Universal-Edition an Arnold Schönberg
22. April 1927
D/Ma.
Wien, den 22. April 1927.
Herrn
Professor Arnold Schönberg,
Berlin-Charlottenburg
2.
Steinplatz
2.
Pension Bavaria –
Pension Bavaria –
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Wir geben Ihnen im nachstehenden eine Liste jener
Werke, deren konzertmässige Aufführungsrechte uns ausdrücklich
übertragen wurden. Die betreffenden von Ihnen gefertigten Origi-
nalabtretungen1 können hier eingesehen werden. Wie wir Ihnen schon
seinerzeit, als wir die Mitteilung erhielten, dass Sie der Genos-
senschaft beigetreten sind, bekanntgegeben haben, können Sie ohne
unsere Zustimmung Rechte, die Sie uns abgetreten haben, der Ge-
sellschaft nicht überlassen. Wir sind nun aus ganz bestimmten
Gründen derzeit nicht in der Lage, auf diese uns überlassen[en] Rechte
zu verzichten und bedauern daher, unsere Zustimmung nicht geben zu
können, dass diese Rechte von der Genossenschaft deutscher Ton-
setzer, beziehungsweise deren Anstalt verwaltet werden. Wir möch-
ten ihnen vorschlagen, diese Sache, die ja gerade während der
Sommermonate absolut nicht aktuell ist, ruhen zu lassen und den
Verlauf von gewissen Dingen abzuwarten. Es ist nicht ausgeschlos-
sen, dass wir im Herbst viel leichter in der Lage sein werden, über
diese Frage zu einer beiden Teilen angenehmen Erledigung zu kommen
und wir ersparen dadurch nur jedwede Verschärfung der Beziehungen
und jede unnütze Verärgerung. Wenn Sie mit dieser Verschiebung der
Weiterverfolgung der Angelegenheit, die, was wir ausdrücklich be-
merken möchten, in keiner Weise Ihren oder unseren Standpunkt prä-
Werke, deren konzertmässige Aufführungsrechte uns ausdrücklich
übertragen wurden. Die betreffenden von Ihnen gefertigten Origi-
nalabtretungen1 können hier eingesehen werden. Wie wir Ihnen schon
seinerzeit, als wir die Mitteilung erhielten, dass Sie der Genos-
senschaft beigetreten sind, bekanntgegeben haben, können Sie ohne
unsere Zustimmung Rechte, die Sie uns abgetreten haben, der Ge-
sellschaft nicht überlassen. Wir sind nun aus ganz bestimmten
Gründen derzeit nicht in der Lage, auf diese uns überlassen[en] Rechte
zu verzichten und bedauern daher, unsere Zustimmung nicht geben zu
können, dass diese Rechte von der Genossenschaft deutscher Ton-
setzer, beziehungsweise deren Anstalt verwaltet werden. Wir möch-
ten ihnen vorschlagen, diese Sache, die ja gerade während der
Sommermonate absolut nicht aktuell ist, ruhen zu lassen und den
Verlauf von gewissen Dingen abzuwarten. Es ist nicht ausgeschlos-
sen, dass wir im Herbst viel leichter in der Lage sein werden, über
diese Frage zu einer beiden Teilen angenehmen Erledigung zu kommen
und wir ersparen dadurch nur jedwede Verschärfung der Beziehungen
und jede unnütze Verärgerung. Wenn Sie mit dieser Verschiebung der
Weiterverfolgung der Angelegenheit, die, was wir ausdrücklich be-
merken möchten, in keiner Weise Ihren oder unseren Standpunkt prä-
judizieren soll, einverstanden sind, dann
bitten wir Sie, das
der Anstalt für Aufführungsrechte mitzuteilen, worauf auch wir
der Autorengesellschaft sowie der Leitung der Berliner Organisa-
tion, die den Titel „Verband zum Schutze musikalischer Aufführungs-
rechte für Deutschland“ führt, Mitteilung machen werden.
der Anstalt für Aufführungsrechte mitzuteilen, worauf auch wir
der Autorengesellschaft sowie der Leitung der Berliner Organisa-
tion, die den Titel „Verband zum Schutze musikalischer Aufführungs-
rechte für Deutschland“ führt, Mitteilung machen werden.
