Arnold Schönberg an Universal-Edition
8. August 1912
8/8. 1912
Lieber Herr Direktor, ich bin, wie Sie sehen in ganz
ungenialer Weise ein ziemlich pünktlicher Brief-
schreiber. Trotzdem ich genug zu tun habe.
ungenialer Weise ein ziemlich pünktlicher Brief-
schreiber. Trotzdem ich genug zu tun habe.
Das soll ein „zarter Wink mit dem Zaun-
pfahl“ sein: Sie sind mit Antworten auf meine
letzten Briefe im Rückstand!!!
pfahl“ sein: Sie sind mit Antworten auf meine
letzten Briefe im Rückstand!!!
Bitte antworten Sie!
Heute folgendes: ich benötige dringend für
einen Tenor, den ich für die Gurrelieder in Aussicht1
nehme (ausgezeichnet!) einen Abzug aller
Tenorstücke. Insgesamt sind es (wenn ich nicht
irre) 9 Stücke2. Bitte lassen Sie mir einen solchen
Bürstenabzug sofort machen und senden Sie mir
ihn so rasch, wie möglich nach Berlin, wohin ich
am 11. zurückkehre. Es ist sehr dringend auch wegen
Berlin!!
einen Tenor, den ich für die Gurrelieder in Aussicht1
nehme (ausgezeichnet!) einen Abzug aller
Tenorstücke. Insgesamt sind es (wenn ich nicht
irre) 9 Stücke2. Bitte lassen Sie mir einen solchen
Bürstenabzug sofort machen und senden Sie mir
ihn so rasch, wie möglich nach Berlin, wohin ich
am 11. zurückkehre. Es ist sehr dringend auch wegen
Berlin!!
Etwas anderes: ich habe vergessen, Ihnen
zu sagen, dass ich an die Witwe Hartlebens
10 % meiner Verlagshonorare und 25 % meiner
Aufführungstantiemen abliefern muss. Bitte wollen
zu sagen, dass ich an die Witwe Hartlebens
10 % meiner Verlagshonorare und 25 % meiner
Aufführungstantiemen abliefern muss. Bitte wollen
Sie das entsprechend
vormerken und so ein-
richten, dass die betreffende Summe, der
Dame immer gleich vom Verlag
aus geschickt wird. Ich wäre Ihnen sehr
dankbar dafür, wenn Sie mir das abnehmen
wollten, damit ich nicht aus Unachtsamkeit
in Schwierigkeiten gerate. Ebenso wäre es
mir lieb, wenn Sie auch gleich vom
Honorar-Vorschuss die 10 % senden wollten
und mir sie einstweilen, anrechnen. Es ist das
sind ja nur eine kleine Summe. Vielleicht
können Sie mir auch sagen, wie ich mich mit
den Tantiemen zu verhalten habe.
richten, dass die betreffende Summe, der
Dame immer gleich vom Verlag
aus geschickt wird. Ich wäre Ihnen sehr
dankbar dafür, wenn Sie mir das abnehmen
wollten, damit ich nicht aus Unachtsamkeit
in Schwierigkeiten gerate. Ebenso wäre es
mir lieb, wenn Sie auch gleich vom
Honorar-Vorschuss die 10 % senden wollten
und mir sie einstweilen, anrechnen. Es ist das
sind ja nur eine kleine Summe. Vielleicht
können Sie mir auch sagen, wie ich mich mit
den Tantiemen zu verhalten habe.
Meine Ferien sind jetzt zu Ende. Wir müssen
schon nach Berlin, weil die Kinder3 wieder in
Schule müssen. Hier ist Schulanfang am 13/8.
Sehr unangenehm. Der Sommer war sehr
schön hier. Gestern haben wir einen herrlichen
Ausflug nach Rügen gemacht, über den Sie wohl
schon durch meine Ansichtskarte unterrichtet
sind.
schon nach Berlin, weil die Kinder3 wieder in
Schule müssen. Hier ist Schulanfang am 13/8.
Sehr unangenehm. Der Sommer war sehr
schön hier. Gestern haben wir einen herrlichen
Ausflug nach Rügen gemacht, über den Sie wohl
schon durch meine Ansichtskarte unterrichtet
sind.
