11.VI.1926
Herrn Direktor Emil Hertzka
Lieber Herr Direktor, in dem Brief vom 4, VI. werden einige
„Irrtümer“ eines mir gesandten Rechnungsauszuges auf mei[ne]
Beanstandung hin richtiggestellt. Aber derselbe Auszug
enthält wieder Fehler: es fehlen vom neuen die Gutschriften
für die Artikel1, die ich Ihnen geliefert habe. Ich muss sa-
gen, dass diese ewigen Fehler auf jemanden, der von der rich-
tigen Rechnung so abhängig ist, wie ein Autor auf Tantièmen
einen sehr beunruhigenden Ei[n]druck machen. Dabei geschieht
das in Dingen, die ich kontrollieren kann. Ic[j]h muss mich
nun fragen, wie das dort zugeht, wo ich es nicht kontrollie-
ren kann? Es ist jetzt das drittemal, dass ich Gutschriften
für Aufsätze reklamieren muss. Ich muss Sie dringend bitten
diejenigen Beamten, die dafür verantwortlich sind, zu ver-
anlassen, so zu arbeiten, dass mein Vertrauen nicht solchen
Erschütterungen ausgesetzt wird.
Meine Frage, ob die Autorengesellschaft an Sie Tantièmen
für meine Werke bezahlt habe, bezog sich nicht auf Tanti-
èmen, auf die ich Anspruch habe, sondern ich wollte wissen,
ob Sie welche bekommen haben, als Ihren Anteil, und wieviel.
Denn diese Gaunerbande, die mir für (unteranderm) acht abend-
füllende Orchesterkonzerte (3 Gurrel.2 [,] 2 pelleas, 2 Orch. Lieder,
2 Verkl. Nacht, 2 Orchesterstücke) und je eine Aufführung der
Kammersymphonie und des 1. Streichq. "hffl 0.23 d.s. 0.63
Groschen[“] auszahlt schickt mir auf eine Anfrage den bei-
liegenden Brief. Ich bitte Sie diese Angelegenheit gleich
mit diesen Gaunern zu besprechen, da ich sonst in einer
hiesigen Zeitung, wo man es ohnedies sehr scharf auf diese
Bande hat, einen offen[en] Brief veröffentlichen werde, der sich
gewaschen haben wird und vielleicht doch den Staatsanwalt
zum Einschreiten veranlassen wird. Bitte vielmals tun Sie
das, denn ich bin sehr geladen und da man mir hier zu die
sem Vorgehen geraten hat, würde ich es bestimmt tun.
Ich habe gedacht, Sie kommen noch nach Berlin? Ich dürfte
Ende Juni weggehen.
Herzlichste Grüsse, Ihr
Eine Frage: Sind in Ihrem Verlag zwei Bühnenwerke3 von Arnold Schönberg erschienen? Ein Bekannter, der im Anbruch-Heft vergeblich danach gesucht hat,
fragt mich nämlich darum? Er war der Meinung, dass diese Stücke so gut gehen, dass sie keine Reklame, ja nicht einmal Erwähnung nötig haben!
11.VI.1926
Herrn Direktor Emil Hertzka
Lieber Herr Direktor, in dem Brief vom 4, VI. werden einige „Irrtümer“ eines mir gesandten Rechnungsauszuges auf meine Beanstandung hin richtiggestellt. Aber derselbe Auszug enthält wieder Fehler: es fehlen vom neuen die Gutschriften für die Artikel1, die ich Ihnen geliefert habe. Ich muss sagen, dass diese ewigen Fehler auf jemanden, der von der richtigen Rechnung so abhängig ist, wie ein Autor auf Tantièmen einen sehr beunruhigenden Eindruck machen. Dabei geschieht das in Dingen, die ich kontrollieren kann. Ich muss mich nun fragen, wie das dort zugeht, wo ich es nicht kontrollieren kann? Es ist jetzt das drittemal, dass ich Gutschriften für Aufsätze reklamieren muss. Ich muss Sie dringend bitten diejenigen Beamten, die dafür verantwortlich sind, zu veranlassen, so zu arbeiten, dass mein Vertrauen nicht solchen Erschütterungen ausgesetzt wird.
Meine Frage, ob die Autorengesellschaft an Sie Tantièmen für meine Werke bezahlt habe, bezog sich nicht auf Tantièmen, auf die ich Anspruch habe, sondern ich wollte wissen, ob Sie welche bekommen haben, als Ihren Anteil, und wieviel. Denn diese Gaunerbande, die mir für (unteranderm) acht abend füllende Orchesterkonzerte (3 Gurrel.2 , 2 pelleas, 2 Orch. Lieder, 2 Verkl. Nacht, 2 Orchesterstücke) und je eine Aufführung der Kammersymphonie und des 1. Streichq. "hffl 0.23 d.s. 0.63 Groschen“ auszahlt schickt mir auf eine Anfrage den beiliegenden Brief. Ich bitte Sie diese Angelegenheit gleich mit diesen Gaunern zu besprechen, da ich sonst in einer hiesigen Zeitung, wo man es ohnedies sehr scharf auf diese Bande hat, einen offenen Brief veröffentlichen werde, der sich gewaschen haben wird und vielleicht doch den Staatsanwalt zum Einschreiten veranlassen wird. Bitte vielmals tun Sie das, denn ich bin sehr geladen und da man mir hier zu diesem Vorgehen geraten hat, würde ich es bestimmt tun.
Ich habe gedacht, Sie kommen noch nach Berlin? Ich dürfte Ende Juni weggehen.
Herzlichste Grüsse, Ihr
Arnold Schönberg
Eine Frage: Sind in Ihrem Verlag zwei Bühnenwerke3 von Arnold Schönberg erschienen? Ein Bekannter, der im Anbruch-Heft vergeblich danach gesucht hat, fragt mich nämlich darum? Er war der Meinung, dass diese Stücke so gut gehen, dass sie keine Reklame, ja nicht einmal Erwähnung nötig haben!

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, 11. Juni 1926, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.1226.

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