Wien, den 7. März 1951
Schl/R
Herrn
Los Angeles 49, Calif.
Sehr verehrter lieber Herr Professor,
ich danke Ihnen sehr für Ihren Brief vom 24. Februar, der heute
hier eintraf. Ich glaube, wir kommen viel schneller zu Resultaten,
wenn wir nun alle Angelegenheiten mit[_]einander direkt erledigen.
Lassen Sie sich bitte durch Gerüchte nicht beirren. Sie können
alle Angelegenheiten mit mir regeln, ich bin für alles, was in Wien
geschieht, verantwortlich.
Ich kann Ihnen leider keine Zusage machen, dass die AMP nichts
mehr mit Ihren Werken zu tun haben darf. Der Grund dafür ist der,
dass die U.E. die Rechte für das gesamte Gebiet der USA noch nicht
wieder selbst verwaltet, sondern dass diese Rechte ausschliesslich
in Händen des Custodian of Alien Property liegen. Es ist der gleiche
Fall wodurch auch die Schwierigkeiten bei der Auszahlung Ihrer Tan-
tiemen entstehen. Nur der Custodian of Alien Property könnte den
Vertretungsvertrag zwischen U.E. und A.M.P. lösen. Ich bitte Sie
also herzlichst, zu verstehen, dass die U.E. in dieser Angelegenheit
gar nichts unternehmen kann.
Ich habe nie bestritten, dass Noten fehlen. Ich behaupte nur,
dass Aufführungsmateriale vorhanden sind und dass bei einigermassen
gutem Willen jede Aufführung zu ermöglichen ist. Es ist in solchen
Fällen natürlich immer am besten, wenn die Konzertunternehmer sich
direkt mit uns in Verbindung setzen statt über so und so viele
Mittelsmänner zu arbeiten, die dann vielfach falsche Auskünfte geben.
Eine Ihrer durchaus berechtigten Forderungen1 war die, dass nach
einem gewissen Plan in einer gewissen Frist alle Ihre Werke nachge-
druckt werden müssen. Ich bin bereit, einen solchen Plan aufzustellen,
doch bat ich Sie, anzugeben, in welcher Reihenfolge Sie den Nachdruck
wünschen. Ich bin dann auch gerne bereit, Ihnen Daten zu nennen und
einen Vertrag über Pönale zu machen, wenn diese Daten von uns nicht
eingehalten werden. Die genaue Beantwortung Ihrer Fragen bezüglich
Von Heute auf Morgen liegt bei. Scherchen hat uns mitgeteilt, dass
Sie wünschen, dass das bei uns vorhandene Material2 ihm übergeben wer-
den soll. Was soll nun wirklich geschehen? Soll das Material an Sie
zurückgeschickt oder Scherchen ausgehändigt werden?
Mit besten Grüssen
Schlee
Wien, den 7. März 1951
Schl/R
Herrn
Los Angeles 49, Calif.
Sehr verehrter lieber Herr Professor,
ich danke Ihnen sehr für Ihren Brief vom 24. Februar, der heute hier eintraf. Ich glaube, wir kommen viel schneller zu Resultaten, wenn wir nun alle Angelegenheiten miteinander direkt erledigen.
Lassen Sie sich bitte durch Gerüchte nicht beirren. Sie können alle Angelegenheiten mit mir regeln, ich bin für alles, was in Wien geschieht, verantwortlich.
Ich kann Ihnen leider keine Zusage machen, dass die AMP nichts mehr mit Ihren Werken zu tun haben darf. Der Grund dafür ist der, dass die U.E. die Rechte für das gesamte Gebiet der USA noch nicht wieder selbst verwaltet, sondern dass diese Rechte ausschliesslich in Händen des Custodian of Alien Property liegen. Es ist der gleiche Fall wodurch auch die Schwierigkeiten bei der Auszahlung Ihrer Tantiemen entstehen. Nur der Custodian of Alien Property könnte den Vertretungsvertrag zwischen U.E. und A.M.P. lösen. Ich bitte Sie also herzlichst, zu verstehen, dass die U.E. in dieser Angelegenheit gar nichts unternehmen kann.
Ich habe nie bestritten, dass Noten fehlen. Ich behaupte nur, dass Aufführungsmateriale vorhanden sind und dass bei einigermassen gutem Willen jede Aufführung zu ermöglichen ist. Es ist in solchen Fällen natürlich immer am besten, wenn die Konzertunternehmer sich direkt mit uns in Verbindung setzen statt über so und so viele Mittelsmänner zu arbeiten, die dann vielfach falsche Auskünfte geben.
Eine Ihrer durchaus berechtigten Forderungen1 war die, dass nach einem gewissen Plan in einer gewissen Frist alle Ihre Werke nachgedruckt werden müssen. Ich bin bereit, einen solchen Plan aufzustellen, doch bat ich Sie, anzugeben, in welcher Reihenfolge Sie den Nachdruck wünschen. Ich bin dann auch gerne bereit, Ihnen Daten zu nennen und einen Vertrag über Pönale zu machen, wenn diese Daten von uns nicht eingehalten werden. Die genaue Beantwortung Ihrer Fragen bezüglich Von Heute auf Morgen liegt bei. Scherchen hat uns mitgeteilt, dass Sie wünschen, dass das bei uns vorhandene Material2 ihm übergeben werden soll. Was soll nun wirklich geschehen? Soll das Material an Sie zurückgeschickt oder Scherchen ausgehändigt werden?
Mit besten Grüssen
Schlee

7. März 1951



The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection


Brief

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 7. März 1951, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.17716.

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