Herrn
Berlin-Westend,
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Ich danke Ihnen verbindlichst für Ihre Zeilen
vom 4. April, aus denen ich zunächst Ihre Stellung-
nahme bezüglich der „Gurrelieder“-Aufführung in
Amerika entnommen habe. Wir werden also an Stock Ent-
sprechendes schreiben und ich hoffe zuversichtlich,
dass sich der langgehegte Plan, dass Sie selbst die
Gurrelieder“ in Amerika dirigieren, nun endlich wird
realisieren lassen. Ich lasse jedenfalls unter Hinweis
auf den grossen Erfolg, den Sie in London1 mit dem Werk
erzielt haben, diesbezüglich nochmals an unsere amerika-
nische Vertretung schreiben, um dort zu veranlassen,
dass alles nur irgend wie Mögliche in dieser Richtung
unternommen wird.
Dass Sie den Vortrag über die „Glückliche Hand
für den „Anbruch“ derzeit nicht hergeben wollen, be-
dauern wir aufrichtig. Wir hatten uns von der Veröffent-
lichung Ihres Vortrages ja auch gerade im Zusammenhang
mit der Veröffentlichung der Aufführungsberichte2 eine
starke propagandistische Wirkung erwartet. Der „Anbruch
würde sich übrigens ja auch mit einem Zweitdruck begnügen,

falls Sie den Vortrag zuvor im Christian science Monitor ver-
öffentlichen wollen.
Aufführungen der „Erwartung“ fanden in Wies-
baden
bisher am 22., 24., 31. Januar und 17. Februar
statt. Die „Glückliche Hand“ ist, soweit wir aus dem
Bühnenspielplan ersehen konnten, in Breslau bisher
zweimal aufgeführt3 worden.
Mit verbindlichen Empfehlungen und herzlichen
Grüssen Ihr ergebener
Herrn
Berlin-Westend,
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Ich danke Ihnen verbindlichst für Ihre Zeilen vom 4. April, aus denen ich zunächst Ihre Stellungnahme bezüglich der „Gurrelieder“-Aufführung in Amerika entnommen habe. Wir werden also an Stock Entsprechendes schreiben und ich hoffe zuversichtlich, dass sich der langgehegte Plan, dass Sie selbst die „Gurrelieder“ in Amerika dirigieren, nun endlich wird realisieren lassen. Ich lasse jedenfalls unter Hinweis auf den grossen Erfolg, den Sie in London1 mit dem Werk erzielt haben, diesbezüglich nochmals an unsere amerikanische Vertretung schreiben, um dort zu veranlassen, dass alles nur irgend wie Mögliche in dieser Richtung unternommen wird.
Dass Sie den Vortrag über die „Glückliche Hand“ für den „Anbruch“ derzeit nicht hergeben wollen, bedauern wir aufrichtig. Wir hatten uns von der Veröffentlichung Ihres Vortrages ja auch gerade im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Aufführungsberichte2 eine starke propagandistische Wirkung erwartet. Der „Anbruch“ würde sich übrigens ja auch mit einem Zweitdruck begnügen, falls Sie den Vortrag zuvor im Christian science Monitor veröffentlichen wollen.
Aufführungen der „Erwartung“ fanden in Wiesbaden bisher am 22., 24., 31. Januar und 17. Februar statt. Die „Glückliche Hand“ ist, soweit wir aus dem Bühnenspielplan ersehen konnten, in Breslau bisher zweimal aufgeführt3 worden.
Mit verbindlichen Empfehlungen und herzlichen Grüssen Ihr ergebener
Emil Hertzka

10. April 1928


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection



Brief

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 10. April 1928, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.17599.

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