Arnold Schönberg an Universal-Edition
12. Jänner 1913
Lieber Herr Direktor, ich [bin]
peinlich überrascht auf mein Telegramm1
[vom] 9. heute am 12. noch keine Antwort zu haben. Das geht doch
unbedingt nicht. Ich muss schon sehr bitten, dass Sie mich und
meine Angelegenheiten etwas dringender
behandeln. Wenn ich telegrafiere, dann handelt
es sich doch klarerweise um eine eilige Sache.
Und tatsächlich: ich bin sehr gehindert durch die
Verzögerung. Sollten Sie nicht da sein? Dann müsste doch Ihr Bureau mir
das telegrafieren! Ich bitte Sie also nochmals dringendst
mir die Chorauszüge2 umgehend zu schicken. Ich brauche
sie für die Chöre um sie zu engagieren3. Die müssen doch
vorher kennenlernen, wofür sie sich verpflichten. Hernach sende
[ich] Ihnen die Auszüge wieder. Aber ich kann keinen Saal und
kein Orchester mieten ehe ich die Chöre nicht habe. Und die bleiben
[vom] 9. heute am 12. noch keine Antwort zu haben. Das geht doch
unbedingt nicht. Ich muss schon sehr bitten, dass Sie mich und
meine Angelegenheiten etwas dringender
behandeln. Wenn ich telegrafiere, dann handelt
es sich doch klarerweise um eine eilige Sache.
Und tatsächlich: ich bin sehr gehindert durch die
Verzögerung. Sollten Sie nicht da sein? Dann müsste doch Ihr Bureau mir
das telegrafieren! Ich bitte Sie also nochmals dringendst
mir die Chorauszüge2 umgehend zu schicken. Ich brauche
sie für die Chöre um sie zu engagieren3. Die müssen doch
vorher kennenlernen, wofür sie sich verpflichten. Hernach sende
[ich] Ihnen die Auszüge wieder. Aber ich kann keinen Saal und
kein Orchester mieten ehe ich die Chöre nicht habe. Und die bleiben
mir nur noch einige Tage im
Wort! Die Sache kann daran
scheitern. Sie begreifen hoffent-
lich meine Aufregung.
Wort! Die Sache kann daran
scheitern. Sie begreifen hoffent-
lich meine Aufregung.
Besten Gruß
Schönberg
Telegramm
Chorauszüge
engagieren
Pläne zu einer Aufführung der
Gurre-Lieder in Berlin reichen bis in das Jahr 1910 zurück und erstrecken sich bis 1914. Nach mehreren Verschiebungen aus primär
finanziellen Gründen, wurde wegen eines ebenfalls finanziell begründeten
Zerwürfnisses zwischen Schönberg
und Chorleiter Siegfried Ochs ein
bereits konkret organisiertes Konzert am 2.
Februar 1914 abgesagt. Mit dem Arrangement hatte Schönberg zunächst seinen Agenten
Emil Gutmann, dann die Konzertdirektion Hermann Wolff beauftragt (ASGA B 16/3, S.
47f.).
Lieber Herr Direktor, ich bin
peinlich überrascht auf mein Telegramm1
vom
9. heute am 12.
noch keine Antwort zu haben. Das geht doch unbedingt
nicht. Ich muss schon sehr bitten, dass Sie mich und meine
Angelegenheiten etwas dringender behandeln. Wenn ich telegrafiere, dann
handelt es sich doch klarerweise um eine eilige Sache. Und
tatsächlich: ich bin sehr gehindert durch die Verzögerung. Sollten Sie
nicht da sein? Dann müsste doch Ihr Bureau mir das telegrafieren! Ich bitte
Sie also nochmals dringendst mir die Chorauszüge2 umgehend zu schicken. Ich
brauche sie für die Chöre um sie zu engagieren3. Die müssen doch vorher
kennenlernen, wofür sie sich verpflichten. Hernach sende
ich Ihnen die Auszüge wieder. Aber ich kann
keinen Saal und kein Orchester mieten ehe ich die Chöre nicht habe. Und die
bleiben mir nur noch einige Tage im Wort! Die Sache
kann daran scheitern. Sie begreifen hoffentlich meine Aufregung.
Besten Gruß
Schönberg
Telegramm
Chorauszüge
engagieren
Pläne zu einer Aufführung der
Gurre-Lieder in Berlin reichen bis in das Jahr 1910 zurück und erstrecken sich bis 1914. Nach mehreren Verschiebungen aus primär
finanziellen Gründen, wurde wegen eines ebenfalls finanziell begründeten
Zerwürfnisses zwischen Schönberg
und Chorleiter Siegfried Ochs ein
bereits konkret organisiertes Konzert am 2.
Februar 1914 abgesagt. Mit dem Arrangement hatte Schönberg zunächst seinen Agenten
Emil Gutmann, dann die Konzertdirektion Hermann Wolff beauftragt (ASGA B 16/3, S.
47f.).
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 12. Jänner 1913, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.6835.