Universal-Edition an Arnold Schönberg
31. Oktober 1913
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 31. Okt. 1913.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 31. Okt. 1913.
W
Wohlgeboren
Herrn Arnold Schönberg
Sehr geehrter Herr Schönberg!
Ich bin eben im Begriffe gewesen, Ihr Schreiben vom
25. ds, zu beantworten, das einige Tage liegen bleiben musste,
weil ich noch immer an einem heftigen Unwohlsein laborierte, als
gerade Ihr Vorgestriges einlangte.
25. ds, zu beantworten, das einige Tage liegen bleiben musste,
weil ich noch immer an einem heftigen Unwohlsein laborierte, als
gerade Ihr Vorgestriges einlangte.
Selbstverständlich wäre Dresden mit Schuch bedeutend wich-
tiger als Mannheim und da ich, als der Verleger des Werkes bisher
dem Mannheimer Theater keinerlei Mitteilungen oder Rechte zukommen
liess, haben Sie die beste Ausrede gegenüber dieser Bühne u. z., dass
der Verleger einen Abschluss mit Dresden veranlasst hat.
tiger als Mannheim und da ich, als der Verleger des Werkes bisher
dem Mannheimer Theater keinerlei Mitteilungen oder Rechte zukommen
liess, haben Sie die beste Ausrede gegenüber dieser Bühne u. z., dass
der Verleger einen Abschluss mit Dresden veranlasst hat.
Die Idee, dass alle drei Aufführungen1 am gleichen Tage statt-
finden sollen, halte ich für absolut schlecht und undurchführbar.
Es scheint mir unerlässlich, dass Sie der Uraufführung2 beiwohnen
und überhaupt das Studium, die Regie, etc. beaufsichtigen. Bei einem
bühnenmässigen Werk geht’s tatsächlich auch um den materiellen Erfolg,
der zwar viel weniger wichtiger ist als der künstlerische, aber für
Sie im vorliegenden Falle gewiss sehr erwünscht wäre. Bei der Urauf-
führung müsste tatsächlich alles Bühnenmässige ausgeschöpft werden
und eine Publikumswirkung erzielt werden, dann kommen alle anderen
Bühnen von selbst.
finden sollen, halte ich für absolut schlecht und undurchführbar.
Es scheint mir unerlässlich, dass Sie der Uraufführung2 beiwohnen
und überhaupt das Studium, die Regie, etc. beaufsichtigen. Bei einem
bühnenmässigen Werk geht’s tatsächlich auch um den materiellen Erfolg,
der zwar viel weniger wichtiger ist als der künstlerische, aber für
Sie im vorliegenden Falle gewiss sehr erwünscht wäre. Bei der Urauf-
führung müsste tatsächlich alles Bühnenmässige ausgeschöpft werden
und eine Publikumswirkung erzielt werden, dann kommen alle anderen
Bühnen von selbst.
Dass Sie Schuch
Partitur3, Klavierauszug4 und Buch
geschickt
haben, war ja ganz gut; aber es ist unerlässlich, von ihm unter acht
Tagen eine Entscheidung zu erzwingen, da ohne einen solchen Zwang
der gute Mann keine Entscheidungen trifft. Wenn ihn die Sache wirklich
interessiert, entschließt er sich sofort; wenn er dies nicht tut,
dann darf man mit ihm überhaupt nicht weiter rechnen.
haben, war ja ganz gut; aber es ist unerlässlich, von ihm unter acht
Tagen eine Entscheidung zu erzwingen, da ohne einen solchen Zwang
der gute Mann keine Entscheidungen trifft. Wenn ihn die Sache wirklich
interessiert, entschließt er sich sofort; wenn er dies nicht tut,
dann darf man mit ihm überhaupt nicht weiter rechnen.
Ich lasse Ihnen gleichzeitig den Klavierauszug5 den ich hier
habe zugehen und erbitte mir baldigste Rücksendung. Wenn Schuch
bis etwa 15. November nicht abgelehnt hat, so würde ich einige Tage später
auf einer Reise nach Berlin, in Dresden persönlich Rücksprache pflegen,
um seine Ansicht zu erfahren.
habe zugehen und erbitte mir baldigste Rücksendung. Wenn Schuch
bis etwa 15. November nicht abgelehnt hat, so würde ich einige Tage später
auf einer Reise nach Berlin, in Dresden persönlich Rücksprache pflegen,
um seine Ansicht zu erfahren.
