Verlag Dreililien an Arnold Schönberg
9. Jänner 1907
Herrn Arnold Schönberg
Lieber Herr Schönberg!
Ich beeile mich – Sie wissen ja, dass ich mich immer beeile! –
Ihre Fragen zu beantworten.
Ihre Fragen zu beantworten.
Ad 1. Ihr Quartett habe ich erhalten. Es ist schon
beim Stecher1,
und wenn Sie etwas weniger bummlig mit dem Lesen der Korrektur sein
werden, als die Herren Autoren es gewöhnlich sind, so wird es im
Laufe des Monats herauskommen2 können.
und wenn Sie etwas weniger bummlig mit dem Lesen der Korrektur sein
werden, als die Herren Autoren es gewöhnlich sind, so wird es im
Laufe des Monats herauskommen2 können.
Ad 2. Ihre Orchester-Lieder habe ich mir erst von
Fried zurück
fordern müssen. Sie sind inzwischen dem Allgemeinen deutschen Musik-
verein eingereicht worden. Versäumen Sie es nun nicht sofort einen
dringlichen Brief an Strauss zu schreiben, denn die Conferenz, in der
das Programm des nächsten Musikfestes3 beraten werden wird, wird, so
viel ich weiss, am 17. Januar stattfinden.
fordern müssen. Sie sind inzwischen dem Allgemeinen deutschen Musik-
verein eingereicht worden. Versäumen Sie es nun nicht sofort einen
dringlichen Brief an Strauss zu schreiben, denn die Conferenz, in der
das Programm des nächsten Musikfestes3 beraten werden wird, wird, so
viel ich weiss, am 17. Januar stattfinden.
Ad. 3. Was Ihre Vorschussangelegenheit anbelangt, so ist sie in-
sofern geregelt, als Sie jetzt nicht in Anspruch genommen werden
sollen. Wir werden hoffe ich Gelegenheit haben in Wien über diese An-
gelegenheit eingehend zu conferieren, denn ich habe die Absicht den
Aufführungen4 Ihres Quartettes und Ihrer Kammersinfonie beizuwohnen,
wofern ich es werde ermöglichen können.
sofern geregelt, als Sie jetzt nicht in Anspruch genommen werden
sollen. Wir werden hoffe ich Gelegenheit haben in Wien über diese An-
gelegenheit eingehend zu conferieren, denn ich habe die Absicht den
Aufführungen4 Ihres Quartettes und Ihrer Kammersinfonie beizuwohnen,
wofern ich es werde ermöglichen können.
stellen. Mehr zu tun liegt nicht in unserer Macht. Bieten Sie Ihren
und den Einfluss Ihrer Freunde auf, dass die Sortimenter Ihre Sa-
chen ausstellen.
und den Einfluss Ihrer Freunde auf, dass die Sortimenter Ihre Sa-
chen ausstellen.
Ad 5. Von Fried habe ich nichts wieder
gehört. Ich nehme an, dass
er die sinfonische Dichtung aufführen5 wird. Die Stimmen6 können Sie
ja einstweilen schon immer an uns schicken, damit sie, sobald Fried
sie verlangt, zur Hand sind. Fried möchte übrigens sehr gern einen
Klavierauszug haben, und auch ich bin der Meinung, dass wir ohne einen
Klavierauszug nicht auskommen. Wenn Sie selbst keinen haben und auch
niemanden wissen, der ihn gut anfertigen könnte, so möchte ich die
Partitur7 einmal dem Otto Taubmann geben, der ein sehr guter Arrangeur
sein soll. Wären Sie damit einverstanden?
er die sinfonische Dichtung aufführen5 wird. Die Stimmen6 können Sie
ja einstweilen schon immer an uns schicken, damit sie, sobald Fried
sie verlangt, zur Hand sind. Fried möchte übrigens sehr gern einen
Klavierauszug haben, und auch ich bin der Meinung, dass wir ohne einen
Klavierauszug nicht auskommen. Wenn Sie selbst keinen haben und auch
niemanden wissen, der ihn gut anfertigen könnte, so möchte ich die
Partitur7 einmal dem Otto Taubmann geben, der ein sehr guter Arrangeur
sein soll. Wären Sie damit einverstanden?
Ad 6. Die Drucklegung der Sinfonie hätte schon
längst beendet
sein können, wenn Sie ein zweites Ex. zur Verfügung hätten. So müssen
wir warten, bis die Partitur wieder disponibel sein wird.
sein können, wenn Sie ein zweites Ex. zur Verfügung hätten. So müssen
wir warten, bis die Partitur wieder disponibel sein wird.
Ad 7. Die Korrektur in Op. 6 Nr. 3 können Sie
selbst besorgen, da
Ihnen die Revision des Werkes8 noch einmal zugehen wird.
