehalten hat, dass die Pelleas-
Partitur nicht gestochen ist, und gefragt hat
ob die Universal-Edition denn ein
größerer Verlag ist! – Uebrigens war in
Petersburg sehr großer Erfolg3! –
4) Ich werde mich in der nächsten Zeit
bemühen in Berlin Geldleute für di[e]
Aufführung der Gurre-Lieder zu verschaffen. Denn
auf die Wiener Aufführung4 rechne ich
nicht mehr, da ja als die einzigen Erfolge,
die die dortigen Bemühungen bis jetzt
hatten in die geglückten Verschiebungen sowohl
dieses Konzerts5 als auch meines Konzerts6 im
akadem. Verband anzusehen sind. Was
sagen Sie zu dieser Idee.
Herzl Gruß Schönberg
27/12.1912
Lieber Herr Direktor, der kam während meiner Abwesenheit! – Hoffentlich erscheint nun die Partitur bald1. – 1) Es wäre gut, wenn Sie meinem Bruder ein Partitur Exemplar zur Revision schicken wollten. 2) NB. Ich halte es nicht für gut, dass die Kammersinfonie-Stimmen, nur von einem Menschen, noch dazu dem, der sie schreibt, der also gerade die eigenen Fehler (bekanntlich!) am leichtesten übersieht, revidiert werden. Sollte ich Zeit haben, so tue ich es selbst. Wenn nicht, so muss es vom Bureau aus geschehen.
3) Sie haben meine dringende Frage, ob ich die Partitur der „glücklichen Hand“ auf Straube-Papier schreiben soll, nicht beantwortet. Ich habe übrigens wirklich nicht mehr viel Lust, es zu tun, da man sich in Amsterdam und Petersburg2 sehr darüber aufgehalten hat, dass die Pelleas-Partitur nicht gestochen ist, und gefragt hat ob die Universal-Edition denn ein größerer Verlag ist! – Uebrigens war in Petersburg sehr großer Erfolg3! –
4) Ich werde mich in der nächsten Zeit bemühen in Berlin Geldleute für die Aufführung der Gurre-Lieder zu verschaffen. Denn auf die Wiener Aufführung4 rechne ich nicht mehr, da ja als die einzigen Erfolge, die die dortigen Bemühungen bis jetzt hatten die geglückten Verschiebungen sowohl dieses Konzerts5 als auch meines Konzerts6 im akadem. Verband anzusehen sind. Was sagen Sie zu dieser Idee.
Herzl Gruß Schönberg
27/12.1912

27. Dezember 1912


Ort erschlossen aus Arnold Schönberg an Erhard Buschbeck, 27. Dezember 1912 (ASCC 7687)

Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection


Brief

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, 27. Dezember 1912, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.6827.

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