Arnold Schönberg an Universal-Edition
27. Jänner 1913
27/1. 1913
Lieber Herr Direktor, es tut mir sehr leid, dass Sie sich
über meinen letzten Brief geärgert haben. Hätte ich gewusst,
dass Sie leidend sind, so hätte ich bestimmt darauf
Rücksicht genommen. Aber nehmen Sie zu meiner
Entschuldigung an, dass auch ich mich sehr über die 1000-
[M]arkforderung geärgert habe und dass ich, obwohl ich absichtlich
um mich zu beruhigen[,] erst einige Zeit verstreichen ließ ehe
ich antwortete. Ich hoffe, damit sind wir wieder die
Alten.
über meinen letzten Brief geärgert haben. Hätte ich gewusst,
dass Sie leidend sind, so hätte ich bestimmt darauf
Rücksicht genommen. Aber nehmen Sie zu meiner
Entschuldigung an, dass auch ich mich sehr über die 1000-
[M]arkforderung geärgert habe und dass ich, obwohl ich absichtlich
um mich zu beruhigen[,] erst einige Zeit verstreichen ließ ehe
ich antwortete. Ich hoffe, damit sind wir wieder die
Alten.
Nun will ich Ihnen noch danken für die Kammer-
symphoniepartitur. Die sieht wirklich besonders schön
aus. Vor allem ist die Ausstattung ernster worden
durch das einfache Titelblatt, aber auch das Papier sieht
besser aus. Und nun muss ich auch noch sagen: ich aner-
[ke]nne durchaus, dass die Universal-Edition, und das ist
ja Ihr Verdienst, für mich und meine Werke bereits
viel geleistet hat und bin Ihnen dafür sehr dankbar. Es
sind ja jetzt wirklich nacheinander 4 große Werke von
mir erschienen1 und ich hoffe auch bestimmt, dass diese
Leistung bald den verdienten Erfolg finden wird.
symphoniepartitur. Die sieht wirklich besonders schön
aus. Vor allem ist die Ausstattung ernster worden
durch das einfache Titelblatt, aber auch das Papier sieht
besser aus. Und nun muss ich auch noch sagen: ich aner-
[ke]nne durchaus, dass die Universal-Edition, und das ist
ja Ihr Verdienst, für mich und meine Werke bereits
viel geleistet hat und bin Ihnen dafür sehr dankbar. Es
sind ja jetzt wirklich nacheinander 4 große Werke von
mir erschienen1 und ich hoffe auch bestimmt, dass diese
Leistung bald den verdienten Erfolg finden wird.
Nun einige Antworten auf Ihre Fragen
II. An meine Wiener Freunde können Sie
sich
durch Berg ohneweiters wenden. Ich glaube es werden
alle die in Betracht kommen ihr Theil leisten.
durch Berg ohneweiters wenden. Ich glaube es werden
alle die in Betracht kommen ihr Theil leisten.
III. Ich wusste dass der A. H.-Revisor nicht Herr von
Wöß, sondern Herr A. Hofbauer ist. Bitte sagen Sie das
Herrn von Wöß und grüßen Sie ihn herzlichst von mir.
Wöß, sondern Herr A. Hofbauer ist. Bitte sagen Sie das
Herrn von Wöß und grüßen Sie ihn herzlichst von mir.
Einige Anfragen und Wünsche.
II. Werden Sie die Studien-Ausgabe3 der Kammer-
symphonie in der Art, wie ich sie seinerzeit vorschlug (durch
Umbrechen der Seiten) anfertigen lassen. Ich wäre sehr dafür.
Es wäre für den Erfolg des Werkes und schon für die Wiener
Aufführung4 günstig.
symphonie in der Art, wie ich sie seinerzeit vorschlug (durch
Umbrechen der Seiten) anfertigen lassen. Ich wäre sehr dafür.
Es wäre für den Erfolg des Werkes und schon für die Wiener
Aufführung4 günstig.
III. Wäre es nicht sehr gut, wenn Sie folgende Neue
Neu-
einführung machen wollten: Auf jede Neu Auflage eines
Werkes daraufzusetzen (ganz wie bei Literatur-Werken) ent-
weder die Nummer der Auflage (1. 2. 3 etc) oder 1. (2. 3.) Tau[s]end,
oder doch wenigstens das Datum der Ausgabe. Ich halte
das für besonders wichtig, weil ja in jeder Ausgabe
Korrekturen gemacht werden und man bei teilweiser Nichtueberein-
stimmung sonst ganz gleicher Exemplare nicht weiß, welches
recht hat. Das wüsste man, wenn das Datum oder
ähnliches daraufstünde. Bitte Antwort.
einführung machen wollten: Auf jede Neu Auflage eines
Werkes daraufzusetzen (ganz wie bei Literatur-Werken) ent-
weder die Nummer der Auflage (1. 2. 3 etc) oder 1. (2. 3.) Tau[s]end,
oder doch wenigstens das Datum der Ausgabe. Ich halte
das für besonders wichtig, weil ja in jeder Ausgabe
Korrekturen gemacht werden und man bei teilweiser Nichtueberein-
stimmung sonst ganz gleicher Exemplare nicht weiß, welches
recht hat. Das wüsste man, wenn das Datum oder
ähnliches daraufstünde. Bitte Antwort.
