Arnold Schönberg an Universal-Edition
13. September 1911
Lieber Herr Direktor, vor Allem gratuliere
ich Ihnen zu meinem heutigen Geburtstag.
Die Pelleas-Partitur und die Harmonielehre, die
Sie mir aus diesem Anlass nicht geschickt haben,
w[ird] mir immer gleichviel Freude machen.
Auch hat mich gefreut, dass Sie mir auf
meine letzten Fragen, so rasche und so ange-
nehme Antworten gegeben haben.
ich Ihnen zu meinem heutigen Geburtstag.
Die Pelleas-Partitur und die Harmonielehre, die
Sie mir aus diesem Anlass nicht geschickt haben,
w[ird] mir immer gleichviel Freude machen.
Auch hat mich gefreut, dass Sie mir auf
meine letzten Fragen, so rasche und so ange-
nehme Antworten gegeben haben.
Nichtsdestoweniger aber muss ich Ihnen,
so schmerzvoll es mir selbst ist und so
peinlich es mich berührt Ihnen diese Nachricht
zu geben (dass gerade ich es sein muss,
der Ihnen so was mitteil[t] ist mir besonders
schrecklich; und könnte ich es irgendwie
v[er]meiden – glauben Sie mir ich
täte es; es wäre mir wirklich eine Er-
leichterung) dennoch die unangenehme
Mitteilung machen, dass obwohl ich alles
getan habe um es zu verhindern, ich den-
noch gestern die Nachricht1 erhielt, dass
so schmerzvoll es mir selbst ist und so
peinlich es mich berührt Ihnen diese Nachricht
zu geben (dass gerade ich es sein muss,
der Ihnen so was mitteil[t] ist mir besonders
schrecklich; und könnte ich es irgendwie
v[er]meiden – glauben Sie mir ich
täte es; es wäre mir wirklich eine Er-
leichterung) dennoch die unangenehme
Mitteilung machen, dass obwohl ich alles
getan habe um es zu verhindern, ich den-
noch gestern die Nachricht1 erhielt, dass
ich am 29. Februar (dieser Tag
wird
im Jahr 1912 eigens zu diesem
Zweck eingeschaltet) in Prag
ein Konzert2 dirigieren soll, in welchem
ich Pelleas und Melisande und
einige andere (fremde) Orchesterwer-
ke (gegen Honorar!) dirigieren
soll.
im Jahr 1912 eigens zu diesem
Zweck eingeschaltet) in Prag
ein Konzert2 dirigieren soll, in welchem
ich Pelleas und Melisande und
einige andere (fremde) Orchesterwer-
ke (gegen Honorar!) dirigieren
soll.
Es tut mir herzlichst leid, aber
ich kann nicht anders.
ich kann nicht anders.
Herzliche Grüße Ihr
Arnold Schönberg
Nach Wien komme ich hoffentlich
ni[cht]!!
Nachricht
Alexander Zemlinsky an Arnold Schönberg, 9. September 1911 (ASCC 18752). Zemlinsky hatte das Konzert mit Heinrich Teweles, Direktor des
Neuen Deutschen Theaters in
Prag, vereinbart. Die
Mitwirkung von Pablo Casals als
Solist sollte Aufmerksamkeit für das Konzert garantieren.
Hinsichtlich der Programmplanung gab es Überlegungen, außer den
schließlich aufgeführten Werken Wolfgang Amadeus Mozarts Symphonie
Nr. 40 KV 550 einzubeziehen, wovon Zemlinsky aufgrund von Konzertlänge und Probenzeit
abriet. Diskutiert wurde auch, ob Schönberg das Dirigat der Solokonzerte übernehmen
könne, was ebenfalls nicht realisiert wurde (Arnold Schönberg an
Alexander Zemlinsky, 29. Dezember 1911; ASCC 229; Alexander Zemlinsky an Arnold Schönberg, Jänner
1912; ASCC 18659).
Konzert
13/9. 1911
Lieber Herr Direktor, vor Allem gratuliere ich Ihnen zu meinem heutigen
Geburtstag. Die Pelleas-Partitur und die
Harmonielehre, die Sie mir aus diesem
Anlass nicht geschickt haben, wird mir
immer gleichviel Freude machen. Auch hat mich gefreut, dass Sie mir auf
meine letzten Fragen, so rasche und so angenehme Antworten gegeben
haben.
Nichtsdestoweniger aber muss ich Ihnen, so schmerzvoll es mir selbst ist und
so peinlich es mich berührt Ihnen diese Nachricht zu geben (dass
gerade ich es sein muss, der Ihnen so was mitteilt ist mir besonders schrecklich; und könnte ich es
irgendwie vermeiden – glauben Sie mir ich
täte es; es wäre mir wirklich eine Erleichterung) dennoch die unangenehme Mitteilung machen,
dass obwohl ich alles getan habe um es zu verhindern, ich dennoch gestern die Nachricht1 erhielt, dass ich am 29. Februar (dieser Tag
wird im Jahr 1912 eigens zu diesem Zweck
eingeschaltet) in Prag
ein Konzert2 dirigieren soll, in welchem ich Pelleas und
Melisande und einige andere (fremde) Orchesterwerke (gegen Honorar!) dirigieren soll.
Es tut mir herzlichst leid, aber ich kann nicht anders.
Herzliche Grüße Ihr
Arnold Schönberg
Nach Wien komme ich hoffentlich
nicht!!
Nachricht
Alexander Zemlinsky an Arnold Schönberg, 9. September 1911 (ASCC 18752). Zemlinsky hatte das Konzert mit Heinrich Teweles, Direktor des
Neuen Deutschen Theaters in
Prag, vereinbart. Die
Mitwirkung von Pablo Casals als
Solist sollte Aufmerksamkeit für das Konzert garantieren.
Hinsichtlich der Programmplanung gab es Überlegungen, außer den
schließlich aufgeführten Werken Wolfgang Amadeus Mozarts Symphonie
Nr. 40 KV 550 einzubeziehen, wovon Zemlinsky aufgrund von Konzertlänge und Probenzeit
abriet. Diskutiert wurde auch, ob Schönberg das Dirigat der Solokonzerte übernehmen
könne, was ebenfalls nicht realisiert wurde (Arnold Schönberg an
Alexander Zemlinsky, 29. Dezember 1911; ASCC 229; Alexander Zemlinsky an Arnold Schönberg, Jänner
1912; ASCC 18659).
Konzert
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 13. September 1911, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.6948.