11/I.1922
P.T Universal Edition, Lieber Herr Direktor Herzka,
Ueber das neue Notenpapier habe
ich folgendes zu sagen
I. der Probedruck des Liniaments entspricht
zwar nicht vollkommen der Angabe (es ist um ca 12–15
mm niedriger) ist aber brauchbar.
II. Das Papier betreffend:
1) Beide Sorten sind eigentlich kaum
radierfähig (die Proben sind mit großer
Sorgfalt gemacht – soviel Zeit hat man nicht
immer!! – 69/100 scheint etwas radierfähiger
2) dass nur 69 und 70 breite Papiere da sind
ist unangenehm, aber nicht unbedingt ent-
scheidend – der breite Rand rechts und links ist
sehr nötig. –
3) Von der Höhe bitte ich, dasofern das auf den Preis
keinen Einfluss hat
, nichts wegzuschneiden, sondern
das Blatt 50 oder 56 cm hoch zu lassen und das Raster
gut in die Mitte zu setzen. Wegschneiden kann
man immer – so kann man eventuell Zeilen
mit der Hand zu linieren.
4) Beide Sorten sind jedoch zu dünn – da
die Schrift durchschlägt und dadurch sind sie
ausgeschlossen. Es müsste demnach ein
stärkeres, radierfähigeres und breiteres Papier
genommen werden.
5) Sie schreiben kein Wort über den Preis.

Ehe ich diesen weiß, kann ich nicht bestellen. denn
ins Blaue hinein kann ichs nicht!
Ich bitte daher um folgende Ansätze
1) für 200 Bogen (à 4 Seiten) das ist meine Mindestbe-
stellung
2) 〃 [für] 300 [Bogen]
3) 〃 [für] 500 [Bogen]
4 〃 [für] 250 unter den Bedingungen über die ich
in Punkt 6 frage.
5 〃 [für] 500
6) Wenn es technisch durchfürbar ist, möchte
ich gerne einen Teil der Auflage anders haben.
Nämlich so dass von den 32 LinienSystemen, die beiden mittl[ere]n
(das ist also das 16. u 17. von oben; respektive das 16. von [ob]en
und das 16. von unten (siehe den angehängten Zettel)
auf diesem (kleineren) Teil der Auflage wegfallen,
so dass damit ein Blatt entsteht, welches im Ver-
hältnis zum ersten Blatt (A) so aussieht wie B
[(]der Zweck ist: mit demselben Liniament ein
zweites Notenpapier für kleinere Partituren zu haben,
welches dann beim leeren Raum in der Mitte
auseinander geschnitten werden kann)
Sollte das möglich sein, so würde ich für
meine Person bestellen
  • 150 Bogen das Muster A und
  • 100 〃 [Bogen][das][Muster] B
und falls ich weitere Teilnehmer finde
  • 300 Bogen A
  • 200 〃 [Bogen] B oder drgl Kombinationen
III. Ich ersuchte Sie Umfrage zu halten, ob
noch andere Komponisten, dieses Papier wünschen:
Schreker, Bittner, Weingartner, Delius, Casella
etc

Ich denke, dass sich das Ganze dadurch auch noch
verbilligen wird.
IV. Wissen möchte ich auch noch, ob und inwie-
weit Nachbestellung möglich ist.
V. Werden Sie das Papier in Verlag nehmen?
Ich bitte um äußerst dringende Behandlung dieser
Sache. Ich werde das Papier schon sehr bald brauchen.
Vielleicht schon in einem Monat. Ja, wenn ich es
hätte, könnte ich es für anderes schon jetzt verwenden.
Jedenfalls aber, wenn ich zur Jakobsleiter komme1,
[d]arf ich durch derlei nicht aufgehalten sein.
Mit besten Grüßen Ihr Arnold Schönberg
11/I.1922
P.T Universal Edition, Lieber Herr Direktor Herzka,
Ueber das neue Notenpapier habe ich folgendes zu sagen
I. der Probedruck des Liniaments entspricht zwar nicht vollkommen der Angabe (es ist um ca 12–15 mm niedriger) ist aber brauchbar.
II. Das Papier betreffend:
1) Beide Sorten sind eigentlich kaum radierfähig (die Proben sind mit großer Sorgfalt gemacht – soviel Zeit hat man nicht immer!! – 69/100[?] scheint etwas radierfähiger
2) dass nur 69 und 70 breite Papiere da sind ist unangenehm, aber nicht unbedingt entscheidend – der breite Rand rechts und links ist sehr nötig. –
3) Von der Höhe bitte ich, sofern das auf den Preis keinen Einfluss hat, nichts wegzuschneiden, sondern das Blatt 50 oder 56 cm hoch zu lassen und das Raster gut in die Mitte zu setzen. Wegschneiden kann man immer – so kann man eventuell Zeilen mit der Hand zu linieren.
4) Beide Sorten sind jedoch zu dünn – da die Schrift durchschlägt und dadurch sind sie ausgeschlossen. Es müsste demnach ein stärkeres, radierfähigeres und breiteres Papier genommen werden.
5) Sie schreiben kein Wort über den Preis. Ehe ich diesen weiß, kann ich nicht bestellen. denn ins Blaue hinein kann ichs nicht!
Ich bitte daher um folgende Ansätze
1) für 200 Bogen (à 4 Seiten) das ist meine Mindestbe
stellung
2) für 300 Bogen
3) für 500 Bogen
4 für 250 unter den Bedingungen über die ich
in Punkt 6 frage.
5 für 500
6) Wenn es technisch durchfürbar ist, möchte ich gerne einen Teil der Auflage anders haben. Nämlich so dass von den 32 Systemen, die beiden mittleren (das ist also das 16. u 17. von oben; respektive das 16. von oben und das 16. von unten (siehe den angehängten Zettel) auf diesem (kleineren) Teil der Auflage wegfallen, so dass damit ein Blatt entsteht, welches im Verhältnis zum ersten Blatt (A) so aussieht wie B (der Zweck ist: mit demselben Liniament ein zweites Notenpapier für kleinere Partituren zu haben, welches dann beim leeren Raum in der Mitte auseinander geschnitten werden kann)
Sollte das möglich sein, so würde ich für meine Person bestellen
  • 150 Bogen das Muster A und
  • 100 Bogen das Muster B
und falls ich weitere Teilnehmer finde
  • 300 Bogen A
  • 200 Bogen B oder drgl Kombinationen
III. Ich ersuchte Sie Umfrage zu halten, ob noch andere Komponisten, dieses Papier wünschen: Schreker, Bittner, Weingartner, Delius, Casella etc
Ich denke, dass sich das Ganze dadurch auch noch verbilligen wird.
IV. Wissen möchte ich auch noch, ob und inwieweit Nachbestellung möglich ist.
V. Werden Sie das Papier in Verlag nehmen? Ich bitte um äußerst dringende Behandlung dieser Sache. Ich werde das Papier schon sehr bald brauchen. Vielleicht schon in einem Monat. Ja, wenn ich es hätte, könnte ich es für anderes schon jetzt verwenden. Jedenfalls aber, wenn ich zur Jakobsleiter komme1, darf ich durch derlei nicht aufgehalten sein.
Mit besten Grüßen Ihr Arnold Schönberg

11. Jänner 1922



Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection


Brief

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, 11. Jänner 1922, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.7064.

Download:
Dieses Dokument als TEI-XML herunterladen