Nicht unangebracht wäre auch in jeder Neuauflage
ein
Vorwort, das die Differenzen gegen die früheren Auf-
lagen erwähnt.
lagen erwähnt.
IV. Bestehen Sie darauf, dass der Almanach5, dessen
[...] Reinerträgnis ganz der Mahler-Stiftung zugehen soll, zwei
Seiten Inserat bringt? Können Sie da nicht eventuell
etwas nach geben? Vielleicht genügt doch 1/2 oder eventuell
1 Seite?
[...] Reinerträgnis ganz der Mahler-Stiftung zugehen soll, zwei
Seiten Inserat bringt? Können Sie da nicht eventuell
etwas nach geben? Vielleicht genügt doch 1/2 oder eventuell
1 Seite?
V. Sie erwähnten einmal, dass die Pelleas Partitur
neugedruckt werden soll. In diesem Fall müssten die
Fehler, die ich gefunden habe6 verbessert werden. Bitte
Nachricht!
neugedruckt werden soll. In diesem Fall müssten die
Fehler, die ich gefunden habe6 verbessert werden. Bitte
Nachricht!
VI. Von der Büttenpapier-Ausgabe des Gurre-Auszuges bekomme
ich doch auch 2 Exemplare7? Nicht wahr? Ich werde sie auch
mit meiner Unterschrift versehen.
ich doch auch 2 Exemplare7? Nicht wahr? Ich werde sie auch
mit meiner Unterschrift versehen.
Die Frage der Berliner
Aufführung8 ist noch lange
nicht gelöst. Einstweilen stockt die Geldbeschaffung9.
Ich habe ein paar Enttäuschungen gehabt und es stellte
sich auch eine Zusage als unverlässlich heraus. Es fehlen
mir also noch immer 3–4000 Mark. Aber ich hoffe
trotzdem, dass die Sache wird. Tatsächlich habe ich einige
Ablehnungen dem Balkankrieg10 zu verdanken. Zumindest
gab er einigen Leuten eine bequeme Ausrede ab.
Aber die Sache kommt wohl doch noch zu Stande. VII Jeden-
nicht gelöst. Einstweilen stockt die Geldbeschaffung9.
Ich habe ein paar Enttäuschungen gehabt und es stellte
sich auch eine Zusage als unverlässlich heraus. Es fehlen
mir also noch immer 3–4000 Mark. Aber ich hoffe
trotzdem, dass die Sache wird. Tatsächlich habe ich einige
Ablehnungen dem Balkankrieg10 zu verdanken. Zumindest
gab er einigen Leuten eine bequeme Ausrede ab.
Aber die Sache kommt wohl doch noch zu Stande. VII Jeden-
falls
wäre es gut, wenn zur Wiener Aufführung11
möglichst viel Dirigenten eingeladen würden. Ich glaube,
das geschehe am besten vom Verlag aus. Es wäre daher
sehr gut, wenn Sie sofort an die betreffenden Leute
Aufforderungen senden würden, der Aufführung beizuwohnen.
Mir fallen in erster Linie folgende ein (Sie finden sicher
noch mehr):
möglichst viel Dirigenten eingeladen würden. Ich glaube,
das geschehe am besten vom Verlag aus. Es wäre daher
sehr gut, wenn Sie sofort an die betreffenden Leute
Aufforderungen senden würden, der Aufführung beizuwohnen.
