Verlag Dreililien an Arnold Schönberg
30. Oktober 1906
Herrn Arnold Schönberg
Lieber Herr Schönberg!
Die Aufführung1 Ihres Sextettes liess sehr viel zu
wünschen
übrig; einige Stellen gelangen den Herren sehr gut, andere dahin-
gegen wurden dermassen verpatzt, dass es zum Davonlaufen war.
Immerhin war die Aufführung besser als die, welche damals im Archi-
tektenhause stattfand2. Mir hat das Werk jetzt besser gefallen, und
wenn es mir im Ganzen auch noch etwas chaotisch vorkommt, wenn ich
die architektonische Gliederung auch noch nicht auffasse, so sehe ich
doch in vielen Stellen starke Talentproben! Die Aufnahme war sehr
freundlich, doch will das nichts besagen, da ein sehr schlechtes
Quartett von Juon noch freundlicher aufgenommen wurde. Einige Kriti-
ken3 lege ich Ihnen bei. Es werden wohl noch mehr erschienen sein, doch
vermutlich keine guten mit Ausnahme der Nationalzeitung4, die ich mir
noch beschaffen will.*
übrig; einige Stellen gelangen den Herren sehr gut, andere dahin-
gegen wurden dermassen verpatzt, dass es zum Davonlaufen war.
Immerhin war die Aufführung besser als die, welche damals im Archi-
tektenhause stattfand2. Mir hat das Werk jetzt besser gefallen, und
wenn es mir im Ganzen auch noch etwas chaotisch vorkommt, wenn ich
die architektonische Gliederung auch noch nicht auffasse, so sehe ich
doch in vielen Stellen starke Talentproben! Die Aufnahme war sehr
freundlich, doch will das nichts besagen, da ein sehr schlechtes
Quartett von Juon noch freundlicher aufgenommen wurde. Einige Kriti-
ken3 lege ich Ihnen bei. Es werden wohl noch mehr erschienen sein, doch
vermutlich keine guten mit Ausnahme der Nationalzeitung4, die ich mir
noch beschaffen will.*
Was Ihr Quartett anbelangt, so wollen wir es
drucken, aber ich möch
te Ihnen doch dringend raten, eine Aufführung6 abzuwarten, damit nicht
ein Wunsch noch Aenderungen vorzunehmen zu spät kommt.
te Ihnen doch dringend raten, eine Aufführung6 abzuwarten, damit nicht
ein Wunsch noch Aenderungen vorzunehmen zu spät kommt.
Fried hat noch nichts wieder von sich hören
lassen. Da auch ein
anderes Orchester, das grosse Unternehmungen plant, auf Ihre sin-
fonische Dichtung reflektiert, so werde ich jetzt noch einmal anfra-
gen.
fonische Dichtung reflektiert, so werde ich jetzt noch einmal anfra-
gen.
Ich bin heute etwas pressiert und muss abbrechen. Die weiteren
Fragen Ihres Briefes7 werde ich nächster Tage beantworten.
Fragen Ihres Briefes7 werde ich nächster Tage beantworten.
Aufführung
die, welche damals im Architektenhause stattfand
Kritiken
Rezensionen aus dem
Schönberg-Nachlass mit Annotationen von Max
Marschalk: B. C., 25. Oktober 1906; Berliner Lokal-Anzeiger, 30. Oktober 1906; Vossische Zeitung, 30. Oktober 1906.
Nationalzeitung
Rezension aus dem
Schönberg-Nachlass mit Annotationen von Max
Marschalk: National-Zeitung Berlin, 26. Oktober 1906.
B. T.
Aufführung
Herrn Arnold Schönberg
Lieber Herr Schönberg!
Die Aufführung1 Ihres Sextettes liess sehr viel zu
wünschen übrig; einige Stellen gelangen den Herren sehr gut, andere dahingegen wurden dermassen verpatzt, dass es zum Davonlaufen war.
Immerhin war die Aufführung besser als die, welche damals im Architektenhause stattfand2. Mir hat das Werk jetzt besser gefallen, und wenn es mir im Ganzen
auch noch etwas chaotisch vorkommt, wenn ich die architektonische
Gliederung auch noch nicht auffasse, so sehe ich doch in vielen Stellen
starke Talentproben! Die Aufnahme war sehr freundlich, doch will das nichts
besagen, da ein sehr schlechtes
Quartett von Juon noch freundlicher aufgenommen wurde. Einige Kritiken3 lege ich Ihnen bei. Es werden wohl noch mehr erschienen sein, doch
vermutlich keine guten mit Ausnahme der Nationalzeitung4, die ich mir noch beschaffen will.
Was Ihr Quartett anbelangt, so wollen wir es
drucken, aber ich möch te Ihnen doch dringend raten, eine Aufführung6 abzuwarten, damit nicht ein Wunsch noch Aenderungen vorzunehmen zu
spät kommt.
Fried hat noch nichts wieder von sich hören
lassen. Da auch ein anderes Orchester, das grosse Unternehmungen plant, auf Ihre sinfonische Dichtung reflektiert, so werde ich jetzt
noch einmal anfragen.
Ich bin heute etwas pressiert und muss abbrechen. Die weiteren Fragen Ihres
Briefes7 werde ich nächster Tage beantworten.
Aufführung
die, welche damals im Architektenhause stattfand
Kritiken
Rezensionen aus dem
Schönberg-Nachlass mit Annotationen von Max
Marschalk: B. C., 25. Oktober 1906; Berliner Lokal-Anzeiger, 30. Oktober 1906; Vossische Zeitung, 30. Oktober 1906.
Nationalzeitung
Rezension aus dem
Schönberg-Nachlass mit Annotationen von Max
Marschalk: National-Zeitung Berlin, 26. Oktober 1906.
B. T.
Aufführung
30. Oktober 1906
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Verlag Dreililien an Arnold Schönberg, 30. Oktober 1906, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.12395.