Arnold Schönberg an Universal-Edition
5. September 1932
5.IX.1932
Lieber Herr Dr. Kallmus,
au[f]richtig gestanden:
wenn ich angenommen hätte, dass wir mehr als zwei Monate
verhandeln und doch nicht fertig sein werden, so kann ich be-
stimmt sagen: ich hätte gar nicht angefan
gen.
Mehr zu tun hätte ich bei einem Prozess auch nicht gehabt!
verhandeln und doch nicht fertig sein werden, so kann ich be-
stimmt sagen: ich hätte gar nicht angefan
gen.
Mehr zu tun hätte ich bei einem Prozess auch nicht gehabt!
Ich habe die von mir am Ende unserer mündlichen Verha[b]nd-
lungen selbst aufgeschriebenen Punkte durchgesehen und finde hier
keinen Punkt, wonach ich mein Recht aufgeben sollte, bei der Ver-
waltungsgesellschaft beizutreten, die mir geeignet scheint. Der
ganze Anlass unserer Verhandlungen war auch kein solcher, dass
ich hätte Rechte aufgeben sollen!!!
lungen selbst aufgeschriebenen Punkte durchgesehen und finde hier
keinen Punkt, wonach ich mein Recht aufgeben sollte, bei der Ver-
waltungsgesellschaft beizutreten, die mir geeignet scheint. Der
ganze Anlass unserer Verhandlungen war auch kein solcher, dass
ich hätte Rechte aufgeben sollen!!!
Als Punkt 9 habe ich eine Erklärung abgegeben, die Ihnen
so recht sein kann, wie mir.
so recht sein kann, wie mir.
Ich habe an Ihrem Entwurf einige
Aenderungen, hauptsäch-
lich Klärungen vorgenommen. Ich habe diesen Brief unterzeich-
net und da er alles Wichtige in verbindlicher Form enthält,
können Sie nun unser Uebereinkommen als abgeschlossen ansehen.
Hiezu aber will ich noch bemerken, dass ich, wo etwa eine meiner
Formulierungen juristische oder stilistische Beden-
ken erweckt, ich gerne bereit bin, von Ihnen mir vorzuschlagen-
de Verbesserungen zu prüfen und eventuell zu akzeptieren. Jedoch
keine anderen als solche: sollten Sie also Rechte geändert wün-
schen, so müsste ich von Allem nunmehr zurücktreten und unsere
Verhandlungen als gescheitert ansehen. Glauben Sie mir: es
täte mir das aufrichtig leid, aber
ich habe vor Allem keine Zeit zu Weiterem.
lich Klärungen vorgenommen. Ich habe diesen Brief unterzeich-
net und da er alles Wichtige in verbindlicher Form enthält,
können Sie nun unser Uebereinkommen als abgeschlossen ansehen.
Hiezu aber will ich noch bemerken, dass ich, wo etwa eine meiner
Formulierungen juristische oder stilistische Beden-
ken erweckt, ich gerne bereit bin, von Ihnen mir vorzuschlagen-
de Verbesserungen zu prüfen und eventuell zu akzeptieren. Jedoch
keine anderen als solche: sollten Sie also Rechte geändert wün-
schen, so müsste ich von Allem nunmehr zurücktreten und unsere
Verhandlungen als gescheitert ansehen. Glauben Sie mir: es
täte mir das aufrichtig leid, aber
ich habe vor Allem keine Zeit zu Weiterem.
Dagegen habe ich noch einen sehr dringenden Wunsch, den
ich nur aus Höflichkeit nicht als Bedingung dieser Abmachung
ohne Sie zu fragen in den Vertrag einges[e]tzt habe. Obwohl ich
fest überzeugt bin, dass Sie mir ohne weiteres zustimmen wer-
den! Ich möchte nämlich gerne, dass wir auf Grund unserer letz-
ten Abmachungen einen neuen Vertrag ausarbeiten, in welchem
alles drinstehen soll, was unsere Beziehungen regelt, so
dass man nicht erst zehn oder zwanzig alte Verträge durchstudie-
ren muss, um sich klar zu werden. Ich wollte Ihnen vorschlagen,
dass wir festsetzen, dass ein solcher Vertrag innerhalb 3–4 Mo-
naten ausgearbeitet werden soll und wir dann alle anderen Ver-
träge vernichten. Es wäre eine bedeutende Vereinfachung unseres
Verhältnisses.