Mir fallen in erster Linie folgende ein (Sie finden sicher
noch mehr):
Zemlinsky (Prag) Bodanzky (Mannheim) Walt[er]
(München) Schuch u. Kutzschbach (Dresden) Schillings
(Stuttgart) Brecher (Köln) Klemperer (Hamburg und Darmstadt)
Fried (Berlin) Göhler (Leipzig) Mengelberg (Amsterdam
u Frankfurt) Siloti (Petersburg) Wood (London)
(München) Schuch u. Kutzschbach (Dresden) Schillings
(Stuttgart) Brecher (Köln) Klemperer (Hamburg und Darmstadt)
Fried (Berlin) Göhler (Leipzig) Mengelberg (Amsterdam
u Frankfurt) Siloti (Petersburg) Wood (London)
Vielleicht können Sie ein Cirkular drucken und dann
jedem einen Auszug schicken! Mir läge sehr viel daran,
dass dieses Werk rasch verbreitet wird, damit endlich doch
auch meine zum Theil ungedruckten zum Theil gänzlich
unaufgeführten Werke (Orchesterlieder(!!), Kammersinfonie,
Orchesterstücke(!!), Monodram (!!)) drankommen.
jedem einen Auszug schicken! Mir läge sehr viel daran,
dass dieses Werk rasch verbreitet wird, damit endlich doch
auch meine zum Theil ungedruckten zum Theil gänzlich
unaufgeführten Werke (Orchesterlieder(!!), Kammersinfonie,
Orchesterstücke(!!), Monodram (!!)) drankommen.
Vielleicht könnte darin erwähnt werden, dass ich eventuell
bereit bin die Aufführung selbst einzustudieren und zu leiten.
bereit bin die Aufführung selbst einzustudieren und zu leiten.
Ich habe diejenigen Dirigenten genannt, die am meisten
Hoffnung bieten und einige davon unterstrichen.
Hoffnung bieten und einige davon unterstrichen.
Nun grüße ich Sie herzlichst und bitte Sie mich zu
verständigen wenn Sie nach Berlin kommen. Ihr Arnold Schönberg
verständigen wenn Sie nach Berlin kommen. Ihr Arnold Schönberg
4 große Werke von mir erschienen
„beunterschriften“
Eine nicht für den Verkauf
bestimmte limitierte Ausgabe des Klavierauszugs von Alban
Berg wurde mit signierten Büttenblättern versehen und an
Personen verschenkt, die das Zustandekommen der Uraufführung unterstützt
hatten (ASGA B 16/3,
S. 33).
Studien-Ausgabe
Lieferdatum: 27. Juni 1924 (Buchon 2015, Bd. 5, S.
666).
Wiener
Aufführung
Almanach
Des Akademischen Verbands für Literatur und Musik (Karl Linke
an Arnold Schönberg, 14. Jänner 1913; ASCC
13877).
Fehler, die ich gefunden habe
Schönberg hatte bereits zwei
Fehlerlisten zur autographen Partitur an die UE übermittelt sowie Retouchen an einer weiteren ihm
zugesandten Partitur vorgenommen und hieraus ebenfalls ein Verzeichnis
zusammengestellt (Arnold Schönberg an
Universal-Edition, 16. November 1912; Arnold Schönberg an Universal-Edition, 24.
November 1912; Arnold Schönberg an
Universal-Edition, 3. Dezember 1912; Arnold Schönberg an Universal-Edition, zwischen 3. und 15. Dezember
1912). Möglicherweise gingen weitere Korrekturen aus der
Probenarbeit hervor für
21. Dezember 1912, St. Petersburg, Saal der Petersburger
Adelsversammlung, 6. Siloti-Konzert.
Exemplare
Erhaltene Büttenausgaben in
Schönbergs Besitz: Schönbergs 2. Handexemplar des
Klavierauszugs (ASGA B 16/1, Quelle Kb); Schönbergs 3. Handexemplar des Klavierauszugs (ASGA B 16/1, Quelle Kc); Schönbergs 4. Handexemplar des Klavierauszugs (ASGA B 16/1, Quelle Kd).
Aufführung
Pläne zu einer Aufführung der
Gurre-Lieder in Berlin reichen bis in das Jahr 1910 zurück und erstrecken sich bis 1914. Nach mehreren Verschiebungen aus primär
finanziellen Gründen, wurde wegen eines ebenfalls finanziell begründeten
Zerwürfnisses zwischen Schönberg
und Chorleiter Siegfried Ochs ein
bereits konkret organisiertes Konzert am 2.
Februar 1914 abgesagt. Mit dem Arrangement hatte Schönberg zunächst seinen Agenten
Emil Gutmann, dann die Konzertdirektion Hermann Wolff beauftragt (ASGA B 16/3, S.
47f.).
Geldbeschaffung
Balkankrieg
1912/13: Erster
Balkankrieg; Angriffskrieg Serbien, Montenegro, Bulgarien und
Griechenland gegen das Osmanische Reich; Wilhelm II. und der russische Zar Nikolaus II. sichern sich Zusammenarbeit
zu; Russland ist zugleich Vermittler einer gegen Österreich-Ungarn
gerichteten Militärkonvention; Dreibund Österreich-Ungarn, Deutschland,
Italien um sechs Jahre verlängert.
