Universal-Edition an Arnold Schönberg
14. November 1949
Verehrter Meister!
Vielleicht finden wir jetzt eine Aufklärung, wieso es zu Ver-
kaufsangeboten Ihrer Manuskripte kommt.
kaufsangeboten Ihrer Manuskripte kommt.
Ich habe durch Herrn Wolfgang Müller-Sehn
das beiliegende An-
gebot erhalten. Ich habe mich für diese Sache1 interessiert er-
klärt, weil ich gerne diesen Dingen auf die Spur kommen möchte.
Dazu ist zu sagen, dass die Originalpartitur2 des „Pierrot lunaire“
sich bei uns befindet. Merkwürdigerweise ist sie nicht durchweg
Ihre Handschrift, die Nummern NACHT, ENTHAUPTUNG (?), DIE KREUZE
(anscheinend teilweise), ZWISCHENSPIEL (fehlt ausserdem ein Teil),
HEIMWEH, Ueberleitung zum MONDFLECK, MONDFLECK (anscheinend teil-
weise – Text), O ALTER DUFT (Text) sind Kopien von fremder Hand.
gebot erhalten. Ich habe mich für diese Sache1 interessiert er-
klärt, weil ich gerne diesen Dingen auf die Spur kommen möchte.
Dazu ist zu sagen, dass die Originalpartitur2 des „Pierrot lunaire“
sich bei uns befindet. Merkwürdigerweise ist sie nicht durchweg
Ihre Handschrift, die Nummern NACHT, ENTHAUPTUNG (?), DIE KREUZE
(anscheinend teilweise), ZWISCHENSPIEL (fehlt ausserdem ein Teil),
HEIMWEH, Ueberleitung zum MONDFLECK, MONDFLECK (anscheinend teil-
weise – Text), O ALTER DUFT (Text) sind Kopien von fremder Hand.
Ich möchte jetzt aber feststellen, was für ein Manuskript zum Ver-
kauf angeboten wird. Möglicherweise handelt es sich um die in un-
serem Original durch Kopien ersetzte[n] Teile.
kauf angeboten wird. Möglicherweise handelt es sich um die in un-
serem Original durch Kopien ersetzte[n] Teile.
Es würde mich interessieren, wenn Sie eventuell feststellen könn-
ten, an wen Sie das Manuskript des Streichquartetts gegeben haben
und sich vielleicht noch erinnern, warum in der Partitur des [„]
„Pierrot lunaire“ die angegebenen Nummern nicht Ihre Handschrift
sind.
ten, an wen Sie das Manuskript des Streichquartetts gegeben haben
und sich vielleicht noch erinnern, warum in der Partitur des [„]
„Pierrot lunaire“ die angegebenen Nummern nicht Ihre Handschrift
sind.
Sache
Es handelte sich nicht um
Manuskripte im Bestand der UE, vielmehr
hatte Arnold Schönberg selbst kurz
zuvor Manuskriptverkäufe in Europa angestrebt: „As to the music score of
your works I believe that a ready market for same exists abroad [...]
and I will be happy to carry out whatever instructions you may care to
give me [...]“ (Milton S. Koblitz an Arnold Schönberg, 21. September
1949; ASCC 13181). Die hier angebotenen Manuskripte sind
diejenigen, mit deren Vermittlung Schönberg seinen Rechtsanwalt und Freund Koblitz offenbar beauftragt hatte,
allerdings verwechselte dessen Kollege Charles
B. Hutton dabei die Verklärte
Nacht op. 4 mit
einem „String Quartet“. Der vorliegende Brief einschließlich der Beilage
wurde von Schönberg an Koblitz weitergeleitet, Schönberg missverstand Huttons Angebot anscheinend als Versuch,
selbst Manuskripte zu erwerben (Arnold Schönberg an Milton S. Koblitz,
25. November 1949; ASCC
5010).
Originalpartitur
Sammelautograph (ASGA B 24/1, Quelle C); vgl. zur Frage der Handschrift ASGA B 24/1, S. 19f.
Das von Hutton angebotene Original
ist das Autograph (ASGA B 24/1, Quelle B).
Verehrter Meister!
Vielleicht finden wir jetzt eine Aufklärung, wieso es zu Verkaufsangeboten Ihrer Manuskripte kommt.
Ich habe durch Herrn Wolfgang Müller-Sehn
das beiliegende Angebot erhalten. Ich habe mich für diese Sache1 interessiert erklärt, weil ich gerne diesen Dingen auf die Spur kommen möchte.
Dazu ist zu sagen, dass die Originalpartitur2 des „Pierrot lunaire“ sich bei uns
befindet. Merkwürdigerweise ist sie nicht durchweg Ihre Handschrift, die
Nummern NACHT, ENTHAUPTUNG (?), DIE KREUZE
(anscheinend teilweise), ZWISCHENSPIEL (fehlt ausserdem ein Teil),
HEIMWEH, Ueberleitung zum MONDFLECK, MONDFLECK (anscheinend teilweise – Text), O ALTER DUFT (Text) sind Kopien von fremder
Hand.
Ich möchte jetzt aber feststellen, was für ein Manuskript zum Verkauf angeboten wird. Möglicherweise handelt es sich um die in
unserem Original durch Kopien ersetzten Teile.
Es würde mich interessieren, wenn Sie eventuell feststellen könnten, an wen Sie das Manuskript des Streichquartetts gegeben haben und sich vielleicht
noch erinnern, warum in der Partitur des
„Pierrot lunaire“ die angegebenen Nummern
nicht Ihre Handschrift sind.
Sache
Es handelte sich nicht um
Manuskripte im Bestand der UE, vielmehr
hatte Arnold Schönberg selbst kurz
zuvor Manuskriptverkäufe in Europa angestrebt: „As to the music score of
your works I believe that a ready market for same exists abroad [...]
and I will be happy to carry out whatever instructions you may care to
give me [...]“ (Milton S. Koblitz an Arnold Schönberg, 21. September
1949; ASCC 13181). Die hier angebotenen Manuskripte sind
diejenigen, mit deren Vermittlung Schönberg seinen Rechtsanwalt und Freund Koblitz offenbar beauftragt hatte,
allerdings verwechselte dessen Kollege Charles
B. Hutton dabei die Verklärte
Nacht op. 4 mit
einem „String Quartet“. Der vorliegende Brief einschließlich der Beilage
wurde von Schönberg an Koblitz weitergeleitet, Schönberg missverstand Huttons Angebot anscheinend als Versuch,
selbst Manuskripte zu erwerben (Arnold Schönberg an Milton S. Koblitz,
25. November 1949; ASCC
5010).
Originalpartitur
Sammelautograph (ASGA B 24/1, Quelle C); vgl. zur Frage der Handschrift ASGA B 24/1, S. 19f.
Das von Hutton angebotene Original
ist das Autograph (ASGA B 24/1, Quelle B).
14. November 1949
Sende- und Empfangsadresse teilweise erschlossen. Beilage: Wolfgang Müller-Sehn an Universal-Edition, 9. November 1949
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 14. November 1949, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.17761.