CANNES – FRANCE
24.XII.1927
PT UE, heute erhielt ich einen Brief von Ihnen, in
welchem Sie mir die telegrafische Übersendung von
1000 Mark mitteilen, wie ich Sie von Ihnen telegra-
fisch
erbeten habe.
Aber der Betrag ist noch immer nicht eingetroffen.
Es muss irgend etwas mit der Post los sein, und Sie
können sich vielleicht vorstellen, wie es mich ge-
kränkt hat, dass ich am 21. von Paris abreisen musste, [o]
ohne Antwort auf mein Telegramm vom 19.!
Als ich dann am 23. hier noch immer weder das Geld,
noch eine Antwort hatte, konnte ich mir das nicht
erklären, denn an eine solche Unverlässlichkeit der
Post konnte man gar nicht denken.
Der Brief, den ich Ihnen am 23. schrieb und aus wel-
chem Sie den Grad meiner Kränkung vielleicht ent-
nehmen werden, ist nun, zu meiner Freude, gegenstands-
los; und ich hoffe, Sie werden ihn, durch die Umstände
erklärt, begreifen und als nicht geschrieben ansehen.
Vielleicht haben Sie inzwischen gehört, wie schön
alles in Paris war. Man hat mich unmenschlich gefeiert
und die Konzerte1 hatten sehr grossen Erfolg2 So, dass [m]
man allgemein sagt3, dass die Suite schöner ist, als das
Bläserquintett, was ja bis zu einem gewissen Grad
richtig ist, aber ohne dass das Bl-Qu. weniger schön
wäre. Allgemein hat man sehr bedauert, dass Direktor

Herzka nicht,nicht, wie er angekündigt hatte, gekommen ist. Er
hätte sich sicher sehr gefreut.
Nun hoffe ich hier meinen Katarrh, der mich in der
letzten Zeit sehr gequält hat, wieder los zu werden.
Aussicht dazu ist vorhanden. Denn nachdem es einen Tag
geregnet hat, war es gestern und heute sehr schön.
Sollte das Geld in zwei Tagen nicht gekommen sein, so
werde ich Sie telegrafisch bitten, es zu reklamieren.
Nun sende ich Ihnen noch herzlichste Weinachts-
und Neujahrswünsche und bin
mit besten
grüssen Ihr
Arnold Schönberg
24.XII.1927
PT UE, heute erhielt ich einen Brief von Ihnen, in welchem Sie mir die telegrafische Übersendung von 1000 Mark mitteilen, wie ich Sie von Ihnen telegrafisch erbeten habe.
Aber der Betrag ist noch immer nicht eingetroffen. Es muss irgend etwas mit der Post los sein, und Sie können sich vielleicht vorstellen, wie es mich gekränkt hat, dass ich am 21. von Paris abreisen musste, ohne Antwort auf mein Telegramm vom 19.!
Als ich dann am 23. hier noch immer weder das Geld, noch eine Antwort hatte, konnte ich mir das nicht erklären, denn an eine solche Unverlässlichkeit der Post konnte man gar nicht denken.
Der Brief, den ich Ihnen am 23. schrieb und aus welchem Sie den Grad meiner Kränkung vielleicht entnehmen werden, ist nun, zu meiner Freude, gegenstandslos; und ich hoffe, Sie werden ihn, durch die Umstände erklärt, begreifen und als nicht geschrieben ansehen.
Vielleicht haben Sie inzwischen gehört, wie schön alles in Paris war. Man hat mich unmenschlich gefeiert und die Konzerte1 hatten sehr grossen Erfolg2 So, dass man allgemein sagt3, dass die Suite schöner ist, als das Bläserquintett, was ja bis zu einem gewissen Grad richtig ist, aber ohne dass das Bl-Qu. weniger schön wäre. Allgemein hat man sehr bedauert, dass Direktor Herzka nicht, wie er angekündigt hatte, gekommen ist. Er hätte sich sicher sehr gefreut.
Nun hoffe ich hier meinen Katarrh, der mich in der letzten Zeit sehr gequält hat, wieder los zu werden. Aussicht dazu ist vorhanden. Denn nachdem es einen Tag geregnet hat, war es gestern und heute sehr schön.
Sollte das Geld in zwei Tagen nicht gekommen sein, so werde ich Sie telegrafisch bitten, es zu reklamieren. Nun sende ich Ihnen noch herzlichste Weinachts- und Neujahrswünsche und bin
mit besten grüssen Ihr Arnold Schönberg

24. Dezember 1927

29. Dezember 1927

Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection


Brief

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, 24. Dezember 1927, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.1410.

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