Arnold Schönberg an Universal-Edition
16. August 1921
An die
Wien I
Musikvereinsgebäude
16 VIII.1921
P. T. U. E. Es scheint, dass ein oder mehrere Briefe von mir an Sie,
nicht
[a]ngekommen sind. Denn über Klenau1 habe ich schon geschrieben: dass ich
Frau Wagner die Mitwirkung2 außerhalb unseres Pierrot-Ensembles
nicht gestatten kann. Einen Brief3 vom 25. Juli habe ich nicht bekommen.
Dagegen habe ich schon wiederholt gefragt, ob Sie das Vorwort zur 3ten Auf-
lage der Harmonielehre schon bekommen haben, worauf ich bisher keine
Antwort erhielt!!
[a]ngekommen sind. Denn über Klenau1 habe ich schon geschrieben: dass ich
Frau Wagner die Mitwirkung2 außerhalb unseres Pierrot-Ensembles
nicht gestatten kann. Einen Brief3 vom 25. Juli habe ich nicht bekommen.
Dagegen habe ich schon wiederholt gefragt, ob Sie das Vorwort zur 3ten Auf-
lage der Harmonielehre schon bekommen haben, worauf ich bisher keine
Antwort erhielt!!
Aus den mir gesandten Korrekturen ersehe ich mit Schrecken, dass gegen
meinen ausdrücklichen Wunsch, die Notenbeispiele vom Vorlage-Material ab-
gedruckt wurden. Ich muss noch einmal ersuchen, das zu unterlassen! Wer
ist derjenige, der sowenig Achtung vor der Arbeit eines anderen hat, dass er sie
[rüc]ksichtslos zerstört. Es geht nicht, hier einfach einen Krämer-Standpunkt ein-
zunehmen, sonst sende ich Ihnen nie wieder ein Manuskript!!
meinen ausdrücklichen Wunsch, die Notenbeispiele vom Vorlage-Material ab-
gedruckt wurden. Ich muss noch einmal ersuchen, das zu unterlassen! Wer
ist derjenige, der sowenig Achtung vor der Arbeit eines anderen hat, dass er sie
[rüc]ksichtslos zerstört. Es geht nicht, hier einfach einen Krämer-Standpunkt ein-
zunehmen, sonst sende ich Ihnen nie wieder ein Manuskript!!
Hochachtungsvoll
Arnold Schönberg
über Klenau
Mitwirkung
Im Verein
für musikalische Privataufführungen fanden zwischen 30. April und 12.
Mai 1921 vier Aufführungen von Pierrot lunaire op. 21 in der Besetzung Erika Wagner, Eduard Steuermann, Franz Wangler,
Viktor Polatschek, Rudolf Kolisch, Wilhelm Winkler und Erwin
Stein bzw. Arnold
Schönberg statt. Ein undatiertes Protokoll dokumentiert
das Management des Ensembles durch den Verein für künftige Aufführungen und verpflichtet die
Musiker:innen bis 30. Juni 1922 exklusiv
in genannter Besetzung an Aufführungen des Werk teilzunehmen. Der
Verein verpflichtet sich zudem, die
Mitglieder einer namtlich nicht ausgeführten Ersatzbesetzung für
mindestens zwei je zehn Konzerten einzusetzen (Szmolyan 1984, S. 108; Protokoll
ASCI
VMP5315).
Brief
16 VIII.1921
P. T. U. E. Es scheint, dass ein oder mehrere Briefe von mir an Sie,
nicht
angekommen sind. Denn über Klenau1 habe ich schon geschrieben: dass ich Frau Wagner die Mitwirkung2 außerhalb unseres Pierrot-Ensembles nicht gestatten kann. Einen
Brief3 vom 25. Juli habe ich nicht bekommen.
Dagegen habe ich schon wiederholt gefragt, ob Sie das
Vorwort zur 3ten Auf
lage der Harmonielehre
schon bekommen haben, worauf ich bisher keine Antwort erhielt!!
Aus den mir gesandten Korrekturen ersehe ich mit Schrecken, dass gegen
meinen ausdrücklichen Wunsch, die Notenbeispiele vom Vorlage-Material abgedruckt wurden. Ich muss noch einmal
ersuchen, das zu unterlassen! Wer ist derjenige, der sowenig
Achtung vor der Arbeit eines anderen hat, dass er sie
rücksichtslos zerstört. Es geht nicht, hier
einfach einen Krämer-Standpunkt einzunehmen, sonst sende ich Ihnen nie wieder ein Manuskript!!
Hochachtungsvoll
Arnold Schönberg
über Klenau
Mitwirkung
Im Verein
für musikalische Privataufführungen fanden zwischen 30. April und 12.
Mai 1921 vier Aufführungen von Pierrot lunaire op. 21 in der Besetzung Erika Wagner, Eduard Steuermann, Franz Wangler,
Viktor Polatschek, Rudolf Kolisch, Wilhelm Winkler und Erwin
Stein bzw. Arnold
Schönberg statt. Ein undatiertes Protokoll dokumentiert
das Management des Ensembles durch den Verein für künftige Aufführungen und verpflichtet die
Musiker:innen bis 30. Juni 1922 exklusiv
in genannter Besetzung an Aufführungen des Werk teilzunehmen. Der
Verein verpflichtet sich zudem, die
Mitglieder einer namtlich nicht ausgeführten Ersatzbesetzung für
mindestens zwei je zehn Konzerten einzusetzen (Szmolyan 1984, S. 108; Protokoll
ASCI
VMP5315).
Brief
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 16. August 1921, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.7051.