Charlottenburg 2
Pension Bavaria
29.V.1927
PT UE, ich sende morgen an Sie die photographier-
te Partitur
1 des ersten Werkes, das ich Ihnen heuer
im Sinne unseres Vertrages liefern werde: das III. Streichquartett op. 30
Da das Kolisch-Quartett die kurze Zeit meines
Wiener Aufenthaltes2 benützen muss, um das Werk
unter meiner Leitung zu studieren, möchte ich
ungefähr Montag den 5. Juni3 bereits die erste Probe
davon halten.
Deshalb bitte ich Sie, die Partitur sofort den für
verlässlichsten und schnellsten Kopisten (jedem
einen Satz) zu geben. Sie werden die Partitur spä-
testens Mittwoch haben; dann können die Stimmen4
Freitag fertig und Samstag revidiert sein, so
dass die Herrn vom Quartett noch am Sonntag ihre
Stimme ein bischen ansehn können.
Nach den ersten Proben kann dann auch der DruckStich
sofort beginnen. Wir werden dann diesmal eine sehr
gute und auskorrigierte Stichvorlage haben, sodass
ich keine Korrektur lesen muss.
Der Stecher muss sehr gut auf Wendestellen achten und (wie stets bei mir) zahlreichefortlaufend Stichworte einzeichnen,
wozu immer die mit H‾ bezeichneten Hauptstimmen
zu benützen sind. Er muss bei jeder Pause, die
mehr als einen Takt beträgt, ein Stichwort brin-
gen. U. z.:
  • bei 1 Takt 1 Takt Stichwort
  • [bei] 2 〃 [Takt]en 2 〃 [Takt]e
  • [bei] 3 〃 [Takten] 3 〃 [Takte] u. s. w.

also eigentlich: fortlaufende Stichworte!
Ich reise hier am 2. abends ab, bin also am 3. mor-
gens in Wien und werde mich dann sehr bald melden.
Ich hoffe, dass ich darauf rechnen kann, dass das so
gemacht wird und empfehle mich mit besten Grüssen,
Ihr
Charlottenburg 2
Pension Bavaria
29.V.1927
PT UE, ich sende morgen an Sie die photographierte Partitur1 des ersten Werkes, das ich Ihnen heuer im Sinne unseres Vertrages liefern werde: das III. Streichquartett op. 30
Da das Kolisch-Quartett die kurze Zeit meines Wiener Aufenthaltes2 benützen muss, um das Werk unter meiner Leitung zu studieren, möchte ich ungefähr Montag den 5. Juni3 bereits die erste Probe davon halten.
Deshalb bitte ich Sie, die Partitur sofort den verlässlichsten und schnellsten Kopisten (jedem einen Satz) zu geben. Sie werden die Partitur spätestens Mittwoch haben; dann können die Stimmen4 Freitag fertig und Samstag revidiert sein, so dass die Herrn vom Quartett noch am Sonntag ihre Stimme ein bischen ansehn können.
Nach den ersten Proben kann dann auch der Stich sofort beginnen. Wir werden dann diesmal eine sehr gute und auskorrigierte Stichvorlage haben, sodass ich keine Korrektur lesen muss.
Der Stecher muss sehr gut auf Wendestellen achten und (wie stets bei mir) fortlaufend Stichworte einzeichnen, wozu immer die mit H‾ bezeichneten Hauptstimmen zu benützen sind. Er muss bei jeder Pause, die einen Takt beträgt, ein Stichwort bringen. U. z.:
  • bei 1 Takt 1 Takt Stichwort
  • bei 2 Takten 2 Takte
  • bei 3 Takten 3 Takte u. s. w.
also eigentlich: fortlaufende Stichworte!
Ich reise hier am 2. abends ab, bin also am 3. morgens in Wien und werde mich dann sehr bald melden.
Ich hoffe, dass ich darauf rechnen kann, dass das so
gemacht wird und empfehle mich mit besten Grüssen, Ihr

29. Mai 1927


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection


Brief, Kopie

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, 29. Mai 1927, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.1319.

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