Universal-Edition an Arnold Schönberg
12. Juni 1936
Universal-Edition·A. G.
WIEN·I·KARLSPLATZ 6
Musikvereinsgebäude / Tel. U 47-5-85
LEIPZIG·KARLSTRASSE 10
TELEGRAMM-ADRESSE: MUSIKEDITION WIEN POSTSPARKASSEN-KONTO WIEN 57557
WIEN·I·KARLSPLATZ 6
Musikvereinsgebäude / Tel. U 47-5-85
LEIPZIG·KARLSTRASSE 10
TELEGRAMM-ADRESSE: MUSIKEDITION WIEN POSTSPARKASSEN-KONTO WIEN 57557
Dir. W/Hb
Wien, 12.
Juni 1936.
Herrn
Prof. Arnold Schoenberg,
Brentwood Park.
Los Angeles, Calif.
Sehr verehrter Herr Professor!
Ihr Schreiben vom 20. Mai
1936 haben wir
erhalten und bestätigen den Empfang Ihres Schecks im
Betrage von USA Dollar 100.–, dessen Gegenwert wir Ihrem
Herrn Sohn bereits auszahlten.
erhalten und bestätigen den Empfang Ihres Schecks im
Betrage von USA Dollar 100.–, dessen Gegenwert wir Ihrem
Herrn Sohn bereits auszahlten.
Aus Ihrem Schreiben nehmen wir mit grosser
Freude zur Kenntnis, dass es Ihnen, Ihrer lieben Frau und
Ihrem Töchterchen gut geht und dass Sie mit der Zeit doch
der, dabei so erfreulich junge, „Onkel aus Amerika“ werden.
Freude zur Kenntnis, dass es Ihnen, Ihrer lieben Frau und
Ihrem Töchterchen gut geht und dass Sie mit der Zeit doch
der, dabei so erfreulich junge, „Onkel aus Amerika“ werden.
Sehr wichtig ist uns, was Sie uns über die
Associated Music Publishers Inc. schreiben. Wir bitten Sie
dringendst, uns Aufführungen Ihrer Werke, die Sie in unseren
Abrechnungen vermissen, bekanntzugeben, damit wir bei der
A.M.P. reklamieren können. Wir halten es für sehr unwahr-
scheinlich, dass eine Firma vom Range der Associated Music
Publishers Inc., absichtlich Aufführungen, die sie vergibt
und wofür sie die Einnahmen hat, uns und damit auch Ihnen,
nicht verrechnet. Es ist nur schade, dass Sie uns nicht
früher bezw. zur Zeit als Herr Dr. Kalmus in New-York war und
wir ihn noch hätten verständigen können, Mitteilung zukommen
Associated Music Publishers Inc. schreiben. Wir bitten Sie
dringendst, uns Aufführungen Ihrer Werke, die Sie in unseren
Abrechnungen vermissen, bekanntzugeben, damit wir bei der
A.M.P. reklamieren können. Wir halten es für sehr unwahr-
scheinlich, dass eine Firma vom Range der Associated Music
Publishers Inc., absichtlich Aufführungen, die sie vergibt
und wofür sie die Einnahmen hat, uns und damit auch Ihnen,
nicht verrechnet. Es ist nur schade, dass Sie uns nicht
früher bezw. zur Zeit als Herr Dr. Kalmus in New-York war und
wir ihn noch hätten verständigen können, Mitteilung zukommen
liessen. Er
hätte dann speziell über die Aufführungen Ihrer
Werke genaue Informationen an Ort und Stelle einholen können.
Herr Dr. Kalmus ist aber bereits seit Ende Mai in Europa, war
also bei Abgang Ihres Briefes nicht mehr in New-York. Wenn Sie
uns aber die Aufführungen bekanntgeben, werden wir von hier aus
eine entsprechende Beschwerde an die A.M.P. richten. Wir
halten es aber, wie schon vorhin gesagt, für sehr unwahr-
scheinlich, dass ein bewusstes Verschulden der A.M.P. vorliegt.
