Arnold Schönberg an Universal-Edition
28. Oktober 1911
[Li]eber Herr Direktor, in Eile, denn ich arbeite gerade an den letzten
paar Seiten der Gurrelieder-Partitur1. – Das ist nicht nett von Ihnen, dass
Sie mich in Berlin nicht aufgesucht haben. Hätten Sie mir ein Rendezvous
gegeben! Aber ich möchte Ihnen auch gerne zeigen, wie schön ich wohne2!
Nächstens müssen Sie mich verständigen. – Dagegen ist es sehr nett
von Ihnen, dass sie dem Berg das Honorar3 gegeben haben. Auch dass er
die Pell.-Partitur hat freut mich! – Pell-Stimmen4 betreffend:
ich telefoniere nun schon einige Tage an Fried, ohne ihn finden
zu können. Heute sagte mir seine Frau, die Stimmen dürften
bei der Konzertdirektion Leonard sein. Dort waren sie auch und
i[ch] gab Auftrag, Sie Ihnen per express zu senden. Sollten Sie sie nicht gleich-
zeitig mit diesem Brief bekommen, so telegrafieren Sie an
Leonard. – Ich schreibe Ihnen in den nächsten Tagen einen ausführlichen
Brief.
paar Seiten der Gurrelieder-Partitur1. – Das ist nicht nett von Ihnen, dass
Sie mich in Berlin nicht aufgesucht haben. Hätten Sie mir ein Rendezvous
gegeben! Aber ich möchte Ihnen auch gerne zeigen, wie schön ich wohne2!
Nächstens müssen Sie mich verständigen. – Dagegen ist es sehr nett
von Ihnen, dass sie dem Berg das Honorar3 gegeben haben. Auch dass er
die Pell.-Partitur hat freut mich! – Pell-Stimmen4 betreffend:
ich telefoniere nun schon einige Tage an Fried, ohne ihn finden
zu können. Heute sagte mir seine Frau, die Stimmen dürften
bei der Konzertdirektion Leonard sein. Dort waren sie auch und
i[ch] gab Auftrag, Sie Ihnen per express zu senden. Sollten Sie sie nicht gleich-
zeitig mit diesem Brief bekommen, so telegrafieren Sie an
Leonard. – Ich schreibe Ihnen in den nächsten Tagen einen ausführlichen
Brief.
Einstweilen herzl. Gruß Ihr
Arnold Schönberg
Gurrelieder-Partitur
Nach mehrjähriger Unterbrechung
der Arbeit an den Gurre-Liedern hatte
Schönberg im Sommer 1910 zunächst die Instrumentation des III. Teils
in Angriff genommen und vollendete im Herbst 1911 Komposition und Instrumentation des Schlusschores (ASGA B 16/3, S.
25f.).
wohne
Ende September 1911 bezog
Schönberg eine Wohnung im
ehemaligen Atelier des Bildhauers Ferdinand Lepcke in Berlin
Zehlendorf (heute
Gradnauerstraße 1), wo er mit seiner Familie bis Mai 1913
lebte.
Honorar
Alban Berg an Arnold Schönberg,
24. Oktober 1911 (ASCC
19726).
Stimmen
Handschriftliches
Stimmenmaterial der Uraufführung, teilweise autograph, verschollen (ASGA B 10, Quelle E*).
28/10. 1911.
Lieber Herr Direktor, in Eile, denn ich arbeite gerade an den letzten paar
Seiten der Gurrelieder-Partitur1. –
Das ist nicht nett von Ihnen, dass Sie mich in Berlin nicht aufgesucht haben. Hätten Sie mir ein Rendezvous
gegeben! Aber ich möchte Ihnen auch gerne zeigen, wie schön ich wohne2! Nächstens müssen Sie mich verständigen. – Dagegen
ist es sehr nett von Ihnen, dass sie dem Berg das Honorar3 gegeben haben. Auch dass er die Pell.-Partitur hat freut mich! – Pell-Stimmen4 betreffend: ich
telefoniere nun schon einige Tage an Fried,
ohne ihn finden zu können. Heute sagte mir seine Frau, die Stimmen dürften bei der Konzertdirektion Leonard sein. Dort waren sie auch
und ich gab Auftrag, Sie Ihnen per express
zu senden. Sollten Sie sie nicht gleichzeitig mit diesem Brief bekommen, so telegrafieren Sie an
Leonard. – Ich schreibe Ihnen in den nächsten
Tagen einen ausführlichen
Brief.
Einstweilen herzl. Gruß Ihr
Arnold Schönberg
Gurrelieder-Partitur
Nach mehrjähriger Unterbrechung
der Arbeit an den Gurre-Liedern hatte
Schönberg im Sommer 1910 zunächst die Instrumentation des III. Teils
in Angriff genommen und vollendete im Herbst 1911 Komposition und Instrumentation des Schlusschores (ASGA B 16/3, S.
25f.).
wohne
Ende September 1911 bezog
Schönberg eine Wohnung im
ehemaligen Atelier des Bildhauers Ferdinand Lepcke in Berlin
Zehlendorf (heute
Gradnauerstraße 1), wo er mit seiner Familie bis Mai 1913
lebte.
Honorar
Alban Berg an Arnold Schönberg,
24. Oktober 1911 (ASCC
19726).
Stimmen
Handschriftliches
Stimmenmaterial der Uraufführung, teilweise autograph, verschollen (ASGA B 10, Quelle E*).
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 28. Oktober 1911, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.6955.