Verlag Dreililien an Arnold Schönberg
14. September 1909
Lieber Herr Schönberg!
So schnell wie Sie denken wird sich Ihre Angelegenheit wohl
nicht regeln lassen. Herr Messner lebt in München, und das Hin und
Her erfordert viel Zeit. Es handelt sich hier um einen Entschluss
von ziemlicher Tragweite. Läge Ihnen daran Ihre Arbeiten einstweilen
nur gedruckt zu haben, so liesse sich vielleicht schneller eine Eini-
gung erzielen. Ein Verleger, der Ihnen alle Ihre Sachen druckt, ohne
Ihnen einstweilen ein Honorar zu geben, übernimmt schon dadurch ein
Risiko, das nicht klein zu nennen ist. Ein Verleger, der Geschäfte
machen will, wird sich, soweit ich die Sachlage übersehen kann, nie-
mals bereit finden mit Ihnen in Verbindung zu treten. Deshalb glaube
ich auch einstweilen noch nicht daran, dass die Universal-Edition
oder Breitkopf und Härtel Ihnen Anträge machen werden. Sollte es doch
der Fall sein und zwar bevor wir uns einigen könnten, so hätten wir
wohl oder übel das Nachsehen. – Es mag sein, dass Busoni1 ein feiner
Kopf ist; ein unklarer ist er sicherlich und von einem ästhetischen
Snobismus befallen, der nicht gerade angenehm wirkt.
nicht regeln lassen. Herr Messner lebt in München, und das Hin und
Her erfordert viel Zeit. Es handelt sich hier um einen Entschluss
von ziemlicher Tragweite. Läge Ihnen daran Ihre Arbeiten einstweilen
nur gedruckt zu haben, so liesse sich vielleicht schneller eine Eini-
gung erzielen. Ein Verleger, der Ihnen alle Ihre Sachen druckt, ohne
Ihnen einstweilen ein Honorar zu geben, übernimmt schon dadurch ein
Risiko, das nicht klein zu nennen ist. Ein Verleger, der Geschäfte
machen will, wird sich, soweit ich die Sachlage übersehen kann, nie-
mals bereit finden mit Ihnen in Verbindung zu treten. Deshalb glaube
ich auch einstweilen noch nicht daran, dass die Universal-Edition
oder Breitkopf und Härtel Ihnen Anträge machen werden. Sollte es doch
der Fall sein und zwar bevor wir uns einigen könnten, so hätten wir
wohl oder übel das Nachsehen. – Es mag sein, dass Busoni1 ein feiner
Kopf ist; ein unklarer ist er sicherlich und von einem ästhetischen
Snobismus befallen, der nicht gerade angenehm wirkt.
Busoni
Ferruccio Busoni hatte seinem Verlag
Breitkopf & Härtel ohne
Schönbergs Wissen „die
allerdings ganz unpopulären, aber bedeutsamen 3
Stücke (von etwa 4 Druckseiten jedes)“ empfohlen (Ferruccio
Busoni an Breitkopf & Härtel, 26. August 1909; Busoni 2012, S. 340). Im Rahmen
der Korrespondenz über Arnold Schönberg, Drei
Klavierstücke op. 11 und Ferruccio
Busonis
konzertmäßiger Interpretation des
Klavierstücks op. 11/2 berichtete Busoni davon (Ferruccio Busoni an Arnold Schönberg, 26.
August 1909; ASCC
19516).
Lieber Herr Schönberg!
So schnell wie Sie denken wird sich Ihre Angelegenheit wohl nicht regeln
lassen. Herr Messner lebt in München, und das Hin und Her erfordert viel
Zeit. Es handelt sich hier um einen Entschluss von ziemlicher Tragweite.
Läge Ihnen daran Ihre Arbeiten einstweilen nur gedruckt zu haben, so liesse
sich vielleicht schneller eine Einigung erzielen. Ein Verleger, der Ihnen alle Ihre Sachen druckt,
ohne Ihnen einstweilen ein Honorar zu geben, übernimmt schon dadurch ein
Risiko, das nicht klein zu nennen ist. Ein Verleger, der Geschäfte
machen will, wird sich, soweit ich die Sachlage übersehen kann, niemals bereit finden mit Ihnen in Verbindung zu treten. Deshalb
glaube ich auch einstweilen noch nicht daran, dass die Universal-Edition
oder Breitkopf und Härtel Ihnen Anträge
machen werden. Sollte es doch der Fall sein und zwar bevor wir uns einigen
könnten, so hätten wir wohl oder übel das Nachsehen. – Es mag sein, dass
Busoni1 ein feiner Kopf ist; ein unklarer ist er sicherlich und von einem
ästhetischen Snobismus befallen, der nicht gerade angenehm wirkt.
Busoni
Ferruccio Busoni hatte seinem Verlag
Breitkopf & Härtel ohne
Schönbergs Wissen „die
allerdings ganz unpopulären, aber bedeutsamen 3
Stücke (von etwa 4 Druckseiten jedes)“ empfohlen (Ferruccio
Busoni an Breitkopf & Härtel, 26. August 1909; Busoni 2012, S. 340). Im Rahmen
der Korrespondenz über Arnold Schönberg, Drei
Klavierstücke op. 11 und Ferruccio
Busonis
konzertmäßiger Interpretation des
Klavierstücks op. 11/2 berichtete Busoni davon (Ferruccio Busoni an Arnold Schönberg, 26.
August 1909; ASCC
19516).
14. September 1909
Rückseite: Notizen von Arnold
Schönberg
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Verlag Dreililien an Arnold Schönberg, 14. September 1909, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.12414.