K. S./P.
Herrn
Roquebrune Cap Martin
Lieber Herr Schönberg!
Den Empfang Ihres Interviews1 hatte ich Ihnen nach Berlin
bestätigt, da es Ende vorigen Monats hiess, dass Sie nur mehr
8–10 Tage an der Riviera sind. Ich bestätige deshalb den Empfang
nochmals mit herzlichstem Dank. Eine Abschrift werde ich also an
Prunière schicken. Einfügungen des Interviewers werde ich nicht
viele machen. Furtwängler hat die Uraufführung2 für den 2. Dezember
angesetzt. Ich möchte das Interview deshalb ungefähr zu diesem
Zeitpunkte erscheinen lassen. Wegen Ihres Briefes3 sagte mir
Furtwängler, dass er Sie deswegen in Berlin sprechen wollte, Sie
aber – begreiflicher Weise – nicht angetroffen hat. Er wollte Sie
des näheren fragen, wie Sie sich die Sache mit den Philharmonikern
denken. Ich nehme an, dass er Ihnen deshalb noch schreiben, oder
Sie in Berlin besuchen im November besuchen wird. Am Datum, 2. Dezember
ist ihm viel gelegen, da er sich für dieses Konzert, resp. das Werk

besonders viele Proben reserviert hat – so sagt er.
Anbei erhalten Sie die Listen der Genossenschaft deutscher
Tonsetzer
, die wir, so genau es uns möglich war, ausgefüllt haben.
Von einigen Aufführungen wissen wir die Daten nicht, von einzelnen
auch die Ausführenden nicht. Das Bläserquintett z. B. wurde für
New York von der Vertretung der Universal-Edition, für Moskau vom
russischen Staatsverlag bestellt. Eine weitere Verständigung und
Verrechnung liegt nicht vor. Von Aufführungen des Kolisch Quartetts
hat mir Kuhner eine genaue Aufstellung versprochen, die ich Ihnen
dann einschicken werde.
Auf die neue Bach Bearbeitung bin ich sehr begierig. Die
Universal-Edition hat die avisierte Partitur4 noch nicht erhalten.
Leider konnte ich mir die Variationen nur ganz flüchtig ansehen, da
die Partitur5 für die Herstellung gebraucht wird. Ich hatte aber den
Eindruck, dass es ein sehr effektvolles Stück sein muss.
Ich hoffe, dass es Ihnen weiter gut geht und grüsse Sie und
Ihre Frau auf das Herzlichste
stets Ihr

K. S./P.
Herrn
Roquebrune Cap Martin
Lieber Herr Schönberg!
Den Empfang Ihres Interviews1 hatte ich Ihnen nach Berlin bestätigt, da es Ende vorigen Monats hiess, dass Sie nur mehr 8–10 Tage an der Riviera sind. Ich bestätige deshalb den Empfang nochmals mit herzlichstem Dank. Eine Abschrift werde ich also an Prunière schicken. Einfügungen des Interviewers werde ich nicht viele machen. Furtwängler hat die Uraufführung2 für den 2. Dezember angesetzt. Ich möchte das Interview deshalb ungefähr zu diesem Zeitpunkte erscheinen lassen. Wegen Ihres Briefes3 sagte mir Furtwängler, dass er Sie in Berlin sprechen wollte, Sie aber – begreiflicher Weise – nicht angetroffen hat. Er wollte Sie des näheren fragen, wie Sie sich die Sache mit den Philharmonikern denken. Ich nehme an, dass er Ihnen deshalb noch schreiben, oder Sie in Berlin im November besuchen wird. Am Datum, 2. Dezember ist ihm viel gelegen, da er sich für dieses Konzert, resp. das Werk besonders viele Proben reserviert hat – so sagt er.
Anbei erhalten Sie die Listen der Genossenschaft deutscher Tonsetzer, die wir, so genau es uns möglich war, ausgefüllt haben. Von einigen Aufführungen wissen wir die Daten nicht, von einzelnen auch die Ausführenden nicht. Das Bläserquintett z. B. wurde für New York von der Vertretung der Universal-Edition, für Moskau vom russischen Staatsverlag bestellt. Eine weitere Verständigung und Verrechnung liegt nicht vor. Von Aufführungen des Kolisch Quartetts hat mir Kuhner eine genaue Aufstellung versprochen, die ich Ihnen dann einschicken werde.
Auf die neue Bach Bearbeitung bin ich sehr begierig. Die Universal-Edition hat die avisierte Partitur4 noch nicht erhalten. Leider konnte ich mir die Variationen nur ganz flüchtig ansehen, da die Partitur5 für die Herstellung gebraucht wird. Ich hatte aber den Eindruck, dass es ein sehr effektvolles Stück sein muss.
Ich hoffe, dass es Ihnen weiter gut geht und grüsse Sie und
Ihre Frau auf das Herzlichste
stets Ihr
Stein

22. Oktober 1928


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection


Brief

Zitierhinweis:

Pult und Taktstock an Arnold Schönberg, 22. Oktober 1928, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.16813.

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