Ich grüße Sie herzlichst Ihr
Arnold Schönberg
Aussicht
Nach mehreren Besetzungsüberlegungen trat Schönberg an seinen Cousin Hans Nachod heran, der bereits an der Erstaufführung
14. Jänner 1910, Wien, Ehrbar-Saal, Verein für Kunst
und Kultur, Neue Kompositionen von Arnold Schönberg
mitgewirkt hatte. Schönberg avisierte, dass Nachod die ihm noch neuen Teile der
Partie des Waldemar nach gutem Studium mit Schönberg durchnehmen müsse. Nachod reagierte „[h]ocherfreut“ und
stellte sich „mit Begeisterung“ zur Verfügung (Arnold Schönberg an
Hans Nachod, 23. Juli 1912; ASCC 6444; Hans Nachod an Arnold Schönberg, 4. August
1912; ASCC 14578).
9 Stücke
Partie des
Waldemar: Teil I, Nr. 2, 4, 6, 8, 10; Teil II; Teil III, Nr. 1, 4, 6.
Kinder
8/8. 1912
Lieber Herr Direktor, ich bin, wie Sie sehen in ganz ungenialer Weise ein
ziemlich pünktlicher Briefschreiber. Trotzdem ich genug zu tun habe.
Das soll ein „zarter Wink mit dem Zaunpfahl“ sein: Sie sind mit Antworten auf meine letzten
Briefe im Rückstand!!!
Bitte antworten Sie!
Heute folgendes: ich benötige dringend für einen Tenor, den ich für die Gurrelieder in Aussicht1
nehme (ausgezeichnet!) einen Abzug aller Tenorstücke. Insgesamt sind
es (wenn ich nicht irre) 9 Stücke2. Bitte lassen Sie mir
einen solchen Bürstenabzug sofort machen und senden
Sie mir ihn so rasch, wie möglich nach Berlin, wohin ich am 11. zurückkehre. Es ist sehr dringend
auch wegen
Berlin!!
Etwas anderes: ich habe vergessen, Ihnen zu sagen, dass ich an die Witwe
Hartlebens
10 % meiner Verlagshonorare und 25 % meiner Aufführungstantiemen
abliefern muss. Bitte wollen Sie das entsprechend
vormerken und so einrichten, dass die betreffende Summe, der Dame immer gleich
vom Verlag
aus geschickt wird. Ich wäre Ihnen sehr dankbar dafür, wenn Sie mir
das abnehmen wollten, damit ich nicht aus Unachtsamkeit in
Schwierigkeiten gerate. Ebenso wäre es mir lieb, wenn Sie auch gleich vom
Honorar-Vorschuss die 10 % senden wollten und mir sie einstweilen,
anrechnen. Es ist das
ja nur eine kleine Summe. Vielleicht können
Sie mir auch sagen, wie ich mich mit den Tantiemen zu verhalten habe.
Meine Ferien sind jetzt zu Ende. Wir müssen schon nach Berlin, weil die Kinder3 wieder in Schule müssen. Hier ist Schulanfang am 13/8.
Sehr unangenehm. Der Sommer war sehr schön hier. Gestern haben wir
einen herrlichen Ausflug nach Rügen
gemacht, über den Sie wohl schon durch meine Ansichtskarte unterrichtet sind.
Ich grüße Sie herzlichst Ihr
Arnold Schönberg
Aussicht
Nach mehreren Besetzungsüberlegungen trat Schönberg an seinen Cousin Hans Nachod heran, der bereits an der Erstaufführung
14. Jänner 1910, Wien, Ehrbar-Saal, Verein für Kunst
und Kultur, Neue Kompositionen von Arnold Schönberg
mitgewirkt hatte. Schönberg avisierte, dass Nachod die ihm noch neuen Teile der
Partie des Waldemar nach gutem Studium mit Schönberg durchnehmen müsse. Nachod reagierte „[h]ocherfreut“ und
stellte sich „mit Begeisterung“ zur Verfügung (Arnold Schönberg an
Hans Nachod, 23. Juli 1912; ASCC 6444; Hans Nachod an Arnold Schönberg, 4. August
1912; ASCC 14578).
9 Stücke
Partie des
Waldemar: Teil I, Nr. 2, 4, 6, 8, 10; Teil II; Teil III, Nr. 1, 4, 6.
Kinder
8. August 1912
Sendeadresse laut Arnold Schönberg an Universal-Edition, 4. August 1912
Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection
Wien
Archiv
Universal Edition Collection
Brief
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 8. August 1912, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.7000.