Arnold Schönberg an Universal-Edition
11. November 1925
Lieber Herr Direktor Herzka, nach reiflicher Ueberlegung:
Die Instrumentation der Moussorgsky-Klavierstücke
für die Balletzwecke der Wiener Oper kann ich nicht machen.
für die Balletzwecke der Wiener Oper kann ich nicht machen.
Der entscheidende Grund ist, dass mir der Stil ganz
fremd ist und ich auf diesem national-russischen Gebiet, auf
welchem Strawinskys Domäne liegt, mich nur äusserst befangen
und unsicher bewegen, und wahrscheinlich in meiner Phantasie so
beengt fühlen dürfte, dass kaum etwas herauskommen könnte, unter
das ich meinen Namen setzen darf.
fremd ist und ich auf diesem national-russischen Gebiet, auf
welchem Strawinskys Domäne liegt, mich nur äusserst befangen
und unsicher bewegen, und wahrscheinlich in meiner Phantasie so
beengt fühlen dürfte, dass kaum etwas herauskommen könnte, unter
das ich meinen Namen setzen darf.
Dabei habe ich es nicht zuende geprüft, ob die Auf-
gabe für mich eine künstlerische ist und ob ich nicht gar mich
in die Dreimäderlhausregion begebe. Desgleichen nicht, ob ich
in ein (in irgend ein) Verhältnis zur Staatsoper treten soll.
gabe für mich eine künstlerische ist und ob ich nicht gar mich
in die Dreimäderlhausregion begebe. Desgleichen nicht, ob ich
in ein (in irgend ein) Verhältnis zur Staatsoper treten soll.
Mir kommt vor, dass Strawinsky der richtige
Mann
sein könnte, oder Bartok. Vielleicht hat Zemlinsky Lust, der würde sowas großartig
machen. Natürlich auch Webern!
sein könnte, oder Bartok. Vielleicht hat Zemlinsky Lust, der würde sowas großartig
machen. Natürlich auch Webern!
Mit herzlichsten Grüssen bin ich Ihr ergebener
Lieber Herr Direktor Herzka, nach reiflicher Ueberlegung:
Die Instrumentation der Moussorgsky-Klavierstücke
für die Balletzwecke der Wiener Oper kann ich
nicht machen.
Der entscheidende Grund ist, dass mir der Stil ganz fremd ist und ich auf
diesem national-russischen Gebiet, auf
welchem Strawinskys Domäne liegt, mich
nur äusserst befangen und unsicher bewegen, und wahrscheinlich in meiner
Phantasie so beengt fühlen dürfte, dass kaum etwas herauskommen könnte,
unter das ich meinen Namen setzen darf.
Dabei habe ich es nicht zuende geprüft, ob die Aufgabe für mich eine künstlerische ist und ob ich nicht gar mich in
die Dreimäderlhausregion begebe. Desgleichen nicht,
ob ich in ein (in irgend ein) Verhältnis zur Staatsoper treten soll.
Mir kommt vor, dass Strawinsky der richtige
Mann sein könnte, oder Bartok. Vielleicht hat Zemlinsky Lust, der würde sowas großartig machen.
Natürlich auch Webern!
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 11. November 1925, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.1162.