Aufführung
27/1. 1913
Lieber Herr Direktor, es tut mir sehr leid, dass Sie sich über meinen letzten
Brief geärgert haben. Hätte ich gewusst,
dass Sie leidend sind, so hätte ich bestimmt darauf Rücksicht
genommen. Aber nehmen Sie zu meiner Entschuldigung an, dass auch ich mich
sehr über die 1000-
Markforderung geärgert habe und dass ich,
obwohl ich absichtlich um mich zu beruhigen, erst einige Zeit verstreichen ließ ehe ich antwortete.
Ich hoffe, damit sind wir wieder die Alten.
Nun will ich Ihnen noch danken für die Kammersymphoniepartitur. Die sieht wirklich besonders schön
aus. Vor allem ist die Ausstattung ernster worden durch das einfache
Titelblatt, aber auch das Papier sieht besser aus. Und nun muss ich auch
noch sagen: ich aner
kenne durchaus, dass die Universal-Edition, und das ist ja Ihr Verdienst, für mich
und meine Werke bereits viel geleistet hat und bin Ihnen dafür sehr
dankbar. Es sind ja jetzt wirklich nacheinander 4 große Werke von mir erschienen1 und ich hoffe auch bestimmt, dass diese Leistung bald den verdienten
Erfolg finden wird.
Nun einige Antworten auf Ihre Fragen
II. An meine Wiener Freunde können Sie
sich durch Berg ohneweiters wenden. Ich
glaube es werden alle die in Betracht kommen ihr Theil leisten.
III. Ich wusste dass der A. H.-Revisor nicht Herr von
Wöß, sondern Herr A.
Hofbauer ist. Bitte sagen Sie das Herrn von Wöß und grüßen Sie ihn herzlichst von mir.
Einige Anfragen und Wünsche.
II. Werden Sie die Studien-Ausgabe3 der Kammersymphonie in der Art, wie ich sie seinerzeit
vorschlug (durch Umbrechen der Seiten) anfertigen lassen. Ich wäre sehr
dafür. Es wäre für den Erfolg des Werkes und schon für die Wiener
Aufführung4 günstig.
III. Wäre es nicht sehr gut, wenn Sie folgende
Neueinführung machen wollten: Auf jede Auflage eines Werkes daraufzusetzen (ganz wie bei
Literatur-Werken) entweder die Nummer der Auflage (1. 2. 3 etc) oder 1. (2. 3.)
Tausend, oder doch wenigstens das
Datum der Ausgabe. Ich halte das für besonders wichtig, weil ja in jeder
Ausgabe Korrekturen gemacht werden und man bei teilweiser Nichtuebereinstimmung sonst ganz gleicher Exemplare nicht weiß, welches
recht hat. Das wüsste man, wenn das Datum oder ähnliches daraufstünde.
Bitte Antwort.
Nicht unangebracht wäre auch in jeder Neuauflage ein
Vorwort, das die Differenzen gegen die früheren Auflagen erwähnt.
IV. Bestehen Sie darauf, dass der Almanach5, dessen
Reinerträgnis ganz der Mahler-Stiftung
zugehen soll, zwei Seiten Inserat bringt? Können Sie da nicht eventuell
etwas nach geben? Vielleicht genügt doch 1/2 oder eventuell 1
Seite?
V. Sie erwähnten einmal, dass die Pelleas Partitur
neugedruckt werden soll. In diesem Fall müssten die Fehler, die ich gefunden habe6 verbessert werden. Bitte Nachricht!
VI. Von der Büttenpapier-Ausgabe des Gurre-Auszuges bekomme ich doch auch 2 Exemplare7? Nicht wahr? Ich werde sie auch mit meiner Unterschrift
versehen.
