Universal-Edition an Arnold Schönberg
30. Juni 1927
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Unser grösstes Bestreben muss
für die Zukunft darin bestehen, die Reibungsflächen für die noch
laufende Vertragszeit, wenn irgendmöglich, auszuschalten. Nach
reiflicher Ueberlegung und Beratung sind wir zur Erkenntnis ge-
langt, dass die einzige Möglichkeit darin besteht, dass wir die
beiden Konti und zwar das Konto für neue Werke und das Konto für
alte Werke vereinigen und in unserem Vertrag eine diesbezügliche
einverständliche Aenderung vornehmen. Dadurch wird die Vorschuss-
angelegenheit, die ja hauptsächlich zu Divergenzen geführt hat,
stark erleichtert. Wenn Sie grundsätzlich eine derartige Zusammen-
legung der beiden Kontis akzeptieren würden, glauben wir Ihnen auch ma-
teriell gewisse Vorteile bieten zu können, die auf Basis der jetzi-
gen Zweiteilung nicht möglich wären.
für die Zukunft darin bestehen, die Reibungsflächen für die noch
laufende Vertragszeit, wenn irgendmöglich, auszuschalten. Nach
reiflicher Ueberlegung und Beratung sind wir zur Erkenntnis ge-
langt, dass die einzige Möglichkeit darin besteht, dass wir die
beiden Konti und zwar das Konto für neue Werke und das Konto für
alte Werke vereinigen und in unserem Vertrag eine diesbezügliche
einverständliche Aenderung vornehmen. Dadurch wird die Vorschuss-
angelegenheit, die ja hauptsächlich zu Divergenzen geführt hat,
stark erleichtert. Wenn Sie grundsätzlich eine derartige Zusammen-
legung der beiden Kontis akzeptieren würden, glauben wir Ihnen auch ma-
teriell gewisse Vorteile bieten zu können, die auf Basis der jetzi-
gen Zweiteilung nicht möglich wären.
Wir schicken Ihnen beigeschlos-
sen eine Aufstellung Ihres Kontos bis Ende Juni und zwar sowohl
für neue als auch für alte Werke. In dieser Aufstellung ist auch
die Verrechnung für das erste Halbjahr 1927 mit inbegriffen, die
zu unserem Bedauern recht ungünstig ist. Abgesehen von den allge-
meinen wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die den Gesamtumsatz her-
abgesetzt haben, ist das Erträgnis in diesem Halbjahr im Vergleich
[zu]
sen eine Aufstellung Ihres Kontos bis Ende Juni und zwar sowohl
für neue als auch für alte Werke. In dieser Aufstellung ist auch
die Verrechnung für das erste Halbjahr 1927 mit inbegriffen, die
zu unserem Bedauern recht ungünstig ist. Abgesehen von den allge-
meinen wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die den Gesamtumsatz her-
abgesetzt haben, ist das Erträgnis in diesem Halbjahr im Vergleich
[zu]
zu den früheren Abrechnungen gering, weil wir bei der
letzten Ab-
rechnung alle in Kommission gelieferten Exemplare, ohne Rücksicht
darauf, ob sie verkauft oder eventuell noch remittiert werden, in
die Abrechnung als verkaufte Exemplare mit einbezogen haben. Die
Sache steht nun so, dass, wenn Sie unseren Standpunkt akzeptieren,
die Streitfrage, ob die letzten S. 1.000.– Vorschuss auf das alte
oder neue Konto kommen, entfallen würde. Ebenso würde die Meinungs-
verschiedenheit darüber entfallen, ob Sie pro 1. Juli und pro 1. Au-
gust auf Konto „neue Werke“ je Mk. 500.– zu bekommen haben, da wir
uns für den Fall, dass Sie der Zusammenlegung der beiden Konti zu-
stimmen, bereit erklären, ab 1. Juli Ihnen nicht allein die für die
zwei Monate sonst nicht fälligen Zahlungen von je Mk. 500.– zu lei-
sten, sondern die Monatsraten bis zum Vertragsschluss erhöhen und
zwar in der Weise, dass Sie anstatt Mk. 500.– nunmehr monatlich
Mk. 600.– auf das Gesamtkonto Vorschuss erhalten[.] würden. Nachdem
Ihr Konto für alte Werke bereits so stark belastet ist, dass für
die nächsten Jahre eine Tilgung dieser Beträge kaum in Aussicht
genommen werden kann, so ist unser Vorschlag für Sie unbedingt gün-
stig. Sie bekämen auf Grund dieses Vorschlages im Rahmen des bis-
her bestehenden Vertrages weit höhere Beträge als Sie sie auf der
bisherigen Basis regulär zu bekommen hätten. Das ist doch wohl
dasjenige, was Sie in erster Linie anstreben.
