4. November 1910
Geehrter Herr Direktor, mein Brief ist bis zu einem
gewissen Grad überflüssig; denn, dadurch, dass Sie so
decidirt erklärt haben, ich (oder mein Werk) wären Ihnen
die 4000 Kronen Druckkosten nicht wert, haben Sie ja
meine einzige Bedingung, die ich damals gestellt hatte:
die Drucklegung, abgelehnt. Ich bin also frei, bezüglich
meines Angebotes, und dieser Brief hat nur den Zweck
das zu konstatieren.
Aber selbstverständlich: das Werk steht Ihnen
zur Verfügung und Sie können es unter den zu
[un]serem Vertrag festgesetzten Bedingungen erwerben.
Denen habe ich nur die Bedingung hinzuzufügen, dass
das Werk sofort gedruckt oder litografiert werden muss. Alles Uebrige
kann bleiben, wie es dort ist: ich meine das was
über Honorar-Vorschuss und so weiter festgesetzt ist.
Sie verzeihen; aber nun weiß ich (was meine
Hoffnungen auf die Zukunft zwar nicht rosi angenehm macht)

dass die Universal-Edition einen Betrag von 4000 Kronen
für mich nicht riskieren wollte. Aber deshalb möchte ich
gern herausbringen, welchen äußersten Betrag ich ihr wert
bin – und da darf ich ihr doch nicht mit einer so
lächerlich geringen Summe Entgegenkommen zeigen,
wie es der Honorarvorschuß ist, den ich erhalten soll. Da dar[f]
ich doch dann nicht auf den verzichten; sonst erfahre ich ja
noch viel später, welches wirklich unser Verhältnis ist.
Deshalb halte ich mich in diesem Fall an die im Vertrag fest-
gesetzte Abmachung.
Mit vorzüglicher Hochachtung ergebenst Arnold Schönberg
4. November 1910
Geehrter Herr Direktor, mein Brief ist bis zu einem gewissen Grad überflüssig; denn, dadurch, dass Sie so decidirt erklärt haben, ich (oder mein Werk) wären Ihnen die 4000 Kronen Druckkosten nicht wert, haben Sie ja meine einzige Bedingung, die ich damals gestellt hatte: die Drucklegung, abgelehnt. Ich bin also frei, bezüglich meines Angebotes, und dieser Brief hat nur den Zweck das zu konstatieren.
Aber selbstverständlich: das Werk steht Ihnen zur Verfügung und Sie können es unter den zu unserem Vertrag festgesetzten Bedingungen erwerben. Denen habe ich nur die Bedingung hinzuzufügen, dass das Werk sofort gedruckt oder litografiert werden muss. Alles Uebrige kann bleiben, wie es dort ist: ich meine das was über Honorar-Vorschuss und so weiter festgesetzt ist.
Sie verzeihen; aber nun weiß ich (was meine Hoffnungen auf die Zukunft zwar nicht angenehm macht) dass die Universal-Edition einen Betrag von 4000 Kronen für mich nicht riskieren wollte. deshalb möchte ich gern herausbringen, welchen äußersten Betrag ich ihr wert bin – und da darf ich ihr doch nicht mit einer so lächerlich geringen Summe Entgegenkommen zeigen, wie es der Honorarvorschuß ist, den ich erhalten soll. Da darf ich doch dann nicht auf den verzichten; sonst erfahre ich ja noch viel später, welches wirklich unser Verhältnis ist.
Deshalb halte ich mich in diesem Fall an die im Vertrag festgesetzte Abmachung.
Mit vorzüglicher Hochachtung ergebenst Arnold Schönberg

4. November 1910


Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection


Brief

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, 4. November 1910, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.7251.

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