Die Frage der Berliner
Aufführung8 ist noch lange nicht gelöst. Einstweilen stockt die Geldbeschaffung9. Ich habe ein paar Enttäuschungen gehabt und es stellte sich
auch eine Zusage als unverlässlich heraus. Es fehlen mir also noch immer
3–4000 Mark. Aber ich hoffe trotzdem, dass die Sache wird. Tatsächlich habe
ich einige Ablehnungen dem Balkankrieg10 zu verdanken. Zumindest gab er einigen Leuten eine bequeme Ausrede
ab. Aber die Sache kommt wohl doch noch zu Stande. VII Jedenfalls
wäre es gut, wenn zur Wiener Aufführung11
möglichst viel Dirigenten eingeladen würden. Ich glaube,
das geschehe am besten vom Verlag aus. Es wäre daher sehr
gut, wenn Sie sofort an die betreffenden Leute Aufforderungen senden
würden, der Aufführung beizuwohnen. Mir fallen in erster Linie folgende ein
(Sie finden sicher noch mehr):
Zemlinsky (Prag) Bodanzky (Mannheim) Walter
(München) Schuch u. Kutzschbach
(Dresden) Schillings
(Stuttgart) Brecher (Köln) Klemperer
(Hamburg
und Darmstadt)
Fried (Berlin) Göhler (Leipzig) Mengelberg (Amsterdam
u Frankfurt) Siloti (Petersburg) Wood (London)
Vielleicht können Sie ein Cirkular drucken und dann jedem einen Auszug
schicken! Mir läge sehr viel daran, dass dieses Werk rasch verbreitet wird,
damit endlich doch auch meine zum Theil ungedruckten zum Theil gänzlich
unaufgeführten Werke (Orchesterlieder(!!),
Kammersinfonie,
Orchesterstücke(!!), Monodram (!!)) drankommen.
Vielleicht könnte darin erwähnt werden, dass ich eventuell bereit bin die
Aufführung selbst einzustudieren und zu leiten.
Ich habe diejenigen Dirigenten genannt, die am meisten Hoffnung bieten und
einige davon unterstrichen.
Nun grüße ich Sie herzlichst und bitte Sie mich zu verständigen
wenn Sie nach Berlin kommen.
Ihr
Arnold Schönberg
4 große Werke von mir erschienen
„beunterschriften“
Eine nicht für den Verkauf
bestimmte limitierte Ausgabe des Klavierauszugs von Alban
Berg wurde mit signierten Büttenblättern versehen und an
Personen verschenkt, die das Zustandekommen der Uraufführung unterstützt
hatten (ASGA B 16/3,
S. 33).
Studien-Ausgabe
Lieferdatum: 27. Juni 1924 (Buchon 2015, Bd. 5, S.
666).
Wiener
Aufführung
Almanach
Des Akademischen Verbands für Literatur und Musik (Karl Linke
an Arnold Schönberg, 14. Jänner 1913; ASCC
13877).
Fehler, die ich gefunden habe
Schönberg hatte bereits zwei
Fehlerlisten zur autographen Partitur an die UE übermittelt sowie Retouchen an einer weiteren ihm
zugesandten Partitur vorgenommen und hieraus ebenfalls ein Verzeichnis
zusammengestellt (Arnold Schönberg an
Universal-Edition, 16. November 1912; Arnold Schönberg an Universal-Edition, 24.
November 1912; Arnold Schönberg an
Universal-Edition, 3. Dezember 1912; Arnold Schönberg an Universal-Edition, zwischen 3. und 15. Dezember
1912). Möglicherweise gingen weitere Korrekturen aus der
Probenarbeit hervor für
21. Dezember 1912, St. Petersburg, Saal der Petersburger
Adelsversammlung, 6. Siloti-Konzert.
Exemplare
Erhaltene Büttenausgaben in
Schönbergs Besitz: Schönbergs 2. Handexemplar des
Klavierauszugs (ASGA B 16/1, Quelle Kb); Schönbergs 3. Handexemplar des Klavierauszugs (ASGA B 16/1, Quelle Kc); Schönbergs 4. Handexemplar des Klavierauszugs (ASGA B 16/1, Quelle Kd).
Aufführung
Pläne zu einer Aufführung der
Gurre-Lieder in Berlin reichen bis in das Jahr 1910 zurück und erstrecken sich bis 1914. Nach mehreren Verschiebungen aus primär
finanziellen Gründen, wurde wegen eines ebenfalls finanziell begründeten
Zerwürfnisses zwischen Schönberg
und Chorleiter Siegfried Ochs ein
bereits konkret organisiertes Konzert am 2.
Februar 1914 abgesagt. Mit dem Arrangement hatte Schönberg zunächst seinen Agenten
Emil Gutmann, dann die Konzertdirektion Hermann Wolff beauftragt (ASGA B 16/3, S.
47f.).
Geldbeschaffung
Balkankrieg
1912/13: Erster
Balkankrieg; Angriffskrieg Serbien, Montenegro, Bulgarien und
Griechenland gegen das Osmanische Reich; Wilhelm II. und der russische Zar Nikolaus II. sichern sich Zusammenarbeit
zu; Russland ist zugleich Vermittler einer gegen Österreich-Ungarn
gerichteten Militärkonvention; Dreibund Österreich-Ungarn, Deutschland,
Italien um sechs Jahre verlängert.
Aufführung
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 27. Jänner 1913, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.6840.