Lieber Herr Schönberg
Dass Sie so bald schon
rebellisch werden würden,
hatte ich nicht gedacht!
Sicherlich – wir haben Ihnen
versprochen Sie nach Ihren
Erfolgen zu stellen, und
unser Versprechen werden
wir halten. Einstweilen
sehen wir aber noch keine
Erfolge. Wenn Eberle Ihnen
ein einmaliges Honorar
von 200–300 Gulden zahlen
will
1 – Sie wissen’s nicht einmal
genau – so ist das doch
kein Erfolg! Da Sie von dem
reichlichen Absatz des Sextettes
überzeugt sind, kann Ihnen
auch nur daran gelegen sein
dauernd an den Einnahmen
beteiligt zu bleiben. Und

Lauterbach und Kuhn? Es
widerstrebt mir auf alle
Punkte Ihres Briefes2 näher
einzugehen, zumal ich Ihnen
Ihre „Energie“ inderthat übel
nehme.
Nach erfolgter Rücksprache
mit Herrn Peters habe ich
Ihnen geschäftlich mitzu-
teilen, dass wir zur Wahrung
unseres Vorteils auf einer
schlichten Innehaltung der
Bestimmungen des Vertrages
vom 27. Juni 1903 bestehen wer-
den.
Wir wollen Sie nicht für
einen Narren halten, aber
wir rechnen darauf, dass
auch Sie uns als normal
Veranlagte gelten lassen.
Mit bestem Gruss
Ihr
ehemaliger

Max Marschalk
Ihr op 3 muss dieser Tage3
eintreffen.
Lieber Herr Schönberg
Dass Sie so bald schon rebellisch werden würden, hatte ich nicht gedacht! Sicherlich – wir haben Ihnen versprochen Sie nach Ihren Erfolgen zu stellen, und unser Versprechen werden wir halten. Einstweilen sehen wir aber noch keine Erfolge. Wenn Eberle Ihnen ein einmaliges Honorar von 200–300 Gulden zahlen will1 – Sie wissen’s nicht einmal genau – so ist das doch kein Erfolg! Da Sie von dem reichlichen Absatz des Sextettes überzeugt sind, kann Ihnen auch nur daran gelegen sein dauernd an den Einnahmen beteiligt zu bleiben. Und Lauterbach und Kuhn? Es widerstrebt mir auf alle Punkte Ihres Briefes2 näher einzugehen, zumal ich Ihnen Ihre „Energie“ inderthat übel nehme.
Nach erfolgter Rücksprache mit Herrn Peters habe ich Ihnen geschäftlich mitzuteilen, dass wir zur Wahrung unseres Vorteils auf einer schlichten Innehaltung der Bestimmungen des Vertrages vom 27. Juni 1903 bestehen werden.
Wir wollen Sie nicht für einen Narren halten, aber wir rechnen darauf, dass auch Sie uns als normal Veranlagte gelten lassen.
Mit bestem Gruss Ihr ehemaliger
Max Marschalk
Ihr op 3 muss dieser Tage3 eintreffen.

18. April 1904


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection



Brief

Zitierhinweis:

Verlag Dreililien an Arnold Schönberg, 18. April 1904, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.12383.

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