Jedenfalls werden wir der Sache energisch nachgehen, wollen
dies aber erst dann tun, bis wir verlässliche Unterlagen
von Ihnen haben. Im übrigen nahmen wir zur Kenntnis, dass Sie
einem dortigen Anwalt die Angelegenheit zur Klärung übergeben
haben.
Werke genaue Informationen an Ort und Stelle einholen können.
Herr Dr. Kalmus ist aber bereits seit Ende Mai in Europa, war
also bei Abgang Ihres Briefes nicht mehr in New-York. Wenn Sie
uns aber die Aufführungen bekanntgeben, werden wir von hier aus
eine entsprechende Beschwerde an die A.M.P. richten. Wir
halten es aber, wie schon vorhin gesagt, für sehr unwahr-
scheinlich, dass ein bewusstes Verschulden der A.M.P. vorliegt.
Jedenfalls werden wir der Sache energisch nachgehen, wollen
dies aber erst dann tun, bis wir verlässliche Unterlagen
von Ihnen haben. Im übrigen nahmen wir zur Kenntnis, dass Sie
einem dortigen Anwalt die Angelegenheit zur Klärung übergeben
haben.
Ihre neue Adresse nahmen wir in Vormerkung.
Wir werden Ihnen gerne von Zeit zu Zeit Ausschnitte aus
Zeitungen zusenden und Ihnen von Dingen, von denen wir an-
nehmen, dass Sie diese interessieren, Nachricht geben. Leider
müssen wir gleich mit einer traurigen beginnen. Karl Kraus
ist heute gestorben. Noch vor wenigen Wochen konnte ich einer
Vorlesung1 „Aus eigenen Schriften“ beiwohnen. Er las das erste
Mal nach langer Zeit eigene Werke, während fast alle Vorlesungen
der letzten Jahre nur der Wiedergabe anderer Meister, insbeson-
dere Shakespeare, Nestroy und Offenbach, galten. Es war eine
dringende Mahnung für den Frieden, ein flammender Protest
gegen die Kriegshetzer und kurzsichtigen Egoisten.
Wir werden Ihnen gerne von Zeit zu Zeit Ausschnitte aus
Zeitungen zusenden und Ihnen von Dingen, von denen wir an-
nehmen, dass Sie diese interessieren, Nachricht geben. Leider
müssen wir gleich mit einer traurigen beginnen. Karl Kraus
ist heute gestorben. Noch vor wenigen Wochen konnte ich einer
Vorlesung1 „Aus eigenen Schriften“ beiwohnen. Er las das erste
Mal nach langer Zeit eigene Werke, während fast alle Vorlesungen
der letzten Jahre nur der Wiedergabe anderer Meister, insbeson-
dere Shakespeare, Nestroy und Offenbach, galten. Es war eine
dringende Mahnung für den Frieden, ein flammender Protest
gegen die Kriegshetzer und kurzsichtigen Egoisten.
und würden uns freuen, von Ihnen bald
wieder Nachrichten
zu erhalten.
zu erhalten.
Wir empfehlen uns, mit vielen herzlichen
Grüssen, in vorzüglicher Hochachtung
Grüssen, in vorzüglicher Hochachtung
pp Rothe
Universal-Edition·A. G.
WIEN·I·KARLSPLATZ 6
Musikvereinsgebäude / Tel. U 47-5-85
LEIPZIG·KARLSTRASSE 10
TELEGRAMM-ADRESSE: MUSIKEDITION WIEN POSTSPARKASSEN-KONTO WIEN 57557
WIEN·I·KARLSPLATZ 6
Musikvereinsgebäude / Tel. U 47-5-85
LEIPZIG·KARLSTRASSE 10
TELEGRAMM-ADRESSE: MUSIKEDITION WIEN POSTSPARKASSEN-KONTO WIEN 57557
Dir. W/Hb
Wien, 12.
