D/M.
Wien, den 11. August 1927.
Herrn
PÖRTSCHACH a. Wörthersee,
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Herr Direktor Winter ist sofort nach Rückkehr unseres
Direktors Hertzka auf Urlaub gegangen und versicherte uns, dass
Ihre in Form einer solennen Erklärung erfolgten Behauptungen,
nach welchen 1. ein Abzug auf das Konto „alte Werke“ erfolgt wäre,
2. der letzte Vorschuss von 1000 Mark, den wir Ihnen nach Berlin
gesandt haben, auf „neue Werke“ gebucht worden wäre, vollkommen
irrig sind. Richtig ist vielmehr, dass keinerlei Abzug auf das
Konto „alte Werke“ erfolgt ist, dieses Konto vielmehr für Zahlungen
im ersten Halbjahr mit Schilling 3064.03 belastet wurde und, da
die Tantiemengutschrift für diese Periode S 1747.– beträgt, sich
der Vorschussbetrag auf „alte Werke“ ganz gegen den Sinn, den Wort-
laut und die die Absicht des seinerzeitigen Vertrages für dieses Halb-
jahr um S 1317.73 erhöht hat. Was den Vorschuss von 1000 Mark be-
trifft, so ist dieser genau Ihrem Verlangen entsprechend auf altes
Konto gebucht worden.
Zufolge Ihrer irrigen Annahmen sind auch die ange-
drohten Konsequenzen selbstverständlich hinfällig. Von der vor-
erwähnten Richtigstellung abgesehen, sind auch Ihre Ausführungen,
die als Kritik der Ihnen gemachten Vorschläge gelten sollen, wie
uns Herr Direktor Winter vor seinem Urlaub versichert hat, irrig.

Nachdem die von Ihnen bestrittene Zurückhaltung der Monatszahlungen
vom Juli und August auf neue Werke unterblieben ist und Sie diese
Zahlungen promptest erhalten haben, dürfte ja für die allernächste Zeit
irgend ein gefährlicher Zündstoff nicht vorliegen und wir glauben un-
bedingt, dass es notwendig sein wird, anlässlich Ihrer Rückkehr über
Wien gewisse Fragen zur Klärung zu bringen und wir wären Ihnen sehr
dankbar, wenn Sie uns in absehbarer Zeit mitteilen könnten, zu welcher
Zeit Sie sich in Wien aufhalten1 werden, damit für die Besprechung da[s]
Nötige vorbereitet werden kann.
Herr Direktor Hertzka, der Ihnen seine ergebensten Grüsse
übermitteln lässt, wünscht, soweit es seine Gesundheit irgendwie er-
lauben wird, die geschäftlichen Fragen nunmehr mit Ihnen im direkten
Verkehr, ob nun persönlich oder schriftlich, zu lösen und wird es
so einrichten, dass er Mitte September, zu welcher Zeit Sie wohl in
Wien sein dürften, die Verhandlungen mit Ihnen selbst führen wird.
Direktor Hertzka dürfte wohl in etwa 8 Tagen verreisen. Es werden ihm
aber etwaige Briefe von ihnen zugesandt, sodass auch der briefliche
Verkehr als ein von ihm geleiteter anzusehen sein wird.
Wir empfehlen uns Ihnen in aufrichtiger Hochschätzung ergebenst
D/M.
Wien, den 11. August 1927.
Herrn
PÖRTSCHACH a. Wörthersee,
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Herr Direktor Winter ist sofort nach Rückkehr unseres Direktors Hertzka auf Urlaub gegangen und versicherte uns, dass Ihre in Form einer solennen Erklärung erfolgten Behauptungen, nach welchen 1. ein Abzug auf das Konto „alte Werke“ erfolgt wäre, 2. der letzte Vorschuss von 1000 Mark, den wir Ihnen nach Berlin gesandt haben, auf „neue Werke“ gebucht worden wäre, vollkommen irrig sind. Richtig ist vielmehr, dass keinerlei Abzug auf das Konto „alte Werke“ erfolgt ist, dieses Konto vielmehr für Zahlungen im ersten Halbjahr mit Schilling 3064.03 belastet wurde und, da die Tantiemengutschrift für diese Periode S 1747.– beträgt, sich der Vorschussbetrag auf „alte Werke“ ganz gegen den Sinn, den Wortlaut und die die Absicht des seinerzeitigen Vertrages für dieses Halbjahr um S 1317.73 erhöht hat. Was den Vorschuss von 1000 Mark betrifft, so ist dieser genau Ihrem Verlangen entsprechend auf altes Konto gebucht worden.
Zufolge Ihrer irrigen Annahmen sind auch die angedrohten Konsequenzen selbstverständlich hinfällig. Von der vorerwähnten Richtigstellung abgesehen, sind auch Ihre Ausführungen, die als Kritik der Ihnen gemachten Vorschläge gelten sollen, wie uns Herr Direktor Winter vor seinem Urlaub versichert hat, irrig. Nachdem die von Ihnen bestrittene Zurückhaltung der Monatszahlungen vom Juli und August auf neue Werke unterblieben ist und Sie diese Zahlungen promptest erhalten haben, dürfte ja für die allernächste Zeit irgend ein gefährlicher Zündstoff nicht vorliegen und wir glauben unbedingt, dass es notwendig sein wird, anlässlich Ihrer Rückkehr über Wien gewisse Fragen zur Klärung zu bringen und wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie uns in absehbarer Zeit mitteilen könnten, zu welcher Zeit Sie sich in Wien aufhalten1 werden, damit für die Besprechung das Nötige vorbereitet werden kann.
Herr Direktor Hertzka, der Ihnen seine ergebensten Grüsse übermitteln lässt, wünscht, soweit es seine Gesundheit irgendwie erlauben wird, die geschäftlichen Fragen nunmehr mit Ihnen im direkten Verkehr, ob nun persönlich oder schriftlich, zu lösen und wird es so einrichten, dass er Mitte September, zu welcher Zeit Sie wohl in Wien sein dürften, die Verhandlungen mit Ihnen selbst führen wird. Direktor Hertzka dürfte wohl in etwa 8 Tagen verreisen. Es werden ihm aber etwaige Briefe von ihnen zugesandt, sodass auch der briefliche Verkehr als ein von ihm geleiteter anzusehen sein wird.
Wir empfehlen uns Ihnen in aufrichtiger Hochschätzung ergebenst
W DK

11. August 1927



Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection


Brief, Kopie

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 11. August 1927, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.19958.

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