Arnold Schönberg an Universal-Edition
14. Jänner 1929
Lieber Herr Direktor,
Ich habe mich sehr über Ihre Absicht, mei-
ne Oper zu erwerben, gefreut. Auch finde ich Ihren Vor-
schlag, dass ich mich zuerst an andere Verleger wenden
soll, wirklich gerecht. Denn ich könnte in der Tat nicht
solange warten, bis wir uns sehen. Ausser, Sie entschliessen
sich, an die Riviera zu kommen.
ne Oper zu erwerben, gefreut. Auch finde ich Ihren Vor-
schlag, dass ich mich zuerst an andere Verleger wenden
soll, wirklich gerecht. Denn ich könnte in der Tat nicht
solange warten, bis wir uns sehen. Ausser, Sie entschliessen
sich, an die Riviera zu kommen.
Und schliesslich! ebensowenig, wie ich verlan-
gen werde, dass Sie, gerade Sie, mir mehr für die Oper geben
sollten, als ein anderer, ebensowenig werden Sie von mir
erwarten, dass ich sie billiger hergebe: wo wir doch beide
wissen, was man ohne Geld alles nicht bekommen kann.
gen werde, dass Sie, gerade Sie, mir mehr für die Oper geben
sollten, als ein anderer, ebensowenig werden Sie von mir
erwarten, dass ich sie billiger hergebe: wo wir doch beide
wissen, was man ohne Geld alles nicht bekommen kann.
Ich hoffe nun in der nächsten Zeit schon
den Vorschlag irgend eines Verlages zu haben2. Und da ist
mir nur der weitere Vorgang gänzlich unklar. Wie soll
ich, ohne I. unfair gegen diesen Verleger zu handeln, Ihnen
das Werk zu den gleichen Bedingungen anbieten? II. Bin ich
damit nicht auch in der Gefahr, mich zwischen zwei Stühle
zu setzen?
den Vorschlag irgend eines Verlages zu haben2. Und da ist
mir nur der weitere Vorgang gänzlich unklar. Wie soll
ich, ohne I. unfair gegen diesen Verleger zu handeln, Ihnen
das Werk zu den gleichen Bedingungen anbieten? II. Bin ich
damit nicht auch in der Gefahr, mich zwischen zwei Stühle
zu setzen?
Wenn Sie mir keinen besseren Ausweg vor-
schlagen können, so würde ich Sie bitten, mir ein Angebot
auf die Verlagsrechte der Oper zu machen. Denn es scheint
mir nur möglich, Ihrem Angebot den Vorzug zu geben, wenn
[k]ein Angebot von Ihnen vorliegt. Oder geht das – ohne Scha-
den für mich! – anders? Bitte schreiben Sie mir Ihre Meinung,
aber recht bald, denn sonst könnte ich in der Zwischen-
zeit in „Zeitnot“ geraten (wie die Schachspieler sagen).
schlagen können, so würde ich Sie bitten, mir ein Angebot
auf die Verlagsrechte der Oper zu machen. Denn es scheint
mir nur möglich, Ihrem Angebot den Vorzug zu geben, wenn
[k]ein Angebot von Ihnen vorliegt. Oder geht das – ohne Scha-
den für mich! – anders? Bitte schreiben Sie mir Ihre Meinung,
aber recht bald, denn sonst könnte ich in der Zwischen-
zeit in „Zeitnot“ geraten (wie die Schachspieler sagen).
Uebrigens: ich habe grosse Fortschritte ge-
macht, sogar schon etwas von der Partitur3 angefangen (wäh-
rend der Text verbessert wird) und kann, wenn es gut geht,
allerdings sehr gut, in sechs bis acht Wochen sogar die Par-
titur fertig haben.
macht, sogar schon etwas von der Partitur3 angefangen (wäh-
rend der Text verbessert wird) und kann, wenn es gut geht,
allerdings sehr gut, in sechs bis acht Wochen sogar die Par-
titur fertig haben.