Juni 1936.
Sehr verehrter Herr Professor!
Ihr Schreiben vom 20. Mai
1936 haben wir erhalten und bestätigen den Empfang Ihres Schecks
im Betrage von USA Dollar 100.–, dessen
Gegenwert wir Ihrem Herrn Sohn bereits
auszahlten.
Aus Ihrem Schreiben nehmen wir mit grosser Freude zur Kenntnis, dass es
Ihnen, Ihrer lieben Frau und Ihrem Töchterchen gut geht und dass Sie mit der
Zeit doch der, dabei so erfreulich junge, „Onkel aus Amerika“ werden.
Sehr wichtig ist uns, was Sie uns über die Associated
Music Publishers Inc. schreiben. Wir bitten Sie dringendst,
uns Aufführungen Ihrer Werke, die Sie in unseren Abrechnungen vermissen,
bekanntzugeben, damit wir bei der
A.M.P.
reklamieren können. Wir halten es für sehr unwahrscheinlich, dass eine Firma vom Range der Associated Music Publishers Inc., absichtlich Aufführungen,
die sie vergibt und wofür sie die Einnahmen hat, uns und damit auch Ihnen,
nicht verrechnet. Es ist nur schade, dass Sie uns nicht früher bezw.
zur Zeit als Herr Dr. Kalmus in New-York war und wir ihn noch hätten
verständigen können, Mitteilung zukommen liessen. Er
hätte dann speziell über die Aufführungen Ihrer Werke genaue Informationen
an Ort und Stelle einholen können. Herr Dr. Kalmus ist aber bereits seit Ende Mai in Europa, war also bei Abgang Ihres Briefes nicht mehr in
New-York. Wenn Sie uns aber die
Aufführungen bekanntgeben, werden wir von hier aus eine entsprechende
Beschwerde an die A.M.P. richten. Wir
halten es aber, wie schon vorhin gesagt, für sehr unwahrscheinlich, dass ein bewusstes
Verschulden der A.M.P. vorliegt. Jedenfalls
werden wir der Sache energisch nachgehen, wollen dies aber erst dann tun,
bis wir verlässliche Unterlagen von Ihnen haben. Im übrigen nahmen wir zur
Kenntnis, dass Sie einem dortigen Anwalt die Angelegenheit zur Klärung
übergeben haben.
Ihre neue Adresse nahmen wir in Vormerkung. Wir werden Ihnen gerne von Zeit
zu Zeit Ausschnitte aus Zeitungen zusenden und Ihnen von Dingen, von denen
wir annehmen, dass Sie diese interessieren, Nachricht geben. Leider
müssen wir gleich mit einer traurigen beginnen. Karl Kraus
ist heute gestorben. Noch vor wenigen Wochen konnte ich einer
Vorlesung1 „Aus eigenen Schriften“ beiwohnen. Er las das
erste Mal nach langer Zeit eigene Werke, während fast alle Vorlesungen
der letzten Jahre nur der Wiedergabe anderer Meister, insbesondere Shakespeare, Nestroy und Offenbach, galten. Es war eine dringende Mahnung für den
Frieden, ein flammender Protest gegen die Kriegshetzer und kurzsichtigen
Egoisten.
Wir wünschen innigst, dass Sie verehrter,
lieber Meister Schoenberg, sich recht
wohl fühlen mögen und würden uns freuen, von Ihnen bald
wieder Nachrichten zu erhalten.
Wir empfehlen uns, mit vielen herzlichen
Grüssen,
in vorzüglicher
Hochachtung
Winter
pp Rothe
Dr Alfred Kalmus
Winter
pp Rothe
Dr Alfred Kalmus
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 12. Juni 1936, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.5 vom 26.05.2026. URL: https://www.schoenberg-ue.at/ue/letters/letter.20712.