rechnung alle in Kommission gelieferten Exemplare, ohne Rücksicht
darauf, ob sie verkauft oder eventuell noch remittiert werden, in
die Abrechnung als verkaufte Exemplare mit einbezogen haben. Die
Sache steht nun so, dass, wenn Sie unseren Standpunkt akzeptieren,
die Streitfrage, ob die letzten S. 1.000.– Vorschuss auf das alte
oder neue Konto kommen, entfallen würde. Ebenso würde die Meinungs-
verschiedenheit darüber entfallen, ob Sie pro 1. Juli und pro 1. Au-
gust auf Konto „neue Werke“ je Mk. 500.– zu bekommen haben, da wir
uns für den Fall, dass Sie der Zusammenlegung der beiden Konti zu-
stimmen, bereit erklären, ab 1. Juli Ihnen nicht allein die für die
zwei Monate sonst nicht fälligen Zahlungen von je Mk. 500.– zu lei-
sten, sondern die Monatsraten bis zum Vertragsschluss erhöhen und
zwar in der Weise, dass Sie anstatt Mk. 500.– nunmehr monatlich
Mk. 600.– auf das Gesamtkonto Vorschuss erhalten[.] würden. Nachdem
Ihr Konto für alte Werke bereits so stark belastet ist, dass für
die nächsten Jahre eine Tilgung dieser Beträge kaum in Aussicht
genommen werden kann, so ist unser Vorschlag für Sie unbedingt gün-
stig. Sie bekämen auf Grund dieses Vorschlages im Rahmen des bis-
her bestehenden Vertrages weit höhere Beträge als Sie sie auf der
bisherigen Basis regulär zu bekommen hätten. Das ist doch wohl
dasjenige, was Sie in erster Linie anstreben.
Die Berechnungen, deren Zusammenstellung
Sie gewünscht haben, ergeben leider ein sehr ungünstiges Resultat.
Auf Grund der Jahresdurchschnitte ist für alte Werke monatlich
Sie gewünscht haben, ergeben leider ein sehr ungünstiges Resultat.
Auf Grund der Jahresdurchschnitte ist für alte Werke monatlich
ca. S. 500.– und für neue
Werke monatlich ca. S. 80.– bisher als
Tantièmenertrag zu verzeichnen gewesen, d. s. also nicht ganz
S. 600.– pro Monat. Wenn wir Ihnen Mk. 600.– monatlich Tantièmen-
vorschuss vorschlagen, so sind das über S. 1.000.–, also beinahe
das Doppelte[,] dessen, was wir nach den bisherigen Durchschnitts-
zahlen erwarten können. Sie selbst dachten bei der Aufstellung
von dieser Durchschnittsziffer wohl daran, dass man jenen Betrag,
der sich als Durchschnitt ergibt, garantieren müsste. Das was
wir tun ist noch viel günstiger für Sie, da wir, unabhängig von
dem Vorschuss, Ihnen für die Vertragszeit noch bedeutend höhere
Erträgnisse auszahlen wollen.
Tantièmenertrag zu verzeichnen gewesen, d. s. also nicht ganz
S. 600.– pro Monat. Wenn wir Ihnen Mk. 600.– monatlich Tantièmen-
vorschuss vorschlagen, so sind das über S. 1.000.–, also beinahe
das Doppelte[,] dessen, was wir nach den bisherigen Durchschnitts-
zahlen erwarten können. Sie selbst dachten bei der Aufstellung
von dieser Durchschnittsziffer wohl daran, dass man jenen Betrag,
der sich als Durchschnitt ergibt, garantieren müsste. Das was
wir tun ist noch viel günstiger für Sie, da wir, unabhängig von
dem Vorschuss, Ihnen für die Vertragszeit noch bedeutend höhere
Erträgnisse auszahlen wollen.
Wir sehen jedenfalls Ihrer baldigen Rückäusserung
in dieser Sache entgegen und wären glücklich, wenn sie finden wür-
den, dass dieser von uns vorgeschlagene Weg ein wirklicher Ausweg
ist. Bei der ausserordentlichen Verehrung, die wir Ihnen entgegen-
bringen, sind uns Divergenzen mit Ihnen, die in den letzten Monaten
immer wieder auftauchten, überaus peinlich und die ewigen Meinungs-
verschiedenheiten darüber, ob ein Vorschuss auf das Konto neue
oder alte Werke zu buchen ist, eigentlich für uns beide recht un-
erquicklich. Wir glauben, dass in besonderen Fällen, wenn ein ein-
heitliches Konto vorhanden sein wird, auch massvolle aussert[o]urli-
che Wünsche viel leichter werden berücksichtigt werden können.
in dieser Sache entgegen und wären glücklich, wenn sie finden wür-
den, dass dieser von uns vorgeschlagene Weg ein wirklicher Ausweg
ist. Bei der ausserordentlichen Verehrung, die wir Ihnen entgegen-
bringen, sind uns Divergenzen mit Ihnen, die in den letzten Monaten
immer wieder auftauchten, überaus peinlich und die ewigen Meinungs-
verschiedenheiten darüber, ob ein Vorschuss auf das Konto neue
oder alte Werke zu buchen ist, eigentlich für uns beide recht un-
erquicklich. Wir glauben, dass in besonderen Fällen, wenn ein ein-
heitliches Konto vorhanden sein wird, auch massvolle aussert[o]urli-
che Wünsche viel leichter werden berücksichtigt werden können.