Sobald wir die Uraufführung gesichert haben, gehe ich an die
Herstellung der Partitur. Wenn ich eine billige Partitur herstellen
lassen kann, können wir vorerst den Klavierauszug entbehren. Derselbe
wäre ja ohnedies nur für die Solistin zum Studieren erforderlich. Der-
artige Klavierauszüge sind ja doch niemals spielbar und für den Musi-
ker ersetzen sie die Partitur nur unvollständig. Wenn Sie glauben, dass
wir noch einen Klavierauszug notwendig brauchen, so bitte ich Sie,
die Kopiatur auf unsere Kosten in Berlin anfertigen zu lassen.
Herstellung der Partitur. Wenn ich eine billige Partitur herstellen
lassen kann, können wir vorerst den Klavierauszug entbehren. Derselbe
wäre ja ohnedies nur für die Solistin zum Studieren erforderlich. Der-
artige Klavierauszüge sind ja doch niemals spielbar und für den Musi-
ker ersetzen sie die Partitur nur unvollständig. Wenn Sie glauben, dass
wir noch einen Klavierauszug notwendig brauchen, so bitte ich Sie,
die Kopiatur auf unsere Kosten in Berlin anfertigen zu lassen.
Mitfolgend retourniere ich Ihnen den Brief aus
Mannheim, sowie
den des Kammersängers Soot. Ich hätte gerne von Soot erfahren,
mit welcher Wirkung er Ihre Lieder6 gesungen hat. Indem ich Ihnen noch
das einzige Buch7 von „Erwartung“ mit der Bitte einsende, mir so rasch
als möglich dasselbe zurückzuschicken, damit ich an den Satz desselben
schreiten kann, bleibe ich mit verbindlichsten Grüssen
den des Kammersängers Soot. Ich hätte gerne von Soot erfahren,
mit welcher Wirkung er Ihre Lieder6 gesungen hat. Indem ich Ihnen noch
das einzige Buch7 von „Erwartung“ mit der Bitte einsende, mir so rasch
als möglich dasselbe zurückzuschicken, damit ich an den Satz desselben
schreiten kann, bleibe ich mit verbindlichsten Grüssen
Ihr ganz ergebener
Aufführungen
Uraufführung
Realisiert:
6. Juni 1924, Prag, Neues Deutsches Theater.
Partitur
Partiturreinschrift, autograph
(ASGA B 6/2, Quelle C).
Klavierauszug
Reinschrift des Klavierauszugs,
autograph (ASGA B 6/2, Quelle L) oder Reinschrift eines weiteren
Klavierauszugs, verschollen (ASGA B 6/2, Quelle
M*).
Klavierauszug
Verlagsniederschrift eines
weiteren Klavierauszugs, verschollen (ASGA B 6/2, Quelle N*).
Lieder
Arnold Schönberg, Sechs Lieder für Gesang und
Orchester op. 8: Natur op. 8/1, Wenn Vöglein klagen op.
8/6.
Buch
Typoskript des Textbuchs,
verschollen (ASGA B 6/2, Quelle TC*). Unvollständiger Durchschlag des
Typoskripts des Textbuchs mit Eintragungen Pappenheims (ASGA B 6/2, Quelle TCa).
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 31. Okt. 1913.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 31. Okt. 1913.
W
Sehr geehrter Herr Schönberg!
Ich bin eben im Begriffe gewesen, Ihr Schreiben vom
25. ds, zu beantworten, das einige Tage liegen
bleiben musste, weil ich noch immer an einem heftigen Unwohlsein laborierte, als
gerade Ihr Vorgestriges einlangte.
Selbstverständlich wäre Dresden mit Schuch bedeutend wichtiger als Mannheim und da ich, als der
Verleger des Werkes bisher dem Mannheimer Theater keinerlei Mitteilungen oder Rechte
zukommen liess, haben Sie die beste Ausrede gegenüber dieser Bühne u. z., dass
der Verleger einen Abschluss mit Dresden
veranlasst hat.