Ihnen die Revision des Werkes8 noch einmal zugehen wird.
Ad 8. Ueber einen Beitrag zu den Abschreibekosten Ihres Quartet-
tes können wir mündlich verhandeln.
tes können wir mündlich verhandeln.
Ad 9. Ob ich nach Wien kommen werde, wird
lediglich davon abhän-
gen, ob ich um die Zeit nicht gerade werde nach Stuttgart reisen müs-
sen, wo man voraussichtlich im Februar eine Oper von mir aufführen9
will.
gen, ob ich um die Zeit nicht gerade werde nach Stuttgart reisen müs-
sen, wo man voraussichtlich im Februar eine Oper von mir aufführen9
will.
Auch ich hoffe in Ihrem Interesse und in dem des Verlages, dass
Sie diesmal einen ausgesprochenen Erfolg haben werden. Sobald er da
sein wird, wird der Zeitpunkt für uns gekommen sein durch geeignete
Propaganda und Reklame etwas nachzuhelfen. Also: Ich wünsche Ihnen
im allgemeinen und im besonderen alles Gute und Schöne für das Jahr
1907.
Sie diesmal einen ausgesprochenen Erfolg haben werden. Sobald er da
sein wird, wird der Zeitpunkt für uns gekommen sein durch geeignete
Propaganda und Reklame etwas nachzuhelfen. Also: Ich wünsche Ihnen
im allgemeinen und im besonderen alles Gute und Schöne für das Jahr
1907.
Stecher
Stich und Druck erfolgten bei C. G. Röder in Leipzig.
herauskommen
Die Publikation der Partitur
wird im Februar 1907 angezeigt (Hofmeister 1907, S.
57).
Programm des nächsten Musikfestes
„Auf der Tonkünstlerversammlung mal was von Ihnen zu bringen, ist
schon längst meine Absicht. Es geht aber auch da nicht immer, wie
man möchte. Wenn es möglich wäre, die Uraufführung Ihrer Orchesterlieder, der Kammersinfonie, bis zum nächsten Sommer zu verschieben,
in diesem Falle schicken Sie doch bitte,
die Partituren an Dr. Obrist nach Weimar“ (Richard Strauss
an Arnold Schönberg, 11. September 1906; ASCC 19596): Die Aufführung kam nicht zustande.
Schönberg-Aufführung beim
Tonkünstlerfest 1907:
30. Juni 1907, Dresden, Vereinshaus, 43. Tonkünstler-Fest des Allgemeinen
Deutschen Musikvereins, 2. Kammermusik-Konzert.
Aufführungen
aufführen
Stimmen
Handschriftliches
Stimmenmaterial der Uraufführung, teilweise autograph, verschollen (ASGA B 10, Quelle E*).
Partitur
Nachgewiesene Quellen: Partiturreinschrift,
autograph (ASGA B 10, Quelle C); Partiturabschrift, möglicherweise
autograph; zugleich Autographiervorlage für den Erstdruck, verschollen
(ASGA B 10, Quelle G*). Die Existenz einer Partiturabschrift
geht aus Verlag Dreililien an Arnold
Schönberg, 15. Oktober 1908 hervor; Herstellungszeitpunkt
nicht ermittelt.
Revision des Werkes
Korrekturabzüge der
Notenseiten der Einzelausgabe (ASGA B 1/2, Teil 1, Quelle Da).
aufführen
3 Lieder, die Messchaert
gestern sang
Herrn Arnold Schönberg
Lieber Herr Schönberg!
Ich beeile mich – Sie wissen ja, dass ich mich immer beeile! – Ihre Fragen
zu beantworten.
Ad 1. Ihr Quartett habe ich erhalten. Es ist schon
beim Stecher1, und wenn Sie etwas weniger bummlig mit dem Lesen der Korrektur sein
werden, als die Herren Autoren es gewöhnlich sind, so wird es im Laufe
des Monats herauskommen2 können.
Ad 2. Ihre Orchester-Lieder habe ich mir erst von
Fried zurück fordern müssen. Sie
sind inzwischen dem Allgemeinen deutschen Musikverein eingereicht worden. Versäumen Sie es nun
nicht sofort einen dringlichen Brief an Strauss zu schreiben, denn die Conferenz, in der das Programm des nächsten Musikfestes3 beraten werden wird, wird, so viel ich weiss, am 17. Januar stattfinden.
Ad. 3. Was Ihre Vorschussangelegenheit anbelangt, so ist sie insofern geregelt, als Sie jetzt nicht in Anspruch genommen werden
sollen. Wir werden hoffe ich Gelegenheit haben in Wien über diese Angelegenheit eingehend zu conferieren, denn ich habe die Absicht
den
Aufführungen4 Ihres
Quartettes und Ihrer Kammersinfonie beizuwohnen,
wofern ich es werde ermöglichen können.
