Universal-Edition an Arnold Schönberg
24. September 1913
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 24. Sept. 1913.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 24. Sept. 1913.
W
Wohlgeboren
Herrn Arnold Schönberg
Lieber Herr Schönberg!
Aus Breslau zurückgekehrt, finde ich Ihre
gesch. Zuschrift
vom 19. ds. vor und werde vor allem alles daran setzen, dass
Zemlinsky die drei von ihm zur Aufführung1 gebrachten Orchester-
lieder rechtzeitig erhalte.
vom 19. ds. vor und werde vor allem alles daran setzen, dass
Zemlinsky die drei von ihm zur Aufführung1 gebrachten Orchester-
lieder rechtzeitig erhalte.
Dass Sie mir Monn schon bis Ende September, spätestens
Anfang Oktober liefern werden, hat mich sehr gefreut, obwohl
ich es nicht gerne höre, dass Sie Nachtstunden für diese Arbeit
mit verwenden müssen, damit Sie sich nicht zu sehr überarbeiten.
Anfang Oktober liefern werden, hat mich sehr gefreut, obwohl
ich es nicht gerne höre, dass Sie Nachtstunden für diese Arbeit
mit verwenden müssen, damit Sie sich nicht zu sehr überarbeiten.
Was Lohse’s
Wunsch2 bezüglich der Uraufführung von „Erwartung“
betrifft, so ist ja gewiss kein Grund vorhanden, ihm diese nicht
zuzusichern und wenn Sie einverstanden sind, so mache ich mit dem
Leipziger Stadt-Theater einen diesbezüglichen Vertrag. Allerdings
würde ich Sie bitten, Ihre künstlerischen Bedingungen und Wünsche
zu diesem Behufe genau zu formulieren.
betrifft, so ist ja gewiss kein Grund vorhanden, ihm diese nicht
zuzusichern und wenn Sie einverstanden sind, so mache ich mit dem
Leipziger Stadt-Theater einen diesbezüglichen Vertrag. Allerdings
würde ich Sie bitten, Ihre künstlerischen Bedingungen und Wünsche
zu diesem Behufe genau zu formulieren.
In der Glücklichen-Hand-Sache habe[n] ich schon nach zwei Sei-
ten hin Fühler ausgestreckt. Ich benötige vor allem ein komplettes
Buch und bitte Sie, mir ein solches zukommen zu lassen. Ich glaube,
es wird sich da etwas machen lassen. Leicht wird es allerdings
ten hin Fühler ausgestreckt. Ich benötige vor allem ein komplettes
Buch und bitte Sie, mir ein solches zukommen zu lassen. Ich glaube,
es wird sich da etwas machen lassen. Leicht wird es allerdings
nicht sein, denn die Anforderungen, die Sie
an Orchester und Ge-
sangsstimmen stellen, mit der Film-Idee3 zu vereinigen, wird kaum
zu bewältigende Schwierigkeiten bieten. Aber ich will es doch
ernstlich versuchen.
sangsstimmen stellen, mit der Film-Idee3 zu vereinigen, wird kaum
zu bewältigende Schwierigkeiten bieten. Aber ich will es doch
ernstlich versuchen.
Die Bruckner-Taschenpartituren gehen gleichzeitig an Ihre
Adresse ab. Ich sende Ihnen alle neun, obwohl vier derselben
nicht unser Verlagseigentum sind, aber ich möchte Ihnen eine ganze
Freude machen und nicht nur fünf Neuntel.
Adresse ab. Ich sende Ihnen alle neun, obwohl vier derselben
nicht unser Verlagseigentum sind, aber ich möchte Ihnen eine ganze
Freude machen und nicht nur fünf Neuntel.
Sie erhalten gleichzeitig die Urheberrechts-Abtretung
der
von uns nun neuerdings übernommenen vier Werke. Ich habe dieser
Abtretung gleich die „Glückliche Hand“ angegliedert, denn über
dieses Werk, das ja allerdings noch gar nicht fertig ist und mir
noch gar nicht vorgelegt werden konnte, lag eine definitive Ab-
machung noch nicht vor, sondern bloss in einem der seinerzeitigen
Vorschuss-Briefe wurde auch für dieses Opus ein Vorschussbetrag
normiert.
von uns nun neuerdings übernommenen vier Werke. Ich habe dieser
Abtretung gleich die „Glückliche Hand“ angegliedert, denn über
dieses Werk, das ja allerdings noch gar nicht fertig ist und mir
noch gar nicht vorgelegt werden konnte, lag eine definitive Ab-
machung noch nicht vor, sondern bloss in einem der seinerzeitigen
Vorschuss-Briefe wurde auch für dieses Opus ein Vorschussbetrag
normiert.
