Universal-Edition an Arnold Schönberg
30. September 1913
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 30. Sept. 1913.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 30. Sept. 1913.
W
Wohlgeboren
Herrn Arnold Schönberg
Lieber Herr Schönberg!
Ich bestätige den Empfang Ihres gesch. Gestrigen1 sowie
den unterfertigten Urheberrechtsschein und schliesslich Ihre Be-
merkung über die Stelle im Monn-Konzert, die ich an Herrn von
Wöss weitergeleitet habe. Es bleibt bei Ihrer Fassung. Die Briefe von Kaudinsky habe ich mit
ausserordentlichem Interesse gelesen und ich schicke an den betref-
fenden Redakteur der „Musik“, Herrn Derjanovsky 1 Exemplar Ihrer
Werke ab. Ausserdem werde ich den in Vorbereitung befindlichen
Schönberg-Prospekt in reichlicher Anzahl an die russischen Hand-
lungen und Musiker gelangen lassen, um das Interesse der Russen
für uns materiell auszunützen2. Vielleicht könnte Herr Derjanovsky
durch Vermittlung des Herrn Kaudinsky das russische Ballett, bzw.
Herrn Nijinski und Frau Karasavina dazu bringen, dass sie von Ihnen
eine Pantomime oder dergl. aufführen. Immerhin sind diese beiden
jetzt derart en vogue, dass ein Verknüpfen ihrer Kunst mit einem
Musikwerk grössere materielle Vorteile bieten kann, als irgend et-
was anderes. Das russische Ballett hat in Paris bei Astruc während
weniger Wochen immense Summen eingebracht.
den unterfertigten Urheberrechtsschein und schliesslich Ihre Be-
merkung über die Stelle im Monn-Konzert, die ich an Herrn von
Wöss weitergeleitet habe. Es bleibt bei Ihrer Fassung. Die Briefe von Kaudinsky habe ich mit
ausserordentlichem Interesse gelesen und ich schicke an den betref-
fenden Redakteur der „Musik“, Herrn Derjanovsky 1 Exemplar Ihrer
Werke ab. Ausserdem werde ich den in Vorbereitung befindlichen
Schönberg-Prospekt in reichlicher Anzahl an die russischen Hand-
lungen und Musiker gelangen lassen, um das Interesse der Russen
für uns materiell auszunützen2. Vielleicht könnte Herr Derjanovsky
durch Vermittlung des Herrn Kaudinsky das russische Ballett, bzw.
Herrn Nijinski und Frau Karasavina dazu bringen, dass sie von Ihnen
eine Pantomime oder dergl. aufführen. Immerhin sind diese beiden
jetzt derart en vogue, dass ein Verknüpfen ihrer Kunst mit einem
Musikwerk grössere materielle Vorteile bieten kann, als irgend et-
was anderes. Das russische Ballett hat in Paris bei Astruc während
weniger Wochen immense Summen eingebracht.
Sehr angenehm wäre es mir, genau die Städte zu kennen,
in denen das Flonzaley-Quartett Ihr opus 7 spielt3; erstens we-
gen der Vorreklame und zweitens wegen der Kritiken4. Vielleicht
wissen Sie diesbzgl. etwas?
in denen das Flonzaley-Quartett Ihr opus 7 spielt3; erstens we-
gen der Vorreklame und zweitens wegen der Kritiken4. Vielleicht
wissen Sie diesbzgl. etwas?
Ich hoffe, Kammersänger Soot wird die beiden Lieder5 recht-
zeitig erhalten. An Herrn Scherchen liess ich ein Exemplar der
Kammer-Symphonie mit der Bitte um Korrektur abgehen.
zeitig erhalten. An Herrn Scherchen liess ich ein Exemplar der
Kammer-Symphonie mit der Bitte um Korrektur abgehen.
