D/Ei
Herrn
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Ich bin gestern nach ca. 14 tägiger Abwesenheit
nach Wien zurückgekehrt und habe gehofft, hier die lang erwar-
tete und von Ihnen mehrfach avisierte1 Mitteilung in Bezug
auf unseren Nachtragsvertrag zu erhalten. Leider ist auch
diesmal wieder nichts gekommen und ich bitte Sie heute instän-
dig um eine Antwort auf mein letztes Schreiben, damit unsere
Angelegenheit endlich zum Abschluss kommt.
Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie schwer es
mich bedrückt, dass unsere Beziehungen in ein so seltsames
Stadium getreten sind und ich wäre Ihnen herzlich dankbar,
wenn nun wieder ein angenehmes Verhältnis Platz greifen könnte.
Es gibt eine Unmenge Dinge, die ich Sie fragen möchte, Pläne
die ich Ihnen vorlegen wollte, etc. Wenn aber von Ihnen keine
Antworten auf Briefe kommen, dann hat ja auch das Schreiben und
Fragen keinen Zweck.
Ich bleibe jetzt noch 6–8 Tage in Wien und
verreise dann wieder auf etwa 14 Tage. Vielleicht wäre
es möglich, dass Sie mich vorher mit einem Briefe erfreuen.
In warmer Verehrung Ihr stets ergebener

P. S. Dr. Tischer hat mir vor wenigen Tagen, nachdem ich ihm
nicht rechtzeitig wegen „Frieden auf Erden“ Nachricht gab,
den Abtretungspreis * um 20 % erhöht. Er bleibt mir überhaupt
nur noch etwa 10 Tage im Wort und erachtet sich dann definitiv
frei. Wäre es vielleicht doch möglich, dass Sie wenigstens
in Bezug auf „Friede a. E.“ Ihre Zustimmung zur Uebertragung2
geben, damit ich diese Sache definitiv abschliessen kann.

D/Ei
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Ich bin gestern nach ca. 14 tägiger Abwesenheit nach Wien zurückgekehrt und habe gehofft, hier die lang erwartete und von Ihnen mehrfach avisierte1 Mitteilung in Bezug auf unseren Nachtragsvertrag zu erhalten. Leider ist auch diesmal wieder nichts gekommen und ich bitte Sie heute inständig um eine Antwort auf mein letztes Schreiben, damit unsere Angelegenheit endlich zum Abschluss kommt.
Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie schwer es mich bedrückt, dass unsere Beziehungen in ein so seltsames Stadium getreten sind und ich wäre Ihnen herzlich dankbar, wenn nun wieder ein angenehmes Verhältnis Platz greifen könnte. Es gibt eine Unmenge Dinge, die ich Sie fragen möchte, Pläne die ich Ihnen vorlegen wollte, etc. Wenn aber von Ihnen keine Antworten auf Briefe kommen, dann hat ja auch das Schreiben und Fragen keinen Zweck.
Ich bleibe jetzt noch 6–8 Tage in Wien und verreise dann wieder auf etwa 14 Tage. Vielleicht wäre es möglich, dass Sie mich vorher mit einem Briefe erfreuen.
In warmer Verehrung Ihr stets ergebener
Emil Hertzka
P. S. Dr. Tischer hat mir vor wenigen Tagen, nachdem ich ihm nicht rechtzeitig wegen „Frieden auf Erden“ Nachricht gab, den Abtretungspreis um 20 % erhöht. Er bleibt mir überhaupt nur noch etwa 10 Tage im Wort und erachtet sich dann definitiv frei. Wäre es vielleicht doch möglich, dass Sie wenigstens in Bezug auf „Friede a. E.“ Ihre Zustimmung zur Uebertragung2 geben, damit ich diese Sache definitiv abschliessen kann.

16. August 1923


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection


Brief

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 16. August 1923, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.21781.

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