Ich hoffe bald von Ihnen erfreuliche Ant-
wort zu bekommen und bin inzwischen mit den allerherzlich-
sten Grüssen, Ihr ergebener Arnold Schönberg
wort zu bekommen und bin inzwischen mit den allerherzlich-
sten Grüssen, Ihr ergebener Arnold Schönberg
zweimal übersiedelt
Ab dem 3. Jänner wohnte
Schönberg im Hotel Regina in Monte Carlo, ab 9. Jänner im Hotel Bristol Majestic
(Kalendereinträge ASCI DC12796; ASCI DC12797).
irgend eines Verlages zu haben
Neben B. Schott's Söhne
und Fürstner schlug Josef Rufer
Schönberg auch den Verlag J. &
W. Chester vor (Josef Rufer an Arnold Schönberg, 2. Jänner 1929; ASCC
15202); später auch N.
Simrock (Josef Rufer an Arnold Schönberg, 2. März 1929;
ASCC 15199).
Partitur
Datierung am Beginn der eigenhändigen
Partiturreinschrift (ASGA B 7/2, Quelle B): 18. Jänner
1929.
14.I.1929
Lieber Herr Direktor,
ich bin in der letzten Zeit zweimal übersiedelt1, deshalb antworte ich erst heute.
Ich habe mich sehr über Ihre Absicht, meine
Oper zu erwerben, gefreut. Auch finde ich Ihren
Vorschlag, dass ich mich zuerst an andere
Verleger wenden soll, wirklich gerecht. Denn ich könnte in der Tat nicht
solange warten, bis wir uns sehen. Ausser, Sie entschliessen sich, an die
Riviera zu kommen.
Und schliesslich! ebensowenig, wie ich verlangen werde, dass Sie, gerade Sie, mir mehr für die Oper geben
sollten, als ein anderer, ebensowenig werden Sie von mir erwarten,
dass ich sie billiger hergebe: wo wir doch beide wissen, was man ohne Geld
alles nicht bekommen kann.
Ich hoffe nun in der nächsten Zeit schon den Vorschlag irgend eines Verlages zu haben2. Und da ist mir nur der
weitere Vorgang gänzlich unklar. Wie soll ich, ohne I. unfair gegen diesen
Verleger zu handeln, Ihnen das Werk zu den gleichen Bedingungen anbieten?
II. Bin ich damit nicht auch in der Gefahr, mich zwischen zwei Stühle
zu setzen?
Wenn Sie mir keinen besseren Ausweg vorschlagen
können, so würde ich Sie bitten, mir ein Angebot auf die Verlagsrechte der Oper
zu machen. Denn es scheint mir nur möglich, Ihrem Angebot den Vorzug zu geben,
wenn
ein Angebot von Ihnen vorliegt. Oder geht das – ohne Schaden für mich! – anders? Bitte schreiben
Sie mir Ihre Meinung, aber recht bald, denn sonst könnte ich in der Zwischenzeit in „Zeitnot“ geraten (wie die
Schachspieler sagen).
Uebrigens: ich habe grosse Fortschritte gemacht, sogar schon etwas von der Partitur3 angefangen (während der Text verbessert wird) und kann, wenn es gut geht,
allerdings sehr gut, in sechs bis acht Wochen sogar die Partitur fertig haben.
Ich hoffe bald von Ihnen erfreuliche Ant
wort zu bekommen und bin inzwischen mit den allerherzlichsten Grüssen, Ihr ergebener Arnold Schönberg
wort zu bekommen und bin inzwischen mit den allerherzlichsten Grüssen, Ihr ergebener Arnold Schönberg
zweimal übersiedelt
Ab dem 3. Jänner wohnte
Schönberg im Hotel Regina in Monte Carlo, ab 9. Jänner im Hotel Bristol Majestic
(Kalendereinträge ASCI DC12796; ASCI DC12797).
irgend eines Verlages zu haben
Neben B. Schott's Söhne
und Fürstner schlug Josef Rufer
Schönberg auch den Verlag J. &
W. Chester vor (Josef Rufer an Arnold Schönberg, 2. Jänner 1929; ASCC
15202); später auch N.
Simrock (Josef Rufer an Arnold Schönberg, 2. März 1929;
ASCC 15199).
Partitur
Datierung am Beginn der eigenhändigen
Partiturreinschrift (ASGA B 7/2, Quelle B): 18. Jänner
1929.
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 14. Jänner 1929, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.1653.