25/X. 1913
Lieber Herr Direktor, beiliegend ein Brief aus Mannheim. Ich
meinerseits habe mich mit dem Inhalt einverstanden erklärt; wenn
Sie vom Verlagsstandpunkt aus irgend etwas zu fordern beab-
sichtigen, so schreiben Sie bitte sofort hin. Nur eines: Material1
Lieferung entfällt an Mannheim, denn die besitzen bereits
seit cirka 3 Jahren ein Orchestermaterial2, das sie sich
selbst, auf eigenen Kosten haben anfertigen lassen. Jedenfalls
bitte ich Sie dieser Aufführung keine Schwierigkeiten in den
Weg zu legen, denn es ist möglich, dass man dort auch noch
die „glückliche Hand“ dazu macht.
Nun aber bitte ich Sie dringendst, sofort die Ver-
öffentlichung der Partitur zu veranlassen im Sinne
unserer letzten Abmachungen.
Dazu ist folgendes nötig:
(Ich habe zwei Partituren; die Kopie3 aber ist nicht korri-
giert, das Original4 brauche ich, um mich zum Dirigieren
vorzubereiten.)
1.) Lassen Sie die Kopie von Herrn Scherchen revi[e]dieren
und legen wir diese dem Druck5 zu Grunde. Eine Korrektur
lese ich selbst, die andere liest Scherchen.
2. Ich bitte Sie vielmals, lassen Sie diese Partitur
stechen. Wenn Sie den Preis nicht über 12 Mark ansetzen,
so fress ich den Rest, wenn nicht in 2 Jahren 300 Exem-
plare verkauft sind. Machen Sie nur eine billige Ausgabe.
300 billige Exemplare zu verkaufen ist für uns beide besser,
als 20 teure!!!
3. Ich bitte Sie das alles sofort zu veranlassen. Höchste Eile
ist nötig!
4. Steuermanns Klavierauszug6 muss sofort kopiert

werden. Haben Sie einen Kopisten, der das pünktlich besorgt.
Es muss in 8 Tagen fertig sein! Wenn nicht so geben Sie
mir bitte den Auftrag es hier zu veranlassen!
5. Wollen Sie nicht den Auszug auch gleich drucken?
Es sind bloß ca 35–40 Druckseiten, das kostet höchstens
400 Mark!! (Die Partitur hat cirka 67 Seiten
kostet also im Stich höchstens 900–1000 Mark.[)]
6. Dann muss das Textbuch gedruckt werden! Was
soll da geschehen. Ich habe gar keine Abschrift!!
Bitte um sofortige Antwort.
Bitte den Brief von Mannheim zurück.
Auch die beiden Briefe Kandinsky.
Ich habe wieder einen Beitrag für Ihre Musik-
woche
, muss ihn aber noch überarbeiten.
Ist die erste Nummer schon erschienen?
Wann erhalte ich die Partituren meiner Or-
chesterlieder
?
Ich bat auch um Exemplare der Klavierstücke.
Viele Grüße Ihr Arnold Schönberg
Besten Dank für die Reklamemarken; leider kommen
sie immer ganz zusammengeklebt, so dass ich die
letzten nicht brauchen konnte. Herzl. Dank!
25/X. 1913
Lieber Herr Direktor, beiliegend ein Brief aus Mannheim. Ich meinerseits habe mich mit dem Inhalt einverstanden erklärt; wenn Sie vom Verlagsstandpunkt aus irgend etwas zu fordern beabsichtigen, so schreiben Sie bitte sofort hin. Nur eines: Material1 Lieferung entfällt an Mannheim, denn die besitzen bereits seit cirka 3 Jahren ein Orchestermaterial2, das sie sich selbst, auf eigenen Kosten haben anfertigen lassen. Jedenfalls bitte ich Sie dieser Aufführung keine Schwierigkeiten in den Weg zu legen, denn es ist möglich, dass man dort auch noch die „glückliche Hand“ dazu macht.
Nun aber bitte ich Sie dringendst, sofort die Veröffentlichung der Partitur zu veranlassen im Sinne unserer letzten Abmachungen.
Dazu ist folgendes nötig:
(Ich habe zwei Partituren; die Kopie3 aber ist nicht korrigiert, das Original4 brauche ich, um mich zum Dirigieren vorzubereiten.)
1.) Lassen Sie die Kopie von Herrn Scherchen revidieren und legen wir diese dem Druck5 zu Grunde. Eine Korrektur lese ich selbst, die andere liest Scherchen.
2. Ich bitte Sie vielmals, lassen Sie diese Partitur stechen. Wenn Sie den Preis nicht über 12 Mark ansetzen, so fress ich den Rest, wenn nicht in 2 Jahren 300 Exemplare verkauft sind. Machen Sie nur eine billige Ausgabe. 300 billige Exemplare zu verkaufen ist für uns beide besser, als 20 teure!!!
3. Ich bitte Sie das alles sofort zu veranlassen. Höchste Eile ist nötig!
4. Steuermanns Klavierauszug6 muss sofort kopiert werden. Haben Sie einen Kopisten, der das pünktlich besorgt. Es muss in 8 Tagen fertig sein! Wenn nicht so geben Sie mir bitte den Auftrag es hier zu veranlassen!
5. Wollen Sie nicht den Auszug auch gleich drucken? Es sind bloß ca 35–40 Druckseiten, das kostet höchstens 400 Mark!! (Die Partitur hat cirka 67 Seiten kostet also im Stich höchstens 900–1000 Mark.)
6. Dann muss das Textbuch gedruckt werden! Was soll da geschehen. Ich habe gar keine Abschrift!!
Bitte um sofortige Antwort.
Bitte den Brief von Mannheim zurück. Auch die beiden Briefe Kandinsky.
Ich habe wieder einen Beitrag für Ihre Musikwoche, muss ihn aber noch überarbeiten. Ist die erste Nummer schon erschienen?
Wann erhalte ich die Partituren meiner Orchesterlieder?
Ich bat auch um Exemplare der Klavierstücke.
Viele Grüße Ihr Arnold Schönberg
Besten Dank für die Reklamemarken; leider kommen sie immer ganz zusammengeklebt, so dass ich die letzten nicht brauchen konnte. Herzl. Dank!

25. Oktober 1913



The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection



Brief, Kopie

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, 25. Oktober 1913, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.32.

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