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Unser grösstes Bestreben muss für die Zukunft darin bestehen, die
Reibungsflächen für die noch laufende Vertragszeit, wenn irgendmöglich,
auszuschalten. Nach reiflicher Ueberlegung und Beratung sind wir zur
Erkenntnis gelangt, dass die einzige
Möglichkeit darin besteht, dass wir die beiden Konti und zwar das Konto für
neue Werke und das Konto für alte Werke vereinigen und in unserem Vertrag
eine diesbezügliche einverständliche Aenderung vornehmen. Dadurch wird die
Vorschussangelegenheit, die ja
hauptsächlich zu Divergenzen geführt hat, stark erleichtert. Wenn Sie
grundsätzlich eine derartige Zusammenlegung der beiden Kontis akzeptieren würden, glauben wir Ihnen auch materiell gewisse Vorteile bieten zu können, die auf Basis der jetzigen Zweiteilung nicht möglich wären.
Wir schicken Ihnen beigeschlossen eine
Aufstellung Ihres Kontos bis Ende Juni und zwar sowohl für neue als auch für alte Werke. In
dieser Aufstellung ist auch die Verrechnung für das erste Halbjahr 1927 mit inbegriffen, die zu unserem
Bedauern recht ungünstig ist. Abgesehen von den allgemeinen wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die den Gesamtumsatz
herabgesetzt haben, ist das Erträgnis
in diesem Halbjahr im Vergleich
zu den früheren Abrechnungen gering, weil wir bei der
letzten Abrechnung alle in Kommission gelieferten Exemplare, ohne Rücksicht
darauf, ob sie verkauft oder eventuell noch remittiert werden, in die
Abrechnung als verkaufte Exemplare mit einbezogen haben. Die Sache steht
nun so, dass, wenn Sie unseren Standpunkt akzeptieren, die Streitfrage, ob
die letzten S. 1.000.– Vorschuss auf das alte oder neue Konto kommen, entfallen würde. Ebenso würde die Meinungsverschiedenheit darüber entfallen, ob Sie pro 1. Juli und pro 1. August auf Konto „neue
Werke“ je Mk. 500.– zu bekommen haben, da wir uns für den Fall,
dass Sie der Zusammenlegung der beiden Konti zustimmen, bereit erklären, ab 1.
Juli Ihnen nicht allein die für die zwei Monate sonst nicht
fälligen Zahlungen von je Mk. 500.– zu leisten, sondern die Monatsraten bis zum Vertragsschluss erhöhen
und zwar in der Weise, dass Sie anstatt Mk. 500.– nunmehr monatlich
Mk. 600.– auf das Gesamtkonto Vorschuss erhalten würden. Nachdem Ihr Konto für alte Werke bereits so stark
belastet ist, dass für die nächsten Jahre eine Tilgung dieser Beträge kaum
in Aussicht genommen werden kann, so ist unser Vorschlag für Sie unbedingt
günstig. Sie bekämen auf Grund dieses
Vorschlages im Rahmen des bisher
bestehenden Vertrages weit höhere Beträge als Sie sie auf der bisherigen
Basis regulär zu bekommen hätten. Das ist doch wohl dasjenige, was Sie in
erster Linie anstreben.
Die Berechnungen, deren Zusammenstellung Sie gewünscht haben, ergeben leider
ein sehr ungünstiges Resultat. Auf Grund der Jahresdurchschnitte ist für
alte Werke monatlich ca. S. 500.– und für neue
Werke monatlich ca. S. 80.– bisher als Tantièmenertrag zu verzeichnen
gewesen, d. s. also nicht ganz S. 600.– pro Monat. Wenn wir Ihnen Mk.
600.– monatlich Tantièmenvorschuss
vorschlagen, so sind das über S. 1.000.–, also beinahe das Doppelte dessen, was wir nach den bisherigen Durchschnittszahlen erwarten können. Sie selbst dachten bei der
Aufstellung von dieser Durchschnittsziffer wohl daran, dass man jenen
Betrag, der sich als Durchschnitt ergibt, garantieren müsste. Das was
wir tun ist noch viel günstiger für Sie, da wir, unabhängig von dem
Vorschuss, Ihnen für die Vertragszeit noch bedeutend höhere Erträgnisse
auszahlen wollen.
Wir sehen jedenfalls Ihrer baldigen Rückäusserung in dieser Sache entgegen
und wären glücklich, wenn sie finden würden, dass dieser von uns vorgeschlagene Weg ein wirklicher Ausweg ist.
Bei der ausserordentlichen Verehrung, die wir Ihnen entgegenbringen, sind uns Divergenzen mit Ihnen, die in den
letzten Monaten immer wieder auftauchten, überaus peinlich und die ewigen
Meinungsverschiedenheiten darüber, ob
ein Vorschuss auf das Konto neue oder alte Werke zu buchen ist, eigentlich
für uns beide recht unerquicklich. Wir
glauben, dass in besonderen Fällen, wenn ein einheitliches Konto vorhanden sein wird, auch massvolle
aussertourliche Wünsche viel leichter werden
berücksichtigt werden können.
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 30. Juni 1927, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.19924.