Mit herzlichen Grüßen Ihr in freundschaftlicher Hochschätzung
ergebener
N. S.
Mitfolgend weitere Reklame-Marken &
Kopie der beiden Verlagscheine
Mitfolgend weitere Reklame-Marken &
Kopie der beiden Verlagscheine
Gestrigen
auszunützen
Schönberg hatte Wassily Kandinsky Unterstützung bei der
Beschaffung von Materialien für die russische Zeitschrift
„Kunst“ versprochen: „Ich werde die Universal-Edition veranlassen, die Noten zu
schicken. Hoffentlich tut sie es. Sie ist sehr kleinlich in solchen
Dingen. […] Daß ich in Rußland
Erfolg habe, freut mich sehr. Im Ausland hat man ja überhaupt mehr
Interesse für mich als in Deutschland.“ (Arnold Schönberg an Wassily
Kandinsky, 28. September 1913; ASCC 27).
in denen das Flonzaley-Quartett Ihr
opus 7 spielt
Kritiken
Rezensionen aus dem
Schönberg-Nachlass: Morning Post, 3. November 1905; The Times, 3. November 1905; Rezensionen: Segnitz 1913; Karlsruher Tagblatt 1913; General-Anzeiger
1913; Berliner
Börsen-Zeitung 1913; Pisling 1913.
beiden Lieder
Arnold Schönberg, Sechs Lieder für Gesang und
Orchester op. 8: Natur op. 8/1, Wenn Vöglein klagen op.
8/6.
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 30. Sept. 1913.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 30. Sept. 1913.
W
Lieber Herr Schönberg!
Ich bestätige den Empfang Ihres gesch. Gestrigen1 sowie den unterfertigten Urheberrechtsschein und
schliesslich Ihre Bemerkung über die Stelle im Monn-Konzert, die ich an Herrn von
Wöss weitergeleitet habe. Es bleibt
bei Ihrer Fassung. Die Briefe von Kaudinsky habe ich mit ausserordentlichem Interesse gelesen
und ich schicke an den betreffenden Redakteur der „Musik“,
Herrn Derjanovsky 1 Exemplar Ihrer
Werke ab. Ausserdem werde ich den in Vorbereitung befindlichen
Schönberg-Prospekt in reichlicher Anzahl an
die russischen Handlungen und Musiker gelangen lassen, um das Interesse der Russen
für uns materiell auszunützen2. Vielleicht könnte Herr Derjanovsky
durch Vermittlung des Herrn Kaudinsky
das russische Ballett, bzw. Herrn Nijinski und Frau Karasavina dazu bringen, dass sie von Ihnen eine Pantomime
oder dergl. aufführen. Immerhin sind diese beiden jetzt derart en vogue,
dass ein Verknüpfen ihrer Kunst mit einem Musikwerk grössere materielle
Vorteile bieten kann, als irgend etwas anderes. Das russische
Ballett hat in Paris bei
Astruc während weniger Wochen
immense Summen eingebracht.
Sehr angenehm wäre es mir, genau die Städte zu kennen, in denen das Flonzaley-Quartett Ihr
opus 7 spielt3; erstens wegen der Vorreklame und zweitens wegen der Kritiken4. Vielleicht wissen Sie diesbzgl. etwas?
Ich hoffe, Kammersänger Soot wird die beiden Lieder5 rechtzeitig erhalten. An Herrn Scherchen liess ich ein Exemplar der Kammer-Symphonie mit der Bitte um Korrektur abgehen.
Mit herzlichen Grüßen Ihr in freundschaftlicher Hochschätzung
ergebener
Hertzka
N. S. Mitfolgend weitere Reklame-Marken &
Kopie der beiden
Verlagscheine
Gestrigen
auszunützen
Schönberg hatte Wassily Kandinsky Unterstützung bei der
Beschaffung von Materialien für die russische Zeitschrift
„Kunst“ versprochen: „Ich werde die Universal-Edition veranlassen, die Noten zu
schicken. Hoffentlich tut sie es. Sie ist sehr kleinlich in solchen
Dingen. […] Daß ich in Rußland
Erfolg habe, freut mich sehr. Im Ausland hat man ja überhaupt mehr
Interesse für mich als in Deutschland.“ (Arnold Schönberg an Wassily
Kandinsky, 28. September 1913; ASCC 27).
in denen das Flonzaley-Quartett Ihr
opus 7 spielt
Kritiken
Rezensionen aus dem
Schönberg-Nachlass: Morning Post, 3. November 1905; The Times, 3. November 1905; Rezensionen: Segnitz 1913; Karlsruher Tagblatt 1913; General-Anzeiger
1913; Berliner
Börsen-Zeitung 1913; Pisling 1913.
beiden Lieder
Arnold Schönberg, Sechs Lieder für Gesang und
Orchester op. 8: Natur op. 8/1, Wenn Vöglein klagen op.
8/6.
30. September 1913
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 30. September 1913, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.17497.