Ich möchte Ihnen bei dieser Gelegenheit noch erwähnen,
dass sowohl in Bezug auf das Monodram, als auch in Bezug auf die
„Glückliche Hand“ für die Bühnenaufführungen Ihnen in Deutschland
und Oesterreich 90 %, im Auslande 75 % der gesamten Bühnen-Auf-
führungserträgnisse zugewendet werden. Es ist also unser Anteil
im Inlande 10 % und im Auslande 25 %. Die Universal-Edition hat
bei allen Bühnenvertriebs-Werken einen ähnlichen Anteil.
dass sowohl in Bezug auf das Monodram, als auch in Bezug auf die
„Glückliche Hand“ für die Bühnenaufführungen Ihnen in Deutschland
und Oesterreich 90 %, im Auslande 75 % der gesamten Bühnen-Auf-
führungserträgnisse zugewendet werden. Es ist also unser Anteil
im Inlande 10 % und im Auslande 25 %. Die Universal-Edition hat
bei allen Bühnenvertriebs-Werken einen ähnlichen Anteil.
Ich habe bei Durchsicht unserer Akten bemerkt, dass wir
für die zuallererst erschienen fünf Werke einen eigentlichen
Urheberrechts-Abtretungsschein von Ihnen nicht erhalten haben,
sondern, dass dieselben lediglich in den verschiedenen Haupt-Abma-
chungen enthalten waren. Da ich für meine Akten gerne auch über
diese Werke die formale Urheberrechts-Abtretung besitzen möchte,
für die zuallererst erschienen fünf Werke einen eigentlichen
Urheberrechts-Abtretungsschein von Ihnen nicht erhalten haben,
sondern, dass dieselben lediglich in den verschiedenen Haupt-Abma-
chungen enthalten waren. Da ich für meine Akten gerne auch über
diese Werke die formale Urheberrechts-Abtretung besitzen möchte,
so bitte ich
Sie, auch diesen Schein zu fertigen. Die Bedingungen
sind ja ohnedies genau festgelegt und auf diese ist ja auch Bezug
genommen worden.
sind ja ohnedies genau festgelegt und auf diese ist ja auch Bezug
genommen worden.
Nach Rücksendung des unterfertigten Urheberrechts-Scheines
erhalten Sie den Ihnen zugesagten weiteren Vorschuss von M 500.–
nach Abzug der Ihnen szt. überwiesenen K 86.28
erhalten Sie den Ihnen zugesagten weiteren Vorschuss von M 500.–
nach Abzug der Ihnen szt. überwiesenen K 86.28
In aller Eile verbleibe ich mit herzlichen Grüßen
Ihr Ihnen aufrichtig
ergebener
ergebener
N. S.
Mitfolgend die erste Serie
Reklame-Marken für Ihren Buben,
der weitere successive folgen werden.
Mitfolgend die erste Serie
Reklame-Marken für Ihren Buben,
der weitere successive folgen werden.
Aufführung
Wunsch
Otto Lohse an Arnold Schönberg,
18. September 1913 (ASCC
16942); die Aufführung kam nicht zustande.
Film-Idee
Die Idee, in die bühnenmäßige Realisierung des musikalischen Dramas
Die glückliche Hand filmische
Elemente einzubeziehen, wurde durch Schönbergs frühes Interesse am Lichtspieltheater
angeregt. Im zeitlichen Umfeld stand er mit seinem Jugendfreund
Arthur Kahane in Kontakt, der
in Berlin als Dramaturg und
Drehbuchautor für Max Reinhardt
tätig war (Muxeneder 2018a, S. 52 f.) Im Jahr 1913 wurde der Kahane-Reinhardt-Film Die Insel
der Seligen produziert.
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 24. Sept. 1913.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 24. Sept. 1913.
W
Lieber Herr Schönberg!
Aus Breslau zurückgekehrt, finde ich Ihre
gesch. Zuschrift
vom 19. ds. vor und werde vor allem alles
daran setzen, dass
Zemlinsky die drei von ihm zur Aufführung1 gebrachten Orchesterlieder rechtzeitig erhalte.
Dass Sie mir Monn schon bis Ende September, spätestens Anfang Oktober liefern werden, hat mich sehr gefreut, obwohl ich es
nicht gerne höre, dass Sie Nachtstunden für diese Arbeit mit verwenden
müssen, damit Sie sich nicht zu sehr überarbeiten.
