21. April 1951
Wien I
Austria
Lieber Herr Schlee:
Da mir jeden Augenblick ein anderer als Chef
der U-E entgegentritt, wusste ich nicht an wen ich mich
zu wenden habe.
Bitte glauben Sie den Lügen der AMP nicht. Mir hat
der Alien Property Custodian sagen lassen1, dass ich
nicht gezwungen bin in den Vertrag mit AMP anzuer-
kennen. Wenn Sie je erlebt hätten, bis zu welchem
Grad die Herren von der AMP von der Wahrheit abweichen,
so würden Sie wissen, dass Sie weder Herrn Thompson,
noch Herrn Winter irgend etwas glauben dürfen. Ich kann
diese Fälle schriftlich belegen. Herr Thompson schickt
mir als Royalties von Rekords, Aufführungsgebüren,
Balletaufführungen und Verkäufe von Klaviermusik, die
nicht in dem U-E Vertrag gehören, jährlich ein bis
zweimal, $ 5 bis $ 8.
2 Aber ich werde schliesslich doch
irgend etwas gegen ihn ausrichten, da mir ja Zeitungen
zur Verfügung stehen
3.
Bitte geben Sie das Material4 von Heute auf Morgen, Her-
mann Scherchen
. Aber Ihre Aufstellung ist falsch. Ich
habe zwei vollständige Orchestermateriale, 80 bis 100
Klavierauszüge und 80 Partituren der U-E übergeben.
Vielleicht können Sie doch noch herausfinden, wo das
Fehlende ist. Ich bestehe darauf es zu bekommen.
Wie gesagt: bevor AMP ausgeschlossen ist verhandle
ich nicht. Aber ich bin gezwungen ein Ultimatum
dafür anzusetzen. 13. September 1951.
Besitzen Sie eine Partitur der Reduktion meines
Pelleas und Melisande für kleineres Orchester, die
Erwin Stein seinerzeit angefertigt hat und die ich
überprüft habe?
Mit besten Grüssen, Ihr
RH
21. April 1951
Lieber Herr Schlee:
Da mir jeden Augenblick ein anderer als Chef der U-E entgegentritt, wusste ich nicht an wen ich mich zu wenden habe.
Bitte glauben Sie den Lügen der AMP nicht. Mir hat der Alien Property Custodian sagen lassen1, dass ich nicht gezwungen bin den Vertrag mit AMP anzuerkennen. Wenn Sie je erlebt hätten, bis zu welchem Grad die Herren von der AMP von der Wahrheit abweichen, so würden Sie wissen, dass Sie weder Herrn Thompson, noch Herrn Winter irgend etwas glauben dürfen. Ich kann diese Fälle schriftlich belegen. Herr Thompson schickt mir als Royalties von Rekords, Aufführungsgebüren, Balletaufführungen und Verkäufe von Klaviermusik, die nicht in dem U-E Vertrag gehören, jährlich ein bis zweimal, $ 5 bis $ 8.2 Aber ich werde schliesslich doch irgend etwas gegen ihn ausrichten, da mir ja Zeitungen zur Verfügung stehen3.
Bitte geben Sie das Material4 von Heute auf Morgen, Hermann Scherchen. Aber Ihre Aufstellung ist falsch. Ich habe zwei vollständige Orchestermateriale, 80 bis 100 Klavierauszüge und 80 Partituren der U-E übergeben. Vielleicht können Sie doch noch herausfinden, wo das Fehlende ist. Ich bestehe darauf es zu bekommen.
Wie gesagt: bevor AMP ausgeschlossen ist verhandle ich nicht. Aber ich bin gezwungen ein Ultimatum dafür anzusetzen. 13. September 1951.
Besitzen Sie eine Partitur der Reduktion meines Pelleas und Melisande für kleineres Orchester, die Erwin Stein seinerzeit angefertigt hat und die ich überprüft habe?
Mit besten Grüssen, Ihr
RH

21. April 1951


The Library of Congress
Washington, D. C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection


Brief, Kopie

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, 21. April 1951, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.5785.

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