Wir bitten sie dringend, unserer Anregung zu ent-
sprechen und zeichnen in der Erwartung, dass Sie unsere Bitte be-
rücksichtigen werden,
sprechen und zeichnen in der Erwartung, dass Sie unsere Bitte be-
rücksichtigen werden,
in warmer Verehrung ergebenst
Originalabtretungen
In der Urheberrechtsabtretung: Pierrot lunaire op.
21 etc., 22. Juli 1912 und der Urheberrechtsabtretung: Pelleas und Melisande op. 5 etc., 26.
September 1913 wird das Aufführungsrecht ausdrücklich
eingeschlossen, in der Urheberrechtsabtretung: Vier Stücke für gemischten Chor op. 27
etc., 3. April 1926 hingegen wird (wohl auf die Reklamation in
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 22.
Juni 1926 hin) nur das Verlagsrecht übertragen.
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Wir geben Ihnen im nachstehenden eine Liste jener
Werke, deren konzertmässige Aufführungsrechte uns ausdrücklich
übertragen wurden. Die betreffenden von Ihnen gefertigten Originalabtretungen1 können hier eingesehen werden. Wie wir Ihnen schon seinerzeit, als
wir die Mitteilung erhielten, dass Sie der Genossenschaft beigetreten sind, bekanntgegeben
haben, können Sie ohne
unsere Zustimmung Rechte, die Sie uns abgetreten haben, der Gesellschaft nicht überlassen. Wir sind nun aus ganz bestimmten
Gründen derzeit nicht in der Lage, auf diese uns überlassenen Rechte zu verzichten und bedauern daher,
unsere Zustimmung nicht geben zu können, dass diese Rechte von der Genossenschaft deutscher Tonsetzer, beziehungsweise deren Anstalt verwaltet werden. Wir möchten ihnen vorschlagen, diese Sache, die ja gerade während der
Sommermonate absolut nicht aktuell ist, ruhen zu lassen und den
Verlauf von gewissen Dingen abzuwarten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir im Herbst viel leichter in der Lage sein werden,
über diese Frage zu einer beiden Teilen angenehmen Erledigung zu kommen
und wir ersparen dadurch nur jedwede Verschärfung der Beziehungen und
jede unnütze Verärgerung. Wenn Sie mit dieser Verschiebung der
Weiterverfolgung der Angelegenheit, die, was wir ausdrücklich bemerken möchten, in keiner Weise Ihren oder unseren Standpunkt
präjudizieren soll, einverstanden sind, dann
bitten wir Sie, das der Anstalt für
Aufführungsrechte mitzuteilen, worauf auch wir der Autorengesellschaft sowie der Leitung der Berliner Organisation, die den Titel „Verband zum Schutze
musikalischer Aufführungsrechte für Deutschland“ führt, Mitteilung machen
werden.
Wir bitten sie dringend, unserer Anregung zu ent
sprechen und zeichnen in der Erwartung, dass Sie unsere Bitte be
rücksichtigen werden,
in warmer Verehrung ergebenst
DK
sprechen und zeichnen in der Erwartung, dass Sie unsere Bitte be
rücksichtigen werden,
in warmer Verehrung ergebenst
DK
Originalabtretungen
In der Urheberrechtsabtretung: Pierrot lunaire op.
21 etc., 22. Juli 1912 und der Urheberrechtsabtretung: Pelleas und Melisande op. 5 etc., 26.
September 1913 wird das Aufführungsrecht ausdrücklich
eingeschlossen, in der Urheberrechtsabtretung: Vier Stücke für gemischten Chor op. 27
etc., 3. April 1926 hingegen wird (wohl auf die Reklamation in
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 22.
Juni 1926 hin) nur das Verlagsrecht übertragen.
22. April 1927
Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection
Wien
Archiv
Universal Edition Collection
Brief, Kopie
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 22. April 1927, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.19911.