Ad 4. Von Ihren Liedern habe ich noch einmal eine
Revision einfordern müssen. Ich hoffe, dass sie rechtzeitig etwa bis zum
20. fertig gestellt sein werden. Wir werden den Wiener Sortimentern brieflich Mitteilung machen und sie auffordern eine Conditions-Sendung zu bestellen. Mehr zu tun liegt nicht in unserer Macht. Bieten Sie Ihren und
den Einfluss Ihrer Freunde auf, dass die Sortimenter Ihre Sachen ausstellen.
Ad 5. Von Fried habe ich nichts wieder
gehört. Ich nehme an, dass er die sinfonische
Dichtung
aufführen5 wird. Die Stimmen6 können Sie ja einstweilen schon immer an uns schicken, damit sie,
sobald Fried
sie verlangt, zur Hand sind. Fried
möchte übrigens sehr gern einen Klavierauszug haben, und auch ich bin der
Meinung, dass wir ohne einen Klavierauszug nicht auskommen. Wenn Sie selbst
keinen haben und auch niemanden wissen, der ihn gut anfertigen könnte, so
möchte ich die
Partitur7 einmal dem Otto Taubmann geben, der
ein sehr guter Arrangeur sein soll. Wären Sie damit einverstanden?
Ad 6. Die Drucklegung der Sinfonie hätte schon
längst beendet sein können, wenn Sie ein zweites Ex. zur Verfügung hätten.
So müssen wir warten, bis die Partitur wieder disponibel sein wird.
Ad 7. Die Korrektur in Op. 6 Nr. 3 können Sie
selbst besorgen, da Ihnen die Revision des Werkes8 noch einmal zugehen wird.
Ad 8. Ueber einen Beitrag zu den Abschreibekosten Ihres Quartettes können wir mündlich verhandeln.
Ad 9. Ob ich nach Wien kommen werde, wird
lediglich davon abhängen, ob ich um die Zeit nicht gerade werde nach Stuttgart reisen müssen, wo man voraussichtlich im Februar eine Oper von mir aufführen9
will.
Auch ich hoffe in Ihrem Interesse und in dem des Verlages, dass Sie diesmal
einen ausgesprochenen Erfolg haben werden. Sobald er da sein wird, wird der
Zeitpunkt für uns gekommen sein durch geeignete Propaganda und Reklame
etwas nachzuhelfen. Also: Ich wünsche Ihnen im allgemeinen und im
besonderen alles Gute und Schöne für das Jahr
1907.
Stecher
Stich und Druck erfolgten bei C. G. Röder in Leipzig.
herauskommen
Die Publikation der Partitur
wird im Februar 1907 angezeigt (Hofmeister 1907, S.
57).
Programm des nächsten Musikfestes
„Auf der Tonkünstlerversammlung mal was von Ihnen zu bringen, ist
schon längst meine Absicht. Es geht aber auch da nicht immer, wie
man möchte. Wenn es möglich wäre, die Uraufführung Ihrer Orchesterlieder, der Kammersinfonie, bis zum nächsten Sommer zu verschieben,
in diesem Falle schicken Sie doch bitte,
die Partituren an Dr. Obrist nach Weimar“ (Richard Strauss
an Arnold Schönberg, 11. September 1906; ASCC 19596): Die Aufführung kam nicht zustande.
Schönberg-Aufführung beim
Tonkünstlerfest 1907:
30. Juni 1907, Dresden, Vereinshaus, 43. Tonkünstler-Fest des Allgemeinen
Deutschen Musikvereins, 2. Kammermusik-Konzert.
Aufführungen
aufführen
Stimmen
Handschriftliches
Stimmenmaterial der Uraufführung, teilweise autograph, verschollen (ASGA B 10, Quelle E*).
Partitur
Nachgewiesene Quellen: Partiturreinschrift,
autograph (ASGA B 10, Quelle C); Partiturabschrift, möglicherweise
autograph; zugleich Autographiervorlage für den Erstdruck, verschollen
(ASGA B 10, Quelle G*). Die Existenz einer Partiturabschrift
geht aus Verlag Dreililien an Arnold
Schönberg, 15. Oktober 1908 hervor; Herstellungszeitpunkt
nicht ermittelt.
Revision des Werkes
Korrekturabzüge der
Notenseiten der Einzelausgabe (ASGA B 1/2, Teil 1, Quelle Da).
aufführen
3 Lieder, die Messchaert
gestern sang
9. Jänner 1907
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Verlag Dreililien an Arnold Schönberg, 9. Jänner 1907, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.12397.