Arnold Schönberg an Universal-Edition
12. April 1928
ARNOLD SCHÖNBERG
PROFESSOR AN DER AKADEMIE DER KÜNSTE ZU BERLIN
PROFESSOR AN DER AKADEMIE DER KÜNSTE ZU BERLIN
12.IV.1928
Lieber Herr Direktor Herzka, seit Sie mir seinerzeit erzählt
haben, dass Sie zu einem gewissen Zeitpunkt vorhaben, sich
von der Leitung der UE zurückzuziehen, empfand ich die
Notwendigkeit einer Schutzmassnahme gegen Ihren uns bis
jetzt unbekannten Nachfolger. Da sich in der letzten Zeit
die Gerüchte über die grosse Nähe einer Aenderung mehren, eines solcher Schrittes
aber zu früh getan sein muss, wenn er zur rechten Zeit kommen da
sein will* , so habe ich Beiliegendes entworfen und sende
es Ihnen zur Kenntnisnahme, ehe es an Fremde geht. Und ich
muss sie sehr bitten (und erwarte es aufs Bestimmteste von
Ihnen) dass Sie diese Aktion1, welche für Sie persönlich ein
grosses Vertrauensvotum darstellt, aufs weitestgehendste
fördern. Wir alle wissen, dass in Ihnen der chevalerske Zug
eines Grosskaufmannes aus den achtziger Jahren über den
„Konzernisten“ das Uebergewicht hat und dass Ihr Nachfolger
vielleicht es bereits ablehnen wird, für unsere Waaren ein
anderes als kaufmännisches Interesse zu haben. Wir wollen
uns gegen Ihren Nachfolger sichern. Ist er [...] zgut, so scha-
det uns u[s]nsere Aktion nichts!
haben, dass Sie zu einem gewissen Zeitpunkt vorhaben, sich
von der Leitung der UE zurückzuziehen, empfand ich die
Notwendigkeit einer Schutzmassnahme gegen Ihren uns bis
jetzt unbekannten Nachfolger. Da sich in der letzten Zeit
die Gerüchte über die grosse Nähe einer Aenderung mehren, eines solcher Schrittes
aber zu früh getan sein muss, wenn er zur rechten Zeit kommen da
sein will* , so habe ich Beiliegendes entworfen und sende
es Ihnen zur Kenntnisnahme, ehe es an Fremde geht. Und ich
muss sie sehr bitten (und erwarte es aufs Bestimmteste von
Ihnen) dass Sie diese Aktion1, welche für Sie persönlich ein
grosses Vertrauensvotum darstellt, aufs weitestgehendste
fördern. Wir alle wissen, dass in Ihnen der chevalerske Zug
eines Grosskaufmannes aus den achtziger Jahren über den
„Konzernisten“ das Uebergewicht hat und dass Ihr Nachfolger
vielleicht es bereits ablehnen wird, für unsere Waaren ein
anderes als kaufmännisches Interesse zu haben. Wir wollen
uns gegen Ihren Nachfolger sichern. Ist er [...] zgut, so scha-
det uns u[s]nsere Aktion nichts!
Ich möchte gerne diese Briefe mit dem Vermerk versehen, dass
Sie Ihnen bekannt sind und bitte darum um baldige Antwort.
Sie Ihnen bekannt sind und bitte darum um baldige Antwort.
Viele herzliche Grüsse, Ihr
Aktion
Infolge von Befürchtungen,
Emil Hertzka könnte von der
Leitung der UE zurücktreten, planten
Arnold Schönberg und Franz Schreker eine Vereinigung der
Autoren der UE mit dem Zweck einer
„Vertretung aller künstlerischen und materiellen Rechte und Interessen
jedes einzelnen, sowie der Gesamtheit“ (Einladung und Fragebogen zur „Vereinigung der Autoren der Universal
Edition“, April 1928). Schönberg versuchte für die Aktion u. a. Alban Berg als Proponenten zu bewegen, der
jedoch ablehnte (Alban Berg an Arnold Schönberg, 10. April 1928; ASCC
20136).
ARNOLD SCHÖNBERG
PROFESSOR AN DER AKADEMIE DER KÜNSTE ZU BERLIN
PROFESSOR AN DER AKADEMIE DER KÜNSTE ZU BERLIN
12.IV.1928
Lieber Herr Direktor Herzka, seit Sie mir seinerzeit erzählt haben, dass Sie zu einem
gewissen Zeitpunkt vorhaben, sich von der Leitung der UE zurückzuziehen, empfand ich die Notwendigkeit einer
Schutzmassnahme gegen Ihren uns bis jetzt unbekannten Nachfolger. Da sich
in der letzten Zeit die Gerüchte über die grosse Nähe einer Aenderung mehren, ein solcher Schritt
aber zu früh getan sein muss, wenn er zur rechten Zeit kommen
will
, so habe ich Beiliegendes entworfen und sende es Ihnen
zur Kenntnisnahme, ehe es an Fremde geht. Und ich muss sie sehr bitten (und
erwarte es aufs Bestimmteste von Ihnen) dass Sie diese Aktion1, welche für Sie persönlich ein grosses Vertrauensvotum darstellt,
aufs weitestgehendste fördern. Wir alle wissen, dass in Ihnen der
chevalerske Zug eines Grosskaufmannes aus den achtziger Jahren über den „Konzernisten“ das
Uebergewicht hat und dass Ihr Nachfolger
vielleicht es bereits ablehnen wird, für unsere Waaren ein anderes als
kaufmännisches Interesse zu haben. Wir wollen uns gegen Ihren Nachfolger
sichern. Ist er
gut, so schadet uns unsere Aktion nichts!
Ich möchte gerne diese Briefe mit dem Vermerk versehen, dass Sie Ihnen
bekannt sind und bitte darum um baldige Antwort.
Aktion
Infolge von Befürchtungen,
Emil Hertzka könnte von der
Leitung der UE zurücktreten, planten
Arnold Schönberg und Franz Schreker eine Vereinigung der
Autoren der UE mit dem Zweck einer
„Vertretung aller künstlerischen und materiellen Rechte und Interessen
jedes einzelnen, sowie der Gesamtheit“ (Einladung und Fragebogen zur „Vereinigung der Autoren der Universal
Edition“, April 1928). Schönberg versuchte für die Aktion u. a. Alban Berg als Proponenten zu bewegen, der
jedoch ablehnte (Alban Berg an Arnold Schönberg, 10. April 1928; ASCC
20136).
12. April 1928
13. April 1928
Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection
Wien
Archiv
Universal Edition Collection
Brief
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 12. April 1928, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.1457.