D/Ma.
Herrn
Berlin-Charlottenburg 2,
Steinplatz 2, Pension Bavaria.
Verehrter Meister Schönberg!
Ihre beiden Schreiben1 vom 2. März habe ich erhalten
und mich sehr gefreut, dass Sie uns einen Aufsatz für „Pult und
Taktstock
“ zur Verfügung stellen, den wir sogar unter Ihrem ei-
genen Namen bringen würden. Ich werde bei unserem Herrn Chefre-
dakteur
meinen ganzen Einfluss dafür einsetzen, dass dieser Auf-
satz sehr bald gedruckt wird und ich glaube, Ihnen mit einiger
Sicherheit das baldige Erscheinen in Aussicht stellen zu dürfen.
Mit ungeheucheltem Erstaunen entnehme ich aber auch
Ihren Zeilen, dass die +++hochverehrte „Anbruch“ Redaktion von Ih-
nen wenig halten soll und da ich sicher bin, dass Sie für eine
solche schwere Beschuldigung hinreichenden Grund haben, so werde
ich dieser rätselhaften Sache auf das energischeste nachgehen
und nicht verfehlen, Ihnen von meinen Recherchen Kenntnis zu geben.
Ich bitte Sie dringend, sich darüber nicht beunruhigen zu wollen.
Ich hoffe bestimmt, dass es mir gelingen wird, eine Lösung des
Rätsels zu finden. Dass ich für Sie bei Herrn Dr. Stein ein gutes
Wort einlegen werde, können Sie versichert sein.
Schliesslich möchte ich Ihnen noch zum drittenmal be-
stätigen, dass der von Tischer und Jagenberg eingelangte Betrag

am 12. Februar an das Pelzhaus Horowitz ausbezahlt wurde.
Meine geplante Feberreise nach Berlin musste unter-
bleiben; nun ist eine solche für die zweite Märzhälfte fixiert
und ich hoffe, diese kommt auch zustande.
Mit vielen herzlichen Grüssen, stets Ihr in warmer
Verehrung ergebener

Emil Hertzka

D/Ma.
Herrn
Berlin-Charlottenburg 2,
Steinplatz 2, Pension Bavaria.
Verehrter Meister Schönberg!
Ihre beiden Schreiben1 vom 2. März habe ich erhalten und mich sehr gefreut, dass Sie uns einen Aufsatz für „Pult und Taktstock“ zur Verfügung stellen, den wir sogar unter Ihrem eigenen Namen bringen würden. Ich werde bei unserem Herrn Chefredakteur meinen ganzen Einfluss dafür einsetzen, dass dieser Aufsatz sehr bald gedruckt wird und ich glaube, Ihnen mit einiger Sicherheit das baldige Erscheinen in Aussicht stellen zu dürfen.
Mit ungeheucheltem Erstaunen entnehme ich aber auch Ihren Zeilen, dass die +++hochverehrte „Anbruch“ Redaktion von Ihnen wenig halten soll und da ich sicher bin, dass Sie für eine solche schwere Beschuldigung hinreichenden Grund haben, so werde ich dieser rätselhaften Sache auf das energischeste nachgehen und nicht verfehlen, Ihnen von meinen Recherchen Kenntnis zu geben. Ich bitte Sie dringend, sich darüber nicht beunruhigen zu wollen. Ich hoffe bestimmt, dass es mir gelingen wird, eine Lösung des Rätsels zu finden. Dass ich für Sie bei Herrn Dr. Stein ein gutes Wort einlegen werde, können Sie versichert sein.
Schliesslich möchte ich Ihnen noch zum drittenmal bestätigen, dass der von Tischer und Jagenberg eingelangte Betrag am 12. Februar an das Pelzhaus Horowitz ausbezahlt wurde.
Meine geplante Feberreise nach Berlin musste unterbleiben; nun ist eine solche für die zweite Märzhälfte fixiert und ich hoffe, diese kommt auch zustande.
Mit vielen herzlichen Grüssen, stets Ihr in warmer Verehrung ergebener
Emil Hertzka

8. März 1926


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection


Brief

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 8. März 1926, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.17647.

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