Dir. W/Ks.
Wien, 20. Juli 1933.
Herrn
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Wir empfingen Ihr Flugpost Schreiben mit Poststem-
pel 19. ds. und müssen Ihnen mitteilen, dass Sie vollkommen im
Unrecht sind, wenn Sie annehmen, dass wir nicht in jeder Beziehung
zu Ihnen halten. Wenn es uns möglich gewesen wäre, hätten wir Ihrem
uns telegrafisch ausgesprochenen Wunsche im vollen Umfang Rechnung
getragen. In guten Zeiten ist es leicht ein guter Mensch zu sein, aber
jetzt hat man überall mit grössten Schwierigkeiten zu kämpfen.
Es ist uns gelungen Frs. 3000.– freizubekommen und
haben wir Ihnen diesen Betrag sofort telegrafisch durch die Länderbank zugehen lassen. Das Bankhaus
Friedenstein
hat gestern bei uns angerufen, aber mit keinem unserer
Herren sondern mit der Buchhaltung gesprochen. Heute habe ich zwei-
mal versucht das Bankhaus anzurufen, ohne eine Verbindung zu erhalten.
Ich werde dies am späteren Nachmittag nochmals versuchen. Jedenfalls
können Sie zu uns mindestens ebensoviel Vertrauen haben als zu irgend
jemand anderem. Wenn wir Ihnen behilflich sein können, werden wir dies
gewiss tun. Wir müssen aber die behördlichen Vorschriften genau ein-
halten und sind leider durch den überaus schlechten Zahlungseingang
gezwungen, grösste Vorsicht in unseren Ausgaben walten zu lassen.
Wie immer Sie unser Verhalten auffassen, erlauben
wir uns Sie nach wie vor auf das herzlichste zu begrüssen.
In vorzüglicher Hochachtung
per Flugpost
Dir. W/Ks.
Wien, 20. Juli 1933.
Herrn
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Wir empfingen Ihr Flugpost Schreiben mit Poststempel 19. ds. und müssen Ihnen mitteilen, dass Sie vollkommen im Unrecht sind, wenn Sie annehmen, dass wir nicht in jeder Beziehung zu Ihnen halten. Wenn es uns möglich gewesen wäre, hätten wir Ihrem uns telegrafisch ausgesprochenen Wunsche im vollen Umfang Rechnung getragen. In guten Zeiten ist es leicht ein guter Mensch zu sein, aber jetzt hat man überall mit grössten Schwierigkeiten zu kämpfen.
Es ist uns gelungen Frs. 3000.– freizubekommen und haben wir Ihnen diesen Betrag sofort telegrafisch durch die Länderbank zugehen lassen. Das Bankhaus Friedenstein hat gestern bei uns angerufen, aber mit keinem unserer Herren sondern mit der Buchhaltung gesprochen. Heute habe ich zweimal versucht das Bankhaus anzurufen, ohne eine Verbindung zu erhalten. Ich werde dies am späteren Nachmittag nochmals versuchen. Jedenfalls können Sie zu uns mindestens ebensoviel Vertrauen haben als zu irgend jemand anderem. Wenn wir Ihnen behilflich sein können, werden wir dies gewiss tun. Wir müssen aber die behördlichen Vorschriften genau einhalten und sind leider durch den überaus schlechten Zahlungseingang gezwungen, grösste Vorsicht in unseren Ausgaben walten zu lassen.
Wie immer Sie unser Verhalten auffassen, erlauben wir uns Sie nach wie vor auf das herzlichste zu begrüssen.
In vorzüglicher Hochachtung
W
per Flugpost

20. Juli 1933


Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection


Brief, Kopie

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 20. Juli 1933, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.19893.

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