Universal-Edition an Arnold Schönberg
29. Dezember 1916
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 3228, 4533·Bank-Konto: k-k·priv·öst·
Länderbank. Wien·Postsparkassen·Konto 57557.
Wien 29. Dez. 1916.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 3228, 4533·Bank-Konto: k-k·priv·öst·
Länderbank. Wien·Postsparkassen·Konto 57557.
Wien 29. Dez. 1916.
W
Wohlgeboren
Herrn Arnold Schönberg
Sehr verehrter Herr Schönberg!
Wenn Sie zu mir auch nur einen Teil jenes Vertrauens
hätten, das ich zu Ihnen habe, dann würden Sie mir wegen des
Dirigierens in Amerika nicht so geschrieben haben, wie dies mit Ihrem
Geschätzten vom 26. ds.1 geschehen ist.
hätten, das ich zu Ihnen habe, dann würden Sie mir wegen des
Dirigierens in Amerika nicht so geschrieben haben, wie dies mit Ihrem
Geschätzten vom 26. ds.1 geschehen ist.
Ich will jede bittere Bemerkung vermeiden und auf das
anerkannte und angeborene Recht eines jeden Komponisten, jedenseinen
Verleger zu missachten, Rücksicht nehmen. Von diesem Gesichts-
punkte aus, nicht aber auf Grund der Drohung mit dem „casus
belli“, wiederhole ich hiermit auch schriftlich die Ihnen münd-
lich gemachte Zusage, dass ich ohne Ihre Zustimmung eine Auffüh-
rungsbewilligung2 für die „Gurre-Lieder“ für Amerika bei welcher
Sie nicht selbst dirigieren, nicht erteilen werde.
anerkannte und angeborene Recht eines jeden Komponisten, jedenseinen
Verleger zu missachten, Rücksicht nehmen. Von diesem Gesichts-
punkte aus, nicht aber auf Grund der Drohung mit dem „casus
belli“, wiederhole ich hiermit auch schriftlich die Ihnen münd-
lich gemachte Zusage, dass ich ohne Ihre Zustimmung eine Auffüh-
rungsbewilligung2 für die „Gurre-Lieder“ für Amerika bei welcher
Sie nicht selbst dirigieren, nicht erteilen werde.
Ich hoffe, Sie sind nunmehr beruhigt.
Ihre freundlichen Wünsche für das neue Jahr auf das
wärmste erwidernd, bin ich Ihr stets in Hochschätzung ergebener
wärmste erwidernd, bin ich Ihr stets in Hochschätzung ergebener
Ihrem Geschätzten vom 26. ds.
Aufführungsbewilligung
Aufgrund kriegsbedingter
Schwierigkeiten, Aufführungen der Gurre-Lieder während des Ersten Weltkriegs zu vereinbaren,
war Schönbergs Bemühen auf das
nicht als Kriegspartei involvierte Ausland gerichtet. Die USA, die erst im April 1917 in den Krieg eintraten, hätten ein ideales Podium
geboten – nicht nur für das Werk, sondern auch für Schönberg als Dirigent: „Sein
dringendster Wunsch wäre aber eine Aufführung in Amerika zu leiten und er wäre bereit, mit
seiner Familie (Frau und 2 Kindern
[Gertrude und Georg], denn diese wünscht er nicht
allein hier zurückzulassen) nach Amerika zu reisen, dort die ganze Aufführung
einzustudieren und 5 Aufführungen des Werkes zu dirigieren. Er
beansprucht für jede Aufführung ein Honorar von 1000 Dollar, also
zusammen 5000 Dollar.“ (Universal-Edition
an Breitkopf & Härtel, 1. September 1916). Schönberg trachtete danach, seine aus
gesundheitlichen Gründen erfolgte Enthebung vom Militärdienst für eine
Konzertreise nach Übersee zu nutzen. Die amerikanische Erstaufführung erfolgte erst 1932 unter der Leitung von Leopold Stokowski, was zu einem Streit
zwischen Schönberg und der UE führte.
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 3228, 4533·Bank-Konto: k-k·priv·öst·
Länderbank. Wien·Postsparkassen·Konto 57557.
Wien 29. Dez. 1916.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 3228, 4533·Bank-Konto: k-k·priv·öst·
Länderbank. Wien·Postsparkassen·Konto 57557.
Wien 29. Dez. 1916.
W
Sehr verehrter Herr Schönberg!
Wenn Sie zu mir auch nur einen Teil jenes Vertrauens hätten, das ich zu
Ihnen habe, dann würden Sie mir wegen des Dirigierens in Amerika nicht so geschrieben haben, wie dies mit Ihrem Geschätzten vom 26. ds.1 geschehen ist.
Ich will jede bittere Bemerkung vermeiden und auf das anerkannte und
angeborene Recht eines jeden Komponisten, seinen
Verleger zu missachten, Rücksicht nehmen. Von diesem Gesichtspunkte aus, nicht aber auf Grund der Drohung mit dem „casus
belli“, wiederhole ich hiermit auch schriftlich die Ihnen mündlich gemachte Zusage, dass ich ohne Ihre Zustimmung eine Aufführungsbewilligung2 für die „Gurre-Lieder“ für Amerika bei welcher Sie nicht selbst
dirigieren, nicht erteilen werde.
Ich hoffe, Sie sind nunmehr beruhigt.
Ihre freundlichen Wünsche für das neue Jahr auf das wärmste
erwidernd, bin ich
Ihr stets in Hochschätzung ergebener
Hertzka
Hertzka
Ihrem Geschätzten vom 26. ds.
Aufführungsbewilligung
Aufgrund kriegsbedingter
Schwierigkeiten, Aufführungen der Gurre-Lieder während des Ersten Weltkriegs zu vereinbaren,
war Schönbergs Bemühen auf das
nicht als Kriegspartei involvierte Ausland gerichtet. Die USA, die erst im April 1917 in den Krieg eintraten, hätten ein ideales Podium
geboten – nicht nur für das Werk, sondern auch für Schönberg als Dirigent: „Sein
dringendster Wunsch wäre aber eine Aufführung in Amerika zu leiten und er wäre bereit, mit
seiner Familie (Frau und 2 Kindern
[Gertrude und Georg], denn diese wünscht er nicht
allein hier zurückzulassen) nach Amerika zu reisen, dort die ganze Aufführung
einzustudieren und 5 Aufführungen des Werkes zu dirigieren. Er
beansprucht für jede Aufführung ein Honorar von 1000 Dollar, also
zusammen 5000 Dollar.“ (Universal-Edition
an Breitkopf & Härtel, 1. September 1916). Schönberg trachtete danach, seine aus
gesundheitlichen Gründen erfolgte Enthebung vom Militärdienst für eine
Konzertreise nach Übersee zu nutzen. Die amerikanische Erstaufführung erfolgte erst 1932 unter der Leitung von Leopold Stokowski, was zu einem Streit
zwischen Schönberg und der UE führte.
29. Dezember 1916
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 29. Dezember 1916, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.17700.