Pörtschach am See
14.IX.1926
Pt UE, ich habe anfangs August der UE meine Suite-Par-
titur
1 übergeben. Statt dass ich nun anfangs September die
erste Korrektur erhalte, senden Sie mir jetzt eine Pro-
beseite
(die ich NB nicht verlangt hatte!). Da ich die-
sem Vorgang nicht länger mehr ruhig zusehen kann (denn
meine Einkünfte leiden darunter und auf meinem Konto
erfolgen keine Verkaufsgutschriften neuer Werke und das,
obwohl ich Ihnen seit Jänner vorigen Jahres vier
neue Werke
2 überreicht habe!) muss ich nun erklären, dass
das nicht so weiter geht. Ich verlange, dass dieses Werk
bis spätestens 15. Oktober 1926 in Partitur und bis 15.XI 1926
in Stimmen fertiggedruckt vorliegt und gebe Ihnen bis [z]
zum Erscheinen meiner beiden Chorwerke3 einen Termin
von 14 Tagen d. i. bis 30. September [.] dieses Jahres.
Sollten diese Termine nicht eingehalten werden, so müsste
ich das als Verletzung unseres Vertrages dem Geiste nach
ansehen. Ich habe mich jetzt seit den Klavierstücken und dem
Bläserquintett oft genug
über diese laxe Behandlung
meiner Werke zu beklagen gehabt und kann nicht einsehen,
warum bei der UE ein Werk von mir zu einem Zeit-Punkt
wo man bei anderen Verlegern schon die zweite Auflage
herausgegeben hat, das Werk noch nicht gestochen ist[,].
Es geht eben nicht, dass andere immer mir vorangehen.
Ich bitte um Mitteilung, ob Herr Stein einen Entwurf zu
einem kleinen satirischen Aufsatz4 erhalten hat.
Ich wüsste ferner gerne wie es Herrn Dir[e]ktor Herzka
geht und was ihm fehlt.
Hochachtungsvoll
Pörtschach am See
14.IX.1926
Pt UE, ich habe anfangs August der UE meine Suite-Partitur1 übergeben. Statt dass ich nun anfangs September die erste Korrektur erhalte, senden Sie mir jetzt eine Probeseite (die ich NB nicht verlangt hatte!). Da ich diesem Vorgang nicht länger mehr ruhig zusehen kann (denn meine Einkünfte leiden darunter und auf meinem Konto erfolgen keine Verkaufsgutschriften neuer Werke und das, obwohl ich Ihnen seit Jänner vorigen Jahres vier neue Werke2 überreicht habe!) muss ich nun erklären, dass das nicht so weiter geht. Ich verlange, dass dieses Werk bis spätestens 15. Oktober 1926 in Partitur und bis 15.XI 1926 in Stimmen fertiggedruckt vorliegt und gebe Ihnen zum Erscheinen meiner beiden Chorwerke3 einen Termin von 14 Tagen d. i. bis 30. September dieses Jahres.
Sollten diese Termine nicht eingehalten werden, so müsste ich das als Verletzung unseres Vertrages dem Geiste nach ansehen. Ich habe mich jetzt seit den Klavierstücken und dem Bläserquintett oft genug über diese laxe Behandlung meiner Werke zu beklagen gehabt und kann nicht einsehen, warum bei der UE ein Werk von mir zu einem Zeit-Punkt wo man bei anderen Verlegern schon die zweite Auflage herausgegeben hat, noch nicht gestochen ist. Es geht eben nicht, dass andere immer mir vorangehen.
Ich bitte um Mitteilung, ob Herr Stein einen Entwurf zu einem kleinen satirischen Aufsatz4 erhalten hat.
Ich wüsste ferner gerne wie es Herrn Direktor Herzka geht und was ihm fehlt.
Hochachtungsvoll
Arnold Schönberg

14. September 1926

15. September 1926

Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection



Brief

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, 14. September 1926, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.1253.

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