Wien, 16.VII.1932
Lieber Herr Schönberg!
Nach allen Besprechungen über Ihren Brief vom 11. d. M. sehe ich,
dass eine sofortige offizielle Antwort des Verlages nicht in kurzer
Zeit, geschweige denn bis zum 19. d. M., zu einer Einigung führen kann.
Sie würde vielmehr weitere längere schriftliche Verhandlungen zur
Folge haben müssen. Oder aber es wäre auch zu befürchten, dass solche,
früher oder später überhaupt zum Abbruch führen könnten. Und beides
wünschen wohl weder Sie, noch auch der Verlag. Ich persönlich jedoch
möchte alles tun, was in meinen Kräften steht, um zu einer Einigung
beizutragen. Der Verlag hat mich ersucht, Ihnen nochmals zu schreiben
und ich nehme dieses Vermittleramt gerne neuerlich an.
Ich habe den Eindruck, dass der Verlag zu weiteren Zugeständnissen
bereit ist. Aber die Angelegenheiten sind ein zu komplizierter Komplex,
als dass sie schriftlich schnell zu bereinigen wären. Der Verlag regt
darum an, die weiteren Verhandlungen mündlich zu führen, und bittet Sie
um Ihre Zustimmung. Ich halte diese Idee für sehr gut. Da Ihnen die
Sache eilt, bin ich beauftragt, Sie zu fragen, ob Sie vielleicht ohne-
dies in der nächsten Zeit nach Wien kommen. Wegen der vielen Urlaube
im Hochsommer könnte nämlich jetzt keiner unserer Herren Sie in Berlin
aufsuchen, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt.
Bitte schreiben Sie mir Ihre prinzipielle Stellungnahme.
Mit den herzlichsten Grüssen
Ihr

Stein
Wien, 16.VII.1932
Lieber Herr Schönberg!
Nach allen Besprechungen über Ihren Brief vom 11. d. M. sehe ich, dass eine sofortige offizielle Antwort des Verlages nicht in kurzer Zeit, geschweige denn bis zum 19. d. M., zu einer Einigung führen kann. Sie würde vielmehr weitere längere schriftliche Verhandlungen zur Folge haben müssen. Oder aber es wäre auch zu befürchten, dass solche, früher oder später überhaupt zum Abbruch führen könnten. Und beides wünschen wohl weder Sie, noch auch der Verlag. Ich persönlich jedoch möchte alles tun, was in meinen Kräften steht, um zu einer Einigung beizutragen. Der Verlag hat mich ersucht, Ihnen nochmals zu schreiben und ich nehme dieses Vermittleramt gerne neuerlich an.
Ich habe den Eindruck, dass der Verlag zu weiteren Zugeständnissen bereit ist. Aber die Angelegenheiten sind ein zu komplizierter Komplex, als dass sie schriftlich schnell zu bereinigen wären. Der Verlag regt darum an, die weiteren Verhandlungen mündlich zu führen, und bittet Sie um Ihre Zustimmung. Ich halte diese Idee für sehr gut. Da Ihnen die Sache eilt, bin ich beauftragt, Sie zu fragen, ob Sie vielleicht ohnedies in der nächsten Zeit nach Wien kommen. Wegen der vielen Urlaube im Hochsommer könnte nämlich jetzt keiner unserer Herren Sie in Berlin aufsuchen, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt.
Bitte schreiben Sie mir Ihre prinzipielle Stellungnahme.
Mit den herzlichsten Grüssen Ihr
Stein

17. Juli 1932


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection


Brief

Zitierhinweis:

Erwin Stein an Arnold Schönberg, 16. Juli 1932, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.16824.

Download:
Dieses Dokument als TEI-XML herunterladen