Was Lohse’s
Wunsch2 bezüglich der Uraufführung von „Erwartung“
betrifft, so ist ja gewiss kein Grund vorhanden, ihm diese nicht
zuzusichern und wenn Sie einverstanden sind, so mache ich mit dem
Leipziger Stadt-Theater einen diesbezüglichen
Vertrag. Allerdings würde ich Sie bitten, Ihre künstlerischen Bedingungen
und Wünsche zu diesem Behufe genau zu formulieren.
In der Glücklichen-Hand-Sache habe ich schon nach zwei Seiten hin Fühler ausgestreckt. Ich benötige vor allem ein
komplettes
Buch und bitte Sie, mir ein solches zukommen
zu lassen. Ich glaube, es wird sich da etwas machen lassen. Leicht wird es
allerdings nicht sein, denn die Anforderungen, die Sie
an Orchester und Gesangsstimmen stellen, mit der Film-Idee3 zu vereinigen, wird kaum zu
bewältigende Schwierigkeiten bieten. Aber ich will es doch ernstlich
versuchen.
Die Bruckner-Taschenpartituren gehen gleichzeitig an Ihre Adresse ab. Ich sende Ihnen alle neun, obwohl
vier derselben nicht unser Verlagseigentum sind, aber ich möchte Ihnen eine
ganze Freude machen und nicht nur fünf Neuntel.
Sie erhalten gleichzeitig die Urheberrechts-Abtretung
der
von uns nun neuerdings übernommenen vier Werke. Ich habe dieser
Abtretung gleich die „Glückliche Hand“
angegliedert, denn über dieses Werk, das ja allerdings noch gar nicht
fertig ist und mir noch gar nicht vorgelegt werden konnte, lag eine
definitive Abmachung noch nicht vor, sondern bloss in einem der
seinerzeitigen
Vorschuss-Briefe wurde auch für dieses Opus ein
Vorschussbetrag normiert.
Ich möchte Ihnen bei dieser Gelegenheit noch erwähnen, dass sowohl in Bezug
auf das Monodram, als auch in Bezug auf die
„Glückliche Hand“ für die
Bühnenaufführungen Ihnen in Deutschland
und Oesterreich 90 %, im Auslande 75 %
der gesamten Bühnen-Aufführungserträgnisse zugewendet werden. Es ist also unser Anteil
im Inlande 10 % und im Auslande 25 %. Die Universal-Edition hat bei allen Bühnenvertriebs-Werken einen
ähnlichen Anteil.
Ich habe bei Durchsicht unserer Akten bemerkt, dass wir für die zuallererst
erschienen fünf Werke
einen
eigentlichen Urheberrechts-Abtretungsschein von Ihnen nicht erhalten haben,
sondern, dass dieselben lediglich in den verschiedenen Haupt-Abmachungen
enthalten
waren. Da ich für meine Akten gerne auch über diese Werke die formale
Urheberrechts-Abtretung besitzen möchte, so bitte ich
Sie, auch diesen Schein zu fertigen. Die Bedingungen sind ja ohnedies genau
festgelegt und auf diese ist ja auch Bezug genommen worden.
Nach Rücksendung des unterfertigten Urheberrechts-Scheines erhalten Sie den
Ihnen zugesagten weiteren Vorschuss von M 500.– nach Abzug der Ihnen szt.
überwiesenen K 86.28
In aller Eile verbleibe ich mit herzlichen Grüßen
Ihr Ihnen aufrichtig ergebener
Hertzka
N. S.
Mitfolgend die erste Serie Reklame-Marken für Ihren Buben, der weitere successive
folgen werden.
Aufführung
Wunsch
Otto Lohse an Arnold Schönberg,
18. September 1913 (ASCC
16942); die Aufführung kam nicht zustande.
Film-Idee
Die Idee, in die bühnenmäßige Realisierung des musikalischen Dramas
Die glückliche Hand filmische
Elemente einzubeziehen, wurde durch Schönbergs frühes Interesse am Lichtspieltheater
angeregt. Im zeitlichen Umfeld stand er mit seinem Jugendfreund
Arthur Kahane in Kontakt, der
in Berlin als Dramaturg und
Drehbuchautor für Max Reinhardt
tätig war (Muxeneder 2018a, S. 52 f.) Im Jahr 1913 wurde der Kahane-Reinhardt-Film Die Insel
der Seligen produziert.
24. September 1913
Beilage: Original von Urheberrechtsabtretung: Pelleas und Melisande op. 5 etc., 26. September
1913
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 24. September 1913, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.17495.