Die Idee, dass alle drei Aufführungen1 am gleichen Tage stattfinden sollen, halte ich für absolut schlecht und
undurchführbar. Es scheint mir unerlässlich, dass Sie der Uraufführung2 beiwohnen und überhaupt das Studium, die
Regie, etc. beaufsichtigen. Bei einem bühnenmässigen Werk geht’s
tatsächlich auch um den materiellen Erfolg, der zwar viel weniger wichtiger
ist als der künstlerische, aber für Sie im vorliegenden Falle gewiss sehr
erwünscht wäre. Bei der Uraufführung müsste tatsächlich alles Bühnenmässige ausgeschöpft
werden und eine Publikumswirkung erzielt werden, dann kommen alle anderen
Bühnen von selbst.
Dass Sie Schuch
Partitur3, Klavierauszug4 und Buch
geschickt
haben, war ja ganz gut; aber es ist unerlässlich, von ihm unter acht
Tagen eine Entscheidung zu erzwingen, da ohne einen solchen Zwang der
gute Mann keine Entscheidungen trifft. Wenn ihn die Sache wirklich
interessiert, entschließt er sich sofort; wenn er dies nicht tut, dann
darf man mit ihm überhaupt nicht weiter rechnen.
Ich lasse Ihnen gleichzeitig den Klavierauszug5 den ich hier habe zugehen
und erbitte mir baldigste Rücksendung. Wenn Schuch
bis etwa 15. November nicht abgelehnt hat,
so würde ich einige Tage später auf einer Reise nach Berlin, in Dresden persönlich Rücksprache pflegen, um seine Ansicht
zu erfahren.
Sobald wir die Uraufführung gesichert haben, gehe ich an die Herstellung der
Partitur. Wenn ich eine billige Partitur herstellen lassen kann, können wir
vorerst den
Klavierauszug entbehren. Derselbe wäre ja ohnedies nur für die Solistin zum Studieren
erforderlich. Derartige Klavierauszüge sind ja doch niemals spielbar und für den
Musiker ersetzen sie die Partitur nur unvollständig. Wenn Sie
glauben, dass wir noch einen Klavierauszug notwendig brauchen, so bitte ich Sie, die
Kopiatur auf unsere Kosten in Berlin
anfertigen zu lassen.
Mitfolgend retourniere ich Ihnen den Brief aus
Mannheim, sowie
den des Kammersängers Soot. Ich hätte gerne von Soot erfahren, mit welcher Wirkung er Ihre
Lieder6 gesungen hat. Indem ich Ihnen noch das einzige Buch7 von
„Erwartung“ mit der Bitte einsende, mir
so rasch als möglich dasselbe zurückzuschicken, damit ich an den Satz
desselben schreiten kann, bleibe ich mit verbindlichsten Grüssen
Ihr ganz ergebener
Hertzka
Aufführungen
Uraufführung
Realisiert:
6. Juni 1924, Prag, Neues Deutsches Theater.
Partitur
Partiturreinschrift, autograph
(ASGA B 6/2, Quelle C).
Klavierauszug
Reinschrift des Klavierauszugs,
autograph (ASGA B 6/2, Quelle L) oder Reinschrift eines weiteren
Klavierauszugs, verschollen (ASGA B 6/2, Quelle
M*).
Klavierauszug
Verlagsniederschrift eines
weiteren Klavierauszugs, verschollen (ASGA B 6/2, Quelle N*).
Lieder
Arnold Schönberg, Sechs Lieder für Gesang und
Orchester op. 8: Natur op. 8/1, Wenn Vöglein klagen op.
8/6.
Buch
Typoskript des Textbuchs,
verschollen (ASGA B 6/2, Quelle TC*). Unvollständiger Durchschlag des
Typoskripts des Textbuchs mit Eintragungen Pappenheims (ASGA B 6/2, Quelle TCa).
31. Oktober 1913
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 31. Oktober 1913, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.17501.