W
Wohlgeboren
Lieber Herr Schönberg!
Ich bestätige den Empfang Ihres gesch. Gestrigen1 sowie
den unterfertigten Urheberrechtsschein und schliesslich Ihre Be-
merkung über die Stelle im Monn-Konzert, die ich an Herrn von
Wöss
weitergeleitet habe. Es bleibt bei Ihrer Fassung. Die Briefe von Kaudinsky habe ich mit
ausserordentlichem Interesse gelesen und ich schicke an den betref-
fenden Redakteur der „Musik“, Herrn Derjanovsky 1 Exemplar Ihrer
Werke ab. Ausserdem werde ich den in Vorbereitung befindlichen
Schönberg-Prospekt in reichlicher Anzahl an die russischen Hand-
lungen und Musiker gelangen lassen, um das Interesse der Russen
für uns materiell auszunützen2. Vielleicht könnte Herr Derjanovsky
durch Vermittlung des Herrn Kaudinsky das russische Ballett, bzw.
Herrn Nijinski und Frau Karasavina dazu bringen, dass sie von Ihnen
eine Pantomime oder dergl. aufführen. Immerhin sind diese beiden
jetzt derart en vogue, dass ein Verknüpfen ihrer Kunst mit einem
Musikwerk grössere materielle Vorteile bieten kann, als irgend et-
was anderes. Das russische Ballett hat in Paris bei Astruc während
weniger Wochen immense Summen eingebracht.

Sehr angenehm wäre es mir, genau die Städte zu kennen,
in denen das Flonzaley-Quartett Ihr opus 7 spielt
3; erstens we-
gen der Vorreklame und zweitens wegen der Kritiken4. Vielleicht
wissen Sie diesbzgl. etwas?
Ich hoffe, Kammersänger Soot wird die beiden Lieder5 recht-
zeitig erhalten. An Herrn Scherchen liess ich ein Exemplar der
Kammer-Symphonie
mit der Bitte um Korrektur abgehen.
Mit herzlichen Grüßen Ihr in freundschaftlicher Hochschätzung ergebener
N. S.
Mitfolgend weitere Reklame-Marken &
Kopie der beiden Verlagscheine

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Wohlgeboren
Lieber Herr Schönberg!
Ich bestätige den Empfang Ihres gesch. Gestrigen1 sowie den unterfertigten Urheberrechtsschein und schliesslich Ihre Bemerkung über die Stelle im Monn-Konzert, die ich an Herrn von Wöss weitergeleitet habe. Es bleibt bei Ihrer Fassung. Die Briefe von Kaudinsky habe ich mit ausserordentlichem Interesse gelesen und ich schicke an den betreffenden Redakteur der „Musik“, Herrn Derjanovsky 1 Exemplar Ihrer Werke ab. Ausserdem werde ich den in Vorbereitung befindlichen Schönberg-Prospekt in reichlicher Anzahl an die russischen Handlungen und Musiker gelangen lassen, um das Interesse der Russen für uns materiell auszunützen2. Vielleicht könnte Herr Derjanovsky durch Vermittlung des Herrn Kaudinsky das russische Ballett, bzw. Herrn Nijinski und Frau Karasavina dazu bringen, dass sie von Ihnen eine Pantomime oder dergl. aufführen. Immerhin sind diese beiden jetzt derart en vogue, dass ein Verknüpfen ihrer Kunst mit einem Musikwerk grössere materielle Vorteile bieten kann, als irgend etwas anderes. Das russische Ballett hat in Paris bei Astruc während weniger Wochen immense Summen eingebracht.
Sehr angenehm wäre es mir, genau die Städte zu kennen, in denen das Flonzaley-Quartett Ihr opus 7 spielt3; erstens wegen der Vorreklame und zweitens wegen der Kritiken4. Vielleicht wissen Sie diesbzgl. etwas?
Ich hoffe, Kammersänger Soot wird die beiden Lieder5 rechtzeitig erhalten. An Herrn Scherchen liess ich ein Exemplar der Kammer-Symphonie mit der Bitte um Korrektur abgehen.
Mit herzlichen Grüßen Ihr in freundschaftlicher Hochschätzung ergebener Hertzka
N. S. Mitfolgend weitere Reklame-Marken & Kopie der beiden Verlagscheine

30. September 1913


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection


Brief

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 30. September 1913, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.17497.

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