Arnold Schönberg an Erwin Stein
17. Juli 1932
Lieber Stein, nachdem ich die beiligende Karte1 ge-
schri[e]ben habe und den roten Nachtrag, lese ich Ih-
ren Brief nocheinmal durch. Wirklich die UE kann Ih-
nen sehr dankbar sein. Ob auch ich, das ist noch die
Frage. Also, ich folge Ihnen und gebe Ihnen noch [2]
Einigungsmöglichkeiten an. I. Wenn die UE einen an-
dern Modus findet, mittels welchem erreicht wird, dass
die Barzahlungen auf dem Konto „Alte Werke“ ausgenom-
men werden, so will ich den in Erwägung ziehen. II. [Das]
gleiche sage ich Ihnen zu, für den Fall, als die UE es
lieber sähe, dass ich die Frage „Von heute auf morgen“
aus dem Spiel lasse und sie mir statt diese Kosten
zu bezahlen, eine grössere Barsumme als Entschädigung
anbietet. Sie können aber dem Dr. Kalmus sagen: ich er-
warte es von ihm absolut, dass er sich als ein Freund
in dieser Angelegenheit bewährt. Ich habe ihm, ohne dass
er es weiss, einige grosse Dienste geleistet. Er wird
sich erinnern, dass er eine zeitlang mit Herzka
schri[e]ben habe und den roten Nachtrag, lese ich Ih-
ren Brief nocheinmal durch. Wirklich die UE kann Ih-
nen sehr dankbar sein. Ob auch ich, das ist noch die
Frage. Also, ich folge Ihnen und gebe Ihnen noch [2]
Einigungsmöglichkeiten an. I. Wenn die UE einen an-
dern Modus findet, mittels welchem erreicht wird, dass
die Barzahlungen auf dem Konto „Alte Werke“ ausgenom-
men werden, so will ich den in Erwägung ziehen. II. [Das]
gleiche sage ich Ihnen zu, für den Fall, als die UE es
lieber sähe, dass ich die Frage „Von heute auf morgen“
aus dem Spiel lasse und sie mir statt diese Kosten
zu bezahlen, eine grössere Barsumme als Entschädigung
anbietet. Sie können aber dem Dr. Kalmus sagen: ich er-
warte es von ihm absolut, dass er sich als ein Freund
in dieser Angelegenheit bewährt. Ich habe ihm, ohne dass
er es weiss, einige grosse Dienste geleistet. Er wird
sich erinnern, dass er eine zeitlang mit Herzka
sehr schlecht gestanden ist. [Da]mals habe ich wieder-
holt für ihn bei Herzka – und ich glaube: nicht ohne Er-
folg – gesprochen: es ist nicht schlecht, sich solcher
Dinge zu erinnern!
holt für ihn bei Herzka – und ich glaube: nicht ohne Er-
folg – gesprochen: es ist nicht schlecht, sich solcher
Dinge zu erinnern!
Bei diesem Verwaltungsrat möchte ich gerne einmal
anwesend sein. Es wäre nicht schlecht um dieses
Ver-Kalk-Gebirge einmal einem kleinen, durch mich verur-
sachten Erdbeben auszusetzen: ich bin ja heute selbst
schon im Kalk-Zeit-Alter. Aber ich denke: für die wirds
noch reichen. Grüssen Sie Winter und Dr. Kalmus?
Was macht Frl. Rothe?
anwesend sein. Es wäre nicht schlecht um dieses
Ver-Kalk-Gebirge einmal einem kleinen, durch mich verur-
sachten Erdbeben auszusetzen: ich bin ja heute selbst
schon im Kalk-Zeit-Alter. Aber ich denke: für die wirds
noch reichen. Grüssen Sie Winter und Dr. Kalmus?
Was macht Frl. Rothe?
Also nochmals, herzlichste Grüsse
Ihr
Ihr
17.VII.1932
Lieber Stein, nachdem ich die beiligende Karte1 geschrieben habe und den roten
Nachtrag[?], lese ich Ihren Brief nocheinmal durch.
Wirklich die UE
kann[?] Ihnen sehr dankbar sein. Ob auch ich, das ist noch die Frage.
Also, ich folge Ihnen und gebe[?]
Ihnen noch 2
Einigungsmöglichkeiten an. I. Wenn die UE
einen[?] andern Modus findet, mittels welchem erreicht wird, dass die
Barzahlungen[?] auf dem Konto
„Alte Werke“ ausgenommen werden, so will ich den in Erwägung ziehen. II. Das
gleiche sage ich Ihnen zu, für den Fall, als die UE es lieber sähe, dass ich die Frage „Von heute auf morgen“ aus dem Spiel lasse und
sie mir statt diese Kosten zu bezahlen, eine grössere Barsumme als
Entschädigung anbietet. Sie können[?] aber dem Dr. Kalmus
sagen: ich erwarte es von ihm absolut, dass er sich als ein Freund in
dieser Angelegenheit bewährt. Ich habe ihm, ohne dass er es weiss, einige
grosse Dienste geleistet. Er wird sich erinnern, dass er eine zeitlang mit
Herzka
sehr schlecht gestanden ist. Damals habe ich wiederholt für ihn bei Herzka –
und ich glaube: nicht ohne Erfolg – gesprochen: es ist nicht schlecht, sich solcher
Dinge zu erinnern!
Bei diesem Verwaltungsrat möchte ich gerne einmal anwesend sein. Es wäre
nicht schlecht um dieses Ver-Kalk-Gebirge einmal einem kleinen, durch mich
verursachten Erdbeben auszusetzen: ich bin ja heute selbst schon
im Kalk-Zeit-Alter. Aber ich denke: für die wirds noch reichen. Grüssen Sie
Winter und Dr. Kalmus? Was macht Frl. Rothe?
Also nochmals, herzlichste Grüsse
Ihr
17.VII.1932
17. Juli 1932
Ort erschlossen; Beilage: Arnold Schönberg an Universal-Edition, 17. Juli 1932
[erschlossen]
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief, Kopie
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Erwin Stein, 17. Juli 1932, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.1837.