ich nur aus Höflichkeit nicht als Bedingung dieser Abmachung
ohne Sie zu fragen in den Vertrag einges[e]tzt habe. Obwohl ich
fest überzeugt bin, dass Sie mir ohne weiteres zustimmen wer-
den! Ich möchte nämlich gerne, dass wir auf Grund unserer letz-
ten Abmachungen einen neuen Vertrag ausarbeiten, in welchem
alles drinstehen soll, was unsere Beziehungen regelt, so
dass man nicht erst zehn oder zwanzig alte Verträge durchstudie-
ren muss, um sich klar zu werden. Ich wollte Ihnen vorschlagen,
dass wir festsetzen, dass ein solcher Vertrag innerhalb 3–4 Mo-
naten ausgearbeitet werden soll und wir dann alle anderen Ver-
träge vernichten. Es wäre eine bedeutende Vereinfachung unseres
Verhältnisses.
Ich bitte Sie mir freundlichst umgehend zu antworten und
hoffe nun alles erledigt zu haben und wünsche von ganzem
Herzen, dass nun ein dauernder Friede erreicht ist und ein neues
und besseres Verhältnis zwischen der Universal Edition und
mir beginnt.
hoffe nun alles erledigt zu haben und wünsche von ganzem
Herzen, dass nun ein dauernder Friede erreicht ist und ein neues
und besseres Verhältnis zwischen der Universal Edition und
mir beginnt.
In dieser Hoffnung grüsse ich Sie herzlichst, Ihr
5.IX.1932
Lieber Herr Dr. Kallmus,
aufrichtig gestanden:
wenn ich angenommen hätte, dass wir mehr als zwei Monate verhandeln und doch
nicht fertig sein werden, so kann ich bestimmt sagen: ich hätte gar nicht angefan
gen.
Mehr zu tun hätte ich bei einem Prozess auch nicht gehabt!
Ich habe die von mir am Ende unserer mündlichen Verhandlungen selbst aufgeschriebenen Punkte durchgesehen und finde
hier keinen Punkt, wonach ich mein Recht aufgeben sollte, bei der Verwaltungsgesellschaft beizutreten, die mir geeignet scheint. Der
ganze Anlass unserer Verhandlungen war auch kein solcher, dass
ich hätte Rechte aufgeben sollen!!!
Als Punkt 9 habe ich eine Erklärung abgegeben, die Ihnen so recht sein
kann, wie mir.
Ich habe an Ihrem Entwurf einige
Aenderungen, hauptsächlich Klärungen vorgenommen. Ich habe diesen Brief unterzeichnet und da er alles Wichtige in verbindlicher Form enthält,
können Sie nun unser Uebereinkommen als abgeschlossen ansehen. Hiezu
aber will ich noch bemerken, dass ich, wo etwa eine meiner Formulierungen
juristische oder stilistische Bedenken erweckt, ich gerne bereit bin, von Ihnen mir vorzuschlagende Verbesserungen zu prüfen und eventuell zu akzeptieren. Jedoch
keine anderen als solche: sollten Sie also Rechte geändert wünschen, so müsste ich von Allem nunmehr zurücktreten und unsere
Verhandlungen als gescheitert ansehen. Glauben Sie mir: es täte mir das aufrichtig leid, aber ich habe vor Allem
keine Zeit zu Weiterem.
Dagegen habe ich noch einen sehr dringenden Wunsch, den
ich nur aus Höflichkeit nicht als Bedingung dieser Abmachung ohne Sie
zu fragen in den Vertrag eingesetzt habe.
Obwohl ich fest überzeugt bin, dass Sie mir ohne weiteres zustimmen werden! Ich möchte nämlich gerne, dass wir auf Grund unserer letzten Abmachungen einen neuen Vertrag ausarbeiten, in welchem
alles drinstehen soll, was unsere Beziehungen regelt, so
dass man nicht erst zehn oder zwanzig alte Verträge durchstudieren muss, um sich klar zu werden. Ich wollte Ihnen vorschlagen,
dass wir festsetzen, dass ein solcher Vertrag innerhalb 3–4 Monaten ausgearbeitet werden soll und wir dann alle anderen Verträge vernichten. Es wäre eine bedeutende Vereinfachung unseres
Verhältnisses.
Ich bitte Sie mir freundlichst umgehend zu antworten und hoffe nun alles
erledigt zu haben und wünsche von ganzem Herzen, dass nun ein dauernder
Friede erreicht ist und ein neues und besseres Verhältnis zwischen der
Universal Edition und mir beginnt.
In dieser Hoffnung grüsse ich Sie herzlichst, Ihr
5. September 1932
Ort erschlossen; Beilage: Vertragsentwurf, 5. September 1932
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief, Kopie